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Neuruppin Immer mehr gefährliche Abfälle im Wald
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Immer mehr gefährliche Abfälle im Wald
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14:41 15.08.2019
Mehrere Liter illegal entsorgtes Altöl wurden jetzt im Kyritzer Ortsteil Gantikow entdeckt. Quelle: Privat
Neuruppin

Auf den Feldern sowie in den Wiesen und Wäldern in Ostprignitz-Ruppin werden immer mehr gefährliche Abfälle entdeckt. Belief sich der gefährliche Müll, den der Landkreis ordnungsgemäß entsorgen ließ, im Jahr 2017 noch auf vier Tonnen, wurden im vergangenen Jahr sogar zehn Tonnen an Schadstoffen entdeckt, die einfach in der Natur entsorgt wurden. Dazu gehören Ölkanister, Asbestplatten, Dämmmaterial sowie Teer, sagte Myga Chrzanowski, die Sachgebietsleiterin Abfallwirtschaft bei der Kreisverwaltung, am Mittwoch in Neuruppin.

Mehr Schadstoffsammlungen vom Landkreis

Demnach hat der Kreis für das Entsorgen der Schadstoffe 2018 rund 4500 Euro gezahlt. Diese Kosten fließen in die Kalkulation für die neuen Müllgebühren ein, so Chrzanowski. Soll heißen, letztlich bezahlen sowohl die privaten Haushalte als auch das Gewerbe im Landkreis mit ihren Gebühren für das ordnungsgemäße Entsorgen des illegal abgeladenen Mülls.

Sozialdezernentin Waltraud Kuhne hat wenig Verständnis für die Umweltfrevler. „Alle Welt spricht von Umweltschutz.“ Beim ordnungsgemäßen Entsorgen des Mülls könne jeder anfangen, so Kuhne.

Auch Sachgebietsleiterin Chrzanowski kann sich den Frevel nicht erklären. Zum einen handele es sich bei dem Müll oft um Abfall, der kostenlos über die gelbe Tonne (für Verpackungen) oder bei den Umladestationen kostenlos abgegeben werden könne, wie Fernseher, Monitore und Kühlschränke. Zum anderen habe der Kreis seit 2017 extra die Zahl der Schadstoffsammlungen je Region von einer auf zwei im Jahr erhöht. „Das war nicht allein wegen der vielen herrenlosen Abfälle, sondern auch weil es verstärkt Nachfragen von Bürgern gab“, so Chrzanowski.

Polizei, Feuerwehr und Umweltamt im Einsatz

Beim Schadstoffmobil können Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Haushaltschemikalien wie Holzschutz- und Pflanzenschutzmittel sowie lösemittelhaltige Lacken und Farben, die nicht ausgehärtet sind, in „haushaltsüblichen Mengen“ kostenfrei abgegeben werden.

Gleichwohl werden immer wieder gefährliche Abfälle, die illegal entsorgt wurden, in der Natur gefunden. Erst Anfang der Woche entdeckten Biologen im Kyritzer Ortsteil Gantikow zufällig Dutzende Liter Altöl, Kühlschränke, Fernseher, Asbestplatten und Dachpappe in der Nähe des Gantikower Sees, der ein beliebtes Bade- und Angelgewässer ist. Polizei, Feuerwehr und das Umweltamt der Kreisverwaltung in Neuruppin rückten aus (die MAZ berichtete).

In dem Fall ermittelt die Polizei. „Das illegale Entsorgen von Abfällen ist kein Kavaliersdelikt“, betonte Dezernentin Kuhne. Vizelandrat Werner Nüse (SPD) sprach von einem „unverständlichen und verantwortunglosem“ Handeln.

Polizei hofft auf Hinweise

Die Polizei hofft auf Hinweise, um die Umweltfrevler von Gantikow ermitteln zu können. Ihnen droht ein Ordnungsverfahren und eine hohe Geldbuße. Allerdings sind bisher weder bei der Polizei noch beim Umweltamt der Kreisverwaltung Hinweise eingegangen, hieß es am Donnerstag.

Einen noch schlimmeren Fall von illegaler Müllentsorgung hatte es 2017 in Segeletz in der Gemeinde Wusterhausen gegeben. Dort lagerten im Wald fässerweise Altöl und Diesel. Entdeckt wurde dieser Frevel damals ebenfalls eher zufällig – durch einen Spaziergänger, der mit seinem Hund unterwegs war. Doch auch damals konnten die Umweltfrevler nicht ermittelt werden.

Von Andreas Vogel

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