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Neuruppin Illegale Müllentsorgung: Unbekannte kippen große Mengen Dachpappe in den Wald
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Illegale Müllentsorgung: Unbekannte kippen große Mengen Dachpappe in den Wald
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16:59 17.10.2019
Entdeckte unweit der B 167 zwischen Wulkow und Herzberg illegal entsorgte Dachpappe: Revierförsterin Birgit Salzwedel. Quelle: Frauke Herweg
Wulkow

Als Revierförsterin Birgit Salzwedel am Dienstagmorgen auf dem Weg zu Arbeit war, blitzte es weiß zwischen den Bäumen hervor. Unbekannte hatten große Mengen Dachpappe – verpackt in stabile, weiße Taschen – in ein Waldstück zwischen Wulkow und Herzberg gefahren. „Jemand hat ein komplettes Dach im Wald entsorgt“, sagt Salzwedel. „Eine Katastrophe.“

Noch ist unklar, ob Privatleute sich eines Daches entledigt haben. Oder ob eine Baufirma versuchte, teure Entsorgungskosten zu sparen. Sicher ist jedoch, dass die Müllsünder zielgerichtet vorgegangen sind. Die großen Taschen mit der Dachpappe sind so schwer, dass niemand sie aus einem Auto heben kann. „Jemand ist mit dem Lkw rückwärts in den Wald gefahren und hat das Zeug hier abgekippt“, vermutet Salzwedel.

Gefährliche Stoffe im Wald

Für Salzwedel sind solche illegalen Müllkippen ein Riesenärgernis – vor allem, auch immer mehr gefährliche Stoffe im Wald landen. „So schlimm wie in diesem Jahr war es noch nie“, sagt sie. „Unsere Waldarbeiter könnten eigentlich täglich irgendwo Müll einsammeln.“

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Fünf Reviere gehören zur Hoheitsoberförsterei NeuruppinRheinsberg, Lindow, Temnitz, Neuruppin und Fehrbellin. In mehr als 50 000 Hektar Wald müssen Salzwedel und ihre Kollegen auch die illegalen Müllkippen im Blick haben. Eigentlich eine Unmöglichkeit. „Wir kriegen es nicht mehr bewältigt.“

Strafanzeige bei der Polizei

Im Sommer hatten Unbekannte mehr als 50 Wellasbestplatten in der Nähe des Fehrbelliner Gewerbeparks abgekippt. Unweit der jetzt illegal entsorgten Dachpappen war vor einigen Wochen im Wald die Inneneinrichtung eines Bungalows entdeckt worden. Salzwedel hofft, dass die Polizei die Müllsünder ausfindig machen kann. Sie hat eine Strafanzeige gestellt. „Da waren ganze Ordner mit Unterlagen dabei.“

Entdeckt Salzwedel illegalen Müll im Wald, so meldet sie den Fund der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde beim Landkreis. Kleinere Mengen Müll werden von Waldarbeitern auf einen ehemaligen Maschinenhof in Alt Ruppin gefahren, dort sortiert und später entsorgt. Bei größeren Mengen veranlasst der Landkreis die Entsorgung. Derzeit sucht der Landkreis eine Fachfirma, die die Dachpappe bei Herzberg aus dem Wald holt.

Herrenloser Müll verursacht hohe Kosten

Die Kosten für die ordnungsgemäße Entsorgung des illegalen Mülls muss zunächst der Landkreis tragen. Rund 60 000 Euro kostete das Entsorgen des herrenlosen Mülls im vergangenen Jahr. Eine Summe, die später in die Kalkulation der Müllgebühren mit einfließt.

Beim Landkreis gingen im vergangenen Jahr 108 Anzeigen wegen illegaler Abfallentsorgungen ein. Immer häufiger wird Müll, auch Sondermüll, illegal entsorgt. „Die Täter werden dabei immer dreister, fahren sogar mit Lastwagen in die Natur, um Müll im großen Stil loszuwerden“, sagt Kreissprecher Alexander von Uleniecki. „Dieses kriminelle Verhalten hat deutlich zugenommen.“

Salzwedel ärgert nicht nur, dass die Allgemeinheit die Kosten für die Müllsünden tragen muss. Sie bedauert auch, dass der Müll für Tiere tödlich sein kann. In der Region sei bereits Damwild gefunden worden, das Plastiksäcke gefressen hatte und danach verendet ist.

Wer Hinweise zur illegal entsorgten Dachpappe geben kann, meldet sich bitte bei der Försterei unter 03391/4 03 78 11 oder 0172/3 19 19 23.

 

 

Von Frauke Herweg

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