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Neuruppin Wuthenow feiert seinen 700. Geburtstag
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Wuthenow feiert seinen 700. Geburtstag
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13:56 29.09.2019
Das Bürgertum führt den Umzug durch Wuthenow an. Quelle: Cornelia Felsch
Wuthenow

Das Volk winkt am Straßenrand den Ehrengästen, die zur 700-Jahr-Feier mit der Kutsche nach Wuthenow gekommen sind - eskortiert von einer Reitergarde des Reitvereins Wuthenow.

Rittmeister Schach von Wuthenow, Theodor Fontane und Pater Wichmann eröffnen den Festumzug am Sonnabend, begleitet werden sie von edlen Damen. Fontane hat das Dorf mit seiner Erzählung „Schach von Wuthenow“ erst bekannt gemacht, als diese 1882 in der Vossischen Zeitung veröffentlicht wurde.

Slawen-Kinder beim Festumzug

Um 1200 siedelten Slawen am Lankenberg. Es entstand der Ort „Wotenowe“ – was soviel heißt wie „umzäunter Ort“ – mit zwei Siedlungen zu beiden Seiten der Lanke. Der Wuthenower Kita-Nachwuchs – in grobes Leinen gekleidet – ist in die Rolle der Slawen-Kinder geschlüpft und winkt den Schaulustigen fröhlich zu.

Die Slawen siedelten sich um 1200 in Wuthenow an. Quelle: Cornelia Felsch

Wuthenow war in der Vergangenheit immer ein reines Bauerndorf. Bis 1939 gab es dort 15 Großbauern und acht Mittelbauern. Mägde, Knechte und Bauern ziehen am Sonnabend mit ihren Gerätschaften durch den Ort.

Wer es zu Wohlstand brachte – wie die Familie Zieten – konnte sich auch einen Traktor wie den Fendt Dieselross 22 leisten. Die Enkelin in sechster Generation steuert ihn beim Festumzug tuckernd über die Dorfstraße.

Traktor von Manfred Krug

Der folgende Lanz Bulldog gehörte Bauer Nölte und wurde zu DDR-Zeiten an den Schauspieler Manfred Krug verkauft. Auf Umwegen kam er wieder in das Ruppiner Land zurück und steht heute in Walsleben.

Die Fähre „Herz As" bringt Gäste zur 700-Jahr-Feier nach Wuthenow. Quelle: privat

Um 1900 kamen mit dem Bau des Seedamms viele Ausflügler – auch aus Berlin – nach Wuthenow. Zur 700-Jahr-Feier konnten die Besucher allerdings ihr Auto zu Hause lassen, denn die Stadtwerke Neuruppin hatten für ein besonderes Angebot gesorgt: Das vor über 90 Jahren von der Gemeinde Wuthenow in Auftrag gegebene Motorschiff „Herz As“ wurde restauriert und wieder fahrtüchtig gemacht.

„Die Herz-As ist der Oberknaller“, sagt Anke Neumann, die gemeinsam mit ihrer Nichte Anne Marie Busold am Straßenrand selbst hergestellte Zitronen-Ingwer-Pfefferminz-Limonade ausschenkt. „Das ist das allerschönste Highlight des Tages.“

Leckere Erfrischungen am Wegesrand Quelle: Cornelia Felsch

Mit dieser Meinung war sie nicht allein, denn an den Anlegestellen bildeten sich lange Schlangen und nicht immer konnte der Kapitän alle Passagiere mitnehmen. Wer sich zu spät nach Wuthenow aufmachte, musste am Kuchenbuffet mit den Resten Vorlieb nehmen.

Überraschungen zum Geburtstag

Rund um das Dorfgemeinschaftshaus ging das Fest weiter und auch die Kirche war für Besucher geöffnet. Am Abend wurde in Beckers Scheune das Tanzbein geschwungen.

Hübsch dekoriert: Zuschauer aus Stroh. Quelle: Cornelia Felsch

Eine besondere Überraschung gab es an diesem Nachmittag für den Kultur- und Sportverein. Der Wuthenower Maler Ulrich Ladendorf überreichte zwei Ölbilder, die einen Blick auf die Wuthenower Kirche zeigen. Die Bilder werden nun ihren Platz im Dorfgemeinschaftshaus finden. Neben den Postkarten der Bilder konnten die Besucher auch die erste druckfrische Wuthenower Chronik mit nach Hause nehmen.

Von Cornelia Felsch

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