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Neuruppin Jäger schießen weniger Schweine als im Vorjahr
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Jäger schießen weniger Schweine als im Vorjahr
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18:58 19.11.2019
Die Jäger im Landkreis haben im Jagdjahr 2018/2019 genau 5046 Schwarzkittel erlegt – das sind gut 200 Wildschweine weniger als ein Jahr zuvor. Quelle: Friedrich Bungert
Neuruppin

Amtstierärztin Simone Heiland ist beunruhigt: Gerade ist ein zweiter Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) im Westen von Polen, nur 80 Kilometer entfernt von der Grenze Brandenburgs, bekannt geworden. „Die Schweinepest rückt näher“, sagt Heiland.

Zwar sei der Landkreis vorbereitet auf den Ausbruch dieser Krankheit, die für die Schweine tödlich und für Menschen ungefährlich ist. So gebe es inzwischen geeignete Sammelplätze, auf denen die Kadaver infizierter Schweine gelagert werden können, bevor sie entsorgt werden. Doch am liebsten wäre es Heiland, wenn die Schweinepest, gegen die es bislang keine Impfstoffe gibt, gar nicht erst nach Deutschland gelangen würde.

Heiland: Der Mensch ist Hauptgefahrenquelle

Ihre größte Sorge ist dabei der Mensch. „Er ist die Hauptgefahrenquelle“, sagt Heiland. Bereits ein weggeworfenes Wurstbrot mit Erregern, das von einem Wildschwein gefressen wird, reicht laut Experten, die Krankheit zu verbreiten. Deshalb wirbt das Veterinäramt seit Monaten unter den Jägern dafür, dass sie mehr Wildschweine schießen. Vergebens. Die sogenannte Schwarzwild-Jagdstrecke im Landkreis ist zuletzt sogar zurückgegangen: Wurden im Jagdjahr 2017/2018 noch 5263 Schwarzkittel in Ostprignitz-Ruppin erlegt, waren es ein Jahr später gut 200 weniger. „Motivation allein genügt nicht. Das Hauptproblem ist die schlechte Vermarktungsmöglichkeit“, sagt die Amtstierärztin. Denn die Händler zahlten kaum etwas für Wildschwein-Fleisch.

Um die Jäger dennoch bei der Stange zu halten, hat sich jetzt der Landwirtschaftsausschuss dafür ausgesprochen, die Gebühr für die sogenannte Trichinenschau bis Ende 2024 auszusetzen. Bei der Schau wird Wildbret, das für den Verzehr vorgesehen ist, nach Fadenwürmern untersucht, die beim Menschen zu Bauchschmerzen, Schwindel, Erbrechen und Durchfall führen kann.

500.000 Euro für ein Tierseuchenzentrum

Um beim Ausbruch von Tierseuchen zudem besser gewappnet zu sein, soll im Dachgeschoss des einstigen LEB-Gebäudes an der Alt Ruppiner Allee in Neuruppin ein Tierseuchenzentrum errichtet werden. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich nach derzeitigem Planungsstand auf etwa eine halbe Million Euro, sagte Kreissprecherin Eylin Roß am Dienstag auf Nachfrage.

Demnach sollen die Räume im Dachgeschoss für Tageskurse der benachbarten Kreisvolkshochschule genutzt werden können, wenn es gerade nicht Tierseuchen zu bekämpfen gibt. Bei Gefahren wie derzeit durch die Afrikanische Schweinepest könne es aber notwendig sein, die Räume im Dachgeschoss gleich über mehrere Jahre nutzen zu müssen, so die Kreissprecherin.

Matten aus Stahl schützen den Friedhof

Unklar ist dagegen, wann endlich die unteren Räume des einstigen LEB-Gebäudes umgebaut und dann als Außenstelle für die Schule am Kastaniensteg genutzt werden können. Der Landkreis hatte für die Arbeiten einen Zuschuss beim Land beantragt. Derzeit gibt es aber noch keinen Fördermittelbescheid.

Aufatmen kann derzeit indes Neuruppins Friedhofsverwalterin Susann Wernicke. Denn seitdem vor etwa acht Wochen Stahlbaumatten am evangelischen Friedhof eingebaut wurden, kommen keine Wildschweine mehr auf den Friedhof. Sie hinterlassen ihre Spuren auf dem Jerusalemhain, der nur wenige Meter entfernt ist.

Am evangelischen Friedhof in Neuruppin wurde nicht nur Matten aus Stahl eingebaut, die das Untergraben von Zäunen verhindern sollen. Quelle: Andreas Vogel

Von Andreas Vogel

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