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Neuruppin Kein Weihnachten für Wisente
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20:35 21.12.2016
Die Kolosse und Lieblinge im Tierparks: Daflorian und Spelunke (v.l.) mögen die kühle und ruhigere Jahreszeit gern. Dank ihres dichten Winterfells ist ihnen nie kalt. Quelle: Peter Geisler
Kunsterspring

Das Thermometer schwankt um den Gefrierpunkt, weiße Weihnachten sind auch nicht in Sicht und die Bäume haben ihr Blätterkleid längst abgeworfen. Doch den Wisenten Spelunke und Daflorian aus dem Tierpark Kunsterspring gefällt das kühle Wetter besser als die sommerliche Schwüle, erzählt Leiter Peter Mancke. In ihrem dicken, flauschigen Winterfell hocken die Rinder gemütlich auf dem Waldboden in ihrem Gehege. Nur schwerfällig erheben sich die Großtiere und wandern gemütlich zum Zaun, wo die Möhren landeten, die Mancke über die Absperrung schmiss – ihr Lieblingsessen.

Bulle Daflorian und Wisent-Kuh Fürana sind vor einem Jahr in den Park gekommen. Sie kamen, nachdem Bulle Fürst verstarb. „Viele ­Besucher haben gefragt wo der Bulle geblieben ist“, erzählt Wisent-Pfleger Frank Mothes von den Reaktionen der Besucher. Der Nachwuchs kam auch deshalb, weil Herden­chefin Spelunke mit ihren 23 Jahren schon im Wisent-Rentenalter angekommen ist. Fürana jedoch, das Patentier der MAZ, ist leider vor vier Wochen verstorben. „Sie hat zum Ende schlecht gegessen und auch schlechte Leberwerte gehabt“, berichtet der Tierpark­leiter.

Prächtige Entwicklung

Bulle Daflorian, dagegen, hat sich im vergangenen Jahr prächtig entwickelt. „Er hat ordentlich zugelegt“, bestätigt Frank Mothes. Wie viel weiß er jedoch nicht. „Wir haben nicht so eine große Waage“, sagt er und lacht. Und auch Spelunke fühlt sich noch nicht so alt und schiebt den Bullen Daflorian wie zum Beweis zur Seite – sie ist immer noch das Alphatier. Das sieht man auch, als ein Besucher zu nah an das Gehege tritt. Mit einem großen Satz steht sie am Zaun und drückt ihre nasse Schnauze durch das Gitter. Die Agilität hätte man den bulligen Großtieren, die bis zu 500 Kilogramm wiegen können, gar nicht zugetraut. „Die springen sogar bis zu 1,80 Meter in die Höhe“, sagt Tierparkleiter Mancke und klingt ein wenig stolz.

Auch bei Frank Mothes, er pflegt die Wisente schon seit mehr als 20 Jahren, schwingt ein wenig Stolz in der Stimme mit, wenn er sagt: „Die machen schon was her.“ Chefin Spelunke kennt er, seit sie im Tierpark angekommen ist. „Die hat schon ihren eigenen Charakter. Nicht umsonst heißt sie Spelunke“, sagt Frank Mothes und wirft ihr eine Möhre vor die Füße.

Pfleger Frank Mothes gibt dem Großen sein Lieblingsessen: eine Möhre. Quelle: Peter Geisler

Der junge Bulle steht mittlerweile am Zaun und lässt sich von Mothes mit einer Möhre füttern. „Na, mein Dicker?“, sagt er liebevoll und fügt hinzu: „Der wird auch mal wie Spelunke.“ Wie aufs Stichwort rangeln beide ein wenig miteinander. Doch Möhren sind genug da.

Die beiden haben sich nach der Ankunft von Daflorian im vergangenen Dezember auf Anhieb gut verstanden, erzählt Mothes. Das abgebrochene Horn von Wisentdame Spelunke hat nichts mit den beiden zu tun. „Die klemmte mal mit dem Horn irgendwo drin und hat es dann aus eigener Kraft abgerissen“, sagt Mothes. Auch wenn Spelunke noch kräftig ist, kann keiner der beiden sagen, wie lang sie noch lebt. Im Frühjahr soll eine neue Kuh kommen, die mit Daflorian irgendwann zusammengebracht werden soll. „Sie kommt wahrscheinlich aus dem Gehege aus Damerow (Mecklenburg-Vorpommern)“, sagt Macke. Von wo auch Daflorian stammt.

Dann könnten zum Weihnachtsfest im nächsten Jahr drei Tiere im Gehege stehen. Obgleich das Fest für die Tiere keine Rolle spielt, so Mancke. „Die merken das ja gar nicht“, sagt Mancke mit einem Lächeln. Folglich gibt es kein besonderes Futter – wahrscheinlich Möhren.

Der Tierpark in Kunsterspring

500 Tiere aus knapp 100 Arten leben im Tierpark Kunsterspring.

Heimische Tiere wie Rehe, Rotfüchse oder Dachse, die nicht so häufig in der Natur zu sehen sind, tummeln sich in dem Wald.

Gute Augen sind gerade im Winter gefragt, wenn der Wald farblich ein ähnliches Kleid trägt wie der Waldkauz.

Besonders auffällig dagegen ist das ungarische Wollschwein am Eingang des Parks. Mit seinen blonden Locken sieht es aus, als trüge es einen Pullover.

Das Highlight sind jedoch die Wisente Daflorian (3) und Spelunke, die nächstes Jahr bereits 24 Jahre alt wird. Im kommenden Frühjahr soll eine weitere Wisentkuh folgen.

Jeder, der möchte, kann für ein Tier seiner Wahl eine Patenschaft übernehmen.

Der erste im Tierpark geborene Luchs erblickte am 4. Mai 2010 das Licht des Waldes.

1966 pflanzten Lehrlinge der heutigen Waldarbeitschule einen Gehölzgarten, in dem bald ein verwaister Frischling aufgezogen wurde. Die heranwachsende Wildschweinrotte war die Basis für den heutigen Tierpark.

In den Wintermonaten ist der Park täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Lisa Neumann

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