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Neuruppin JFZ Neuruppin: Freiraum braucht mehr Personal
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin JFZ Neuruppin: Freiraum braucht mehr Personal
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18:49 15.01.2020
Daniel Dzienian und Alexander Golling (v.l.) leiten das Jugendfreizeitzentrum JFZ in Neuruppin. Quelle: Feliks Todtmann
Neuruppin

Vor der Tür der Alten Brauerei in der Fehrbelliner Straße stehen zwei rote Eimer mit Wischwasser. Drinnen fallen klimpernd Bierflaschen in ihre Kästen. Es ist Mittwochvormittag im Neuruppiner Jugendfreizeitzentrum (JFZ), die ehrenamtlichen Helfer beseitigen gerade die letzte Spuren des Wochenendes.

Am Sonnabend waren neben einigen lokalen DJs auch das Berliner DJ-Duo Lexy & K-Paul im JFZ zu Gast. „Wir hatten ein volles Haus“, sagt Daniel Dzienian, während er die letzten Glasscherben auf dem Boden zusammenfegt. Dzienian ist seit 2015 Vorstand des Vereins, der das JFZ betreibt.

Partys, Konzerte, Workshops – alles selbstorganisiert

„Das JFZ ist ein Freiraum, den die Jugendlichen selber gestalten sollen“, erklärt Daniel Dzienian. „Junge Menschen aus Neuruppin können hier lernen, wie sie Veranstaltungen, auf die sie Bock haben, praktisch umsetzen können“, ergänzt der JFZ-Veranstaltungsmanager Alexander Golling.

Volles Haus: Etwa 200 Leute kamen am Sonnabend zu Lexy & K-Paul in der Reihe „Feiern unter Freunden“. Quelle: Feliks Todtmann

Dazu gehören der Kontakt mit Künstlern, der Aufbau der Technik und die Organisation von Einlass und Bar. Der 31 Jahre alte Alexander Golling unterstützt die Jugendlichen dabei. Zur Zeit ist er der einzige fest angestellte Mitarbeiter des Vereins.

Enge Zusammenarbeit mit Neuruppiner Schulen

Golling ist Veranstaltungsmanager, Buchhalter, Licht- und Tontechniker, Hausmeister und Sozialarbeiter in einer Person – was gerade gebraucht wird. Alle anderen Helfer, vom Tresen bis zur Tür, arbeiten ehrenamtlich für das JFZ. „Damit stoßen wir an unsere Kapazitätsgrenzen“, erklärt er.

Neben Konzerten und Partys an den Wochenenden bietet das JFZ auch unter der Woche Raum für Workshops, Gruppentreffen, und Ausstellungen. „Wir kooperieren eng mit den Neuruppiner Schulen und anderen Institutionen der Stadt“, sagt Daniel Dzienian. Dafür braucht es aber jemanden, der ständig ansprechbar ist. „Das können die Ehrenamtlichen, die oft Schüler oder Azubis sind, nicht immer regelmäßig leisten“, ergänzt Dzienian.

2013 stand das JFZ kurz vor dem Aus

Gollings Stelle wurde erst im vergangenen Jahr mit Mitteln der Stadt Neuruppin geschaffen: Zwei Drittel bezahlt die Stadt, ein Drittel der Verein. Für die nächsten Jahre ist die Finanzierung gesichert. „Dafür sind wir den Stadtverordneten sehr dankbar“, sagt er.

„Das Interesse der Neuruppiner Jugendlichen am JFZ ist heute groß“, erklärt Daniel Dzienian. Das war nicht immer so: 2013 stand der Jugendklub kurz vor dem Aus – dem Verein fehlten schlicht die Leute, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. Mittlerweile zählt er rund 40 Mitglieder im Alter von 18 bis 40 Jahren. „Wir bekommen immer mehr Anfragen für Veranstaltungen.“

Das JFZ besteht es seit 1983, seit dem Jahr 2000 ist es in der Alten Brauerei an der Fehrbelliner Straße untergebracht. Quelle: Feliks Todtmann

„Wir freuen uns natürlich darüber, dass Jugendliche sich hier engagieren wollen“, sagt Alexander Golling, doch damit stoße der Verein auch an seine personellen Grenzen. Die Betreuung der Jugendlichen und das Organisieren der Veranstaltungen und des laufenden Betriebs ist für eine Person allein kaum zu stemmen.

„Weil wir unsere Jugendarbeit gern fachlich und qualitativ verbessern würden, brauchten wir eigentlich einen pädagogischen Mitarbeiter, der sich auch um die sozialen Belange der Jugendlichen kümmert“, erklärt er. Mehrfach hätte der Verein beim Landkreis bereits Anträge auf eine vom Land geförderten Sozialarbeiterstelle gestellt – bislang ohne Erfolg.

Von Feliks Todtmann

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