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Neuruppin Herr Schröder begeistert sein Publikum mit Lehrer-Latein
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Herr Schröder begeistert sein Publikum mit Lehrer-Latein
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10:19 26.05.2019
Herr Schröder plaudert aus dem Nähkästchen. Quelle: Regine Buddeke
Neuruppin

Die Klingel schrillt: Unterrichtsbeginn. „Versuchs heute mal ohne ’äääh’“ tönt ein Lehrer-Schüler-Dialog aus dem Off. Der Schüler versucht’s: „Es begrüßt sie hier im ... jeweiliges Theater einfügen ...“ „Das kursive musst du nicht mitsprechen“, unterbricht der Lehrer. „der coolste Lehrer“ ... „sag legendär“, unterbricht der Lehrer. „Oder besser – Lehrer des Jahres“, fordert er. „Das waren Sie doch gar nicht, Herr Schröder“, wagt der Schüler einzuwenden. „Egal, das weiß ja hier keiner – sag’s mit Emphase!“ „Häää?“ „Begeisterung.“

Auftritt Herr Schröder. Er freue sich, zum ersten Mal in Neuruppin zu sein und drückt der ersten Reihe schon gleich einmal ein Impulsreferat aufs Auge. „Absicht oder Fahrlässigkeit, sich ganz nach vorn zu setzen“, fragt er heiter. Herr Schröder ist ein Lehrer, wie man ihn sich erträumt. Gut gelaunt, charmanter Plauderer und von einer fatalistischen Gelassenheit, wie sie nur viele Jahre Schuldienst erzeugen.

Schröder war selbst Lehrer

„Wenn Sie was essen wollen, sich unterhalten – tun sie es“, ermuntert er die 250 Besucher, die am Samstag im Neuruppiner Kulturhaus Stadtgarten vor seinem Lehrerpult sitzen. Quasi als übergroße Schulklasse. Oder wenn es inhaltlich dünn wird – gehen Sie raus. Ich bin das gewöhnt – alles andere würde mich irritieren!“, ruft er. Nur bei Handys sei er knochenhart, die wandern ab ins Schulaquarium.

Er lauscht in den Saal, ob da irgendwo Kollegen aus dem ’Lehrercholerikum’ sitzen – schließlich ist bald Weltlehrertag: „Das Opferfest“, nennt er es. Den Sprech der Schüler hat er schon verinnerlicht – ob Digger oder Spast – es kommt ihm locker von der Lippe. Kein Wunder: Bevor es ihn 2015 zur Comedy zog, war Johannes Schröder Deutsch- und Englischlehrer am Gymnasium. Er weiß also, wovon er spricht.

Lieblingsthema: Metaphern

Schnell hat er sich ein Dutzend Zuschauer im Saal als Gesprächspartner auserkoren, deren Namen und Beruf er auch am Ende der Show noch weiß. Respekt: Das sind Lehrerqualitäten wie aus dem Bilderbuch. „Eure Beiträge sind für mich Sprühstöße aus dem Flakon des Glücks“, rezitiert er und erklärt. „Shakespeare ... kennste nicht, Felix, ich weiß.“ Immer wieder liegen die Zuhörer flach vor Lachen.

Schröder plaudert über Metaphern – die Schüler würde da Erstaunliches zustande bringen. „Vergilbtes Löschpapier im Buch des Lebens sucht frischen Tintenklecks zum Aufsaugen.“ Mit diesem Text habe ihn seine 10a bei Elitepartner angemeldet – bezahlt aus der Klassenkasse. Sag noch einer, dass Schüler ihre Lehrer nicht mögen.

Er schwatzt über Pausenhof, Klassenfahrten und Elternsprechtage, amüsant und eloquent. Ein Wasserfall, der immer den Draht zum Publikum hat. Am Ende rappt er einen Lehrer-Rap, der sich gewaschen hat. Dafür gibt’s das Prädikat ’Lehrer des Jahres’.

Von Regine Buddeke

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