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Neuruppin Warum die Pflastersteine in Gnewikow wackeln
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18:14 28.10.2019
Fachleute untersuchen am Montag den Unterbau der Pflasterstraße vor dem Jugenddorf in Gnewikow. Quelle: Reyk Grunow
Gnewikow

Eines kann Gutachter Ulrich Keller schon sagen: Als die Stadtwerke Neuruppin vor Jahren eine neue Gasleitung unter der Gutsstraße in Gnewikow verlegen ließen, wurde dabei tatsächlich eine Regenwasserleitung beschädigt. Durch den Schaden wurde Erde in das Regenwasserrohr geschwemmt, das sich nach und nach zugesetzt hat. Irgendwann konnte das Wasser durch die Leitung nicht mehr abfließen.

Die Stelle, an die die Gasleitung auf den Regenkanal trifft, ist sehr gut zu sehen. „Dort unten, das gelbe Rohr, ist die Gasleitung“, sagt Keller und deutet in die gut einen Meter tiefe Baugrube, die Arbeiter direkt vor dem Jugenddorf in die Ortsdurchfahrt von Gnewikow gebuddelt haben.

Am Montag hat Ulrich Keller das kaputte Pflaster der Gnewikower Gutsstraße als bestellter Sachverständiger im Auftrag des Landgerichtes Neuruppin unter die Lupe genommen. Bauarbeiter nahmen die Pflastersteine an zwei Stellen der Straße auf und buddelten sich durch die verschiedenen Schichten des Unterbaus bis in die Erde unter der Straße.

Mehrere Rohre liegen unter der Fahrbahn. Die dunkle Steinzeugleitung fürs Regenwasser wurde beim Straßenbau verlegt. Das orange Rohr für die Gasleitung darunter kam wohl erst später dazu. Quelle: Reyk Grunow

Ulrich Keller soll klären, was der Grund ist, dass sich die Pflastersteine des Fahrbahnbelags schon kurz nach dem Neubau der Straße wieder gelöst hat. Die Kreisverwaltung hofft sich Aufklärung darüber, wer den Schaden verursacht hat. Die Gnewikower hoffen, dass Kellers Expertise endlich den Weg frei macht, dass ihre holprige Ortsdurchfahrt nach fast fünf Jahren endlich saniert werden kann.

Ulrich Keller ist schon der zweite Fachmann, den das Landgericht bestellt hat, um Licht ins Dunkel zu bringen. Der erste Gutachter hatte erst viel Zeit gebraucht und dann ein Papier abgeliefert, das für eine wirkliche Bewertung des Falls nicht ausreichend schien. Auf Wunsch der Kreisverwaltung setzte das Gericht daraufhin Ulrich Keller als zweiten Fachmann ein. Er hat sein Büro in Weyhe bei Bremen und arbeitet dort als Sachverständiger mit dem Schwerpunkt Pflasterarbeiten.

Gutachter lässt die Fahrbahndecke öffnen

Am Montag ließ Keller die Fahrbahndecke öffnen, um sich den Untergrund darunter anzusehen. Schnell schien klar, dass der Schaden an der Regenwasserleitung dazu beigetragen haben könnte, dass sich die Pflastersteine in ihrem Bett gelöst haben. „Aber die Frage ist, ob das die einzige Ursache war“, sagt Keller.

Mit einer speziellen Apparatur misst der Fachmann dazu, wie schnelle das Regenwasser auf der Straße versickern kann. Etwa 15 Prozent des Regens, läuft bei einer Pflasterstraße durch die Fugen der Steine. Ist der Untergrund dann nicht durchlässig genug, sammelt sich das Wasser dort und die Steine beginne zu schwimmen. Das ist schlecht.

Ein Speziallabor untersucht das gesicherte Material

Ulrich Keller lässt einen Glaszylinder auf den Unterbau setzen, in den eine genau festgelegte Wassermenge gegossen wird. Im Normalfall sollte der Wasserpegel innerhalb einer Dreiviertelstunde deutlich sinken. In Gnewikow bewegt sich die Wassersäule dagegen nur minimal. Ein Hinweis darauf, dass hier mit dem Unterbau der Straße etwas nicht stimmt.

Aus allen Schichten nehmen die Fachleute am Montag Proben, die in den nächsten Tagen in einem Speziallabor untersucht werden. Ein Ergebnis erhofft sich Ulrich Keller bis zum Ende des Jahres. Vier bis sechs Wochen später dürfte sein ausformuliertes Gutachten vorliegen, schätzt er.

Anfang 2020 könnte sich der Kreistag dann noch einmal mit dem Zustand der Gnewikower Ortsdurchfahrt befassen. Zuletzt hatten die Abgeordneten beschlossen, dass sie das Gutachten zur Ursache der Schaden abwarten wollen, bevor die Straße saniert wird.

Von Reyk Grunow

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