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Neuruppin Ostprignitz-Ruppin startet Kampf gegen giftige Raupen
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00:23 29.04.2019
Die Eichenprozessionsspinner in OPR werden in diesem Jahr ausschließlich vom Boden aus bekämpft. Quelle: Volkmar Maloszyk
Neuruppin

 Richtig gefährlich werden Eichenprozessionsspinner (EPS) erst ab dem dritten Larvenstudium. Dann wachsen den Raupen feine, weiße Brennhaare mit kleinen Widerhaken, die leicht brechen und mit dem Wind durch die Luft segeln. Aber vor allem sind diese Brennhaare giftig. Landen sie auf der Haut, verursachen sie Hautausschläge oder lösen sogar allergische Reaktionen aus. Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin werden die EPS deswegen jedes Jahr mit Insektiziden bekämpft.

Bekämpfung beginnt im Mai

Die nächste Schädlingsbekämpfung steht unmittelbar bevor: Anfang bis Mitte Mai werden die befallenen Eichen behandelt, wie der Landkreissprecher Alexander von Uleniecki erklärte. Insgesamt 4.100 Bäume seien betroffen. Das sind deutlich weniger als im vergangenen Jahr: 2018 mussten fast 5.000 Bäume behandelt werden.

Innerhalb von sechs bis acht Arbeitstagen soll es den Schädlingen an den Kragen gehen. Bekämpft werden die Raupen mit dem biologischen Insektizid Dipel ES, das auch in den vergangenen Jahren zum Einsatz kam – und zwar ausschließlich vom Boden aus und nicht mehr aus der Luft.

Neustadt/Dosse besonders stark befallen

Besonders stark betroffen sind die Gemeinden des Amtsbereichs Neustadt/Dosse. „Im Grunde ist ein Befall aller Gemeinden zu verzeichnen“, sagt Ute Zernitz von der Bauverwaltung. Vor allem in der südwestlichen Region habe sich der EPS breit gemacht.

Seit 2012 führt das Amt einen alljährlichen Kampf gegen die giftigen Raupen. Im vergangenen Jahr wurden die Bewohner dazu aufgerufen, befallene Bäume im Amtsbereich zu melden. „Diese Daten wurden von uns in eine Karte übertragen, um Schwerpunktstandorte zu lokalisieren“, so Ute Zernitz. An diesen Stellen sollen die giftigen Raupen auch in diesem Jahr sowohl mit Dipel ES als auch mit Absaugen bekämpft werden.

„Schulen und Kitas werden informiert, um die Kinder während der chemischen Bekämpfung fernzuhalten“, sagt Zernitz. Wo genau gesprüht werden soll, will das Amt in den kommenden Tagen auf seiner Homepage mitteilen.

Temnitz, Lindow und Rheinsberg sprühen diesmal nicht

Die Ämter Temnitz, Lindow und die Gemeinde Rheinsberg beteiligen sich diesmal nicht an der gemeinsamen Aktion zur Schädlingsbekämpfung. „Sonst haben wir immer mitgemacht“, sagt Carmen Noack, Amtsleiterin von Lindow. „Aber bei uns ist der Befall stark zurückgegangen.“ Eine groß angelegte Schädlingsbekämpfung sei daher nicht notwendig.

Sollten doch vereinzelt EPS-Gespinste auftauchen, werde sich das Amt um Einzelmaßnahmen kümmern. Auch in Lindow und Rheinsberg bestehe derzeit keine Notwendigkeit.

Eichenprozessionsspinner an einem Baum. Quelle: dpa-Zentralbild

Aktion kostet 30.000 Euro

Die gemeinsame Aktion vom Landkreis, den Gemeinden und Ämtern kostet insgesamt 30.000 Euro und ist somit um 5.000 Euro günstiger als im Vorjahr. Die Schädlingsbekämpfung beschränkt sich auf Eichen an Straßen und in bewohnten Gebieten.

In den Waldflächen werde dieses Jahr nicht gesprüht, erklärt Forstleiterin Annett Engelmann von der Oberförsterei Neuruppin. „In den Wäldern des Landkreises ist der Befall so zurückgegangen, dass keine Behandlung notwendig ist“, sagt Annett Engelmann.

Ideale Wetterbedigungen für Raupen

Das bedeute nicht, dass es dort keine Raupen gebe. Eigentlich seien die Wetterbedingungen für Schmetterlingsarten sogar optimal. Bei lang anhaltender Trockenheit und hohen Temperaturen gedeihen die Schädlinge am besten, sagt die Forstleiterin.

„Eigentlich müssten die Bestände in diesem Jahr steigen. Aber wir können und wollen nicht auf Verdacht sprühen“, so Annett Engelmann. „Es geht schließlich nicht darum, die Eichenprozessionsspinner auszurotten.“

Von Hannah Rüdiger

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