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Neuruppin Warum Gnewikows marode Dorfstraße nicht saniert wird
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Warum Gnewikows marode Dorfstraße nicht saniert wird
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18:15 08.07.2019
Auf dem wackeligen Straßenpflaster in Gnewikow ist seit Jahren nur noch Tempo 10 erlaubt. Quelle: Peter Geisler
Gnewikow

Sollten sich die Gnewikower nach den jüngsten Ankündigungen Hoffnung gemacht haben, dass sich am Zustand ihrer maroden Ortsdurchfahrt endlich etwas ändert – jetzt ist sie endgültig geplatzt.

Nach mehreren Gesprächen mit der Kreisverwaltung ziehen die Stadtwerke Neuruppin ihr Angebot zurück, die Straße auf eigene Kosten zu sanieren und das Geld einzutreiben, wenn ein Gericht entschieden hat, wer die Verantwortung für den Zustand der Fahrbahn trägt. Damit hat sich die letzte Aussicht, dass sich in dem Neuruppiner Ortsteil bald etwas tun wird, in Luft aufgelöst.

Seit 2015 streiten sich der Landkreis, die Stadtwerke und mehrere Firmen über die Gutsstraße in Gnewikow. Die war damals aufwändig neu gepflastert worden. Doch die Pflastersteine aus Beton hatten sich schon kurze Zeit später wieder gelöst. Hunderte von ihnen liegen lose im Bett und klappern, sobald jemand darüber fährt.

Das Pflaster der Gutsstraße in Gnewikow ist seit Jahren kaputt, nachdem es erst 2013 aufwändig saniert wurde. Hunderte Steine wackeln, klappern und werden ab und zu von Autos aus dem Untergrund gerissen. Inzwischen wächst in den breiten Fugen Gras. Quelle: Reyk Grunow

Autofahrer merken oft, wie ihre Fahrzeuge auf dem schwammigen Untergrund zu schwimmen scheinen, mal mehr, mal weniger. Seit vier Jahren gilt auf der Straße für die meisten Fahrzeuge wegen der Unfallgefahr ein Höchsttempo von zehn Kilometern pro Stunde. Radfahrer dürfen dort gar nicht fahren.

Weil es sich um eine Kreisstraße handelt, ist der Landkreis für ihren Zustand verantwortlich. Der lehnt eine Sanierung aber ab, solange nicht eindeutig geklärt ist, wer die Misere verursacht hat.

Der Kreis will wissen, wer Schuld hat

Der Kreis glaubt, dass es Bauarbeiter im Auftrag der Stadtwerke waren. Die Stadtwerke halten die Planung der Straße generell für fragwürdig. Auch nach jahrelanger Gerichtsverhandlung war nicht zu klären, wer Recht hat.

Die Stadtwerke hatten schließlich einen Kompromiss angeboten. Sie würden die Fahrbahn jetzt im Interesse der Bürger sanieren und die Kosten übernehmen. Wenn der Schuldige gefunden ist, müsste der aber die Rechnung bezahlen.

Ostprignitz-Ruppins stellvertretender Landrat Werner Nüse: „So schlimm finde ich den Zustand gar nicht.“ Quelle: Peter Geisler/Archiv

Stadtwerke und Kreisverwaltung hatten daraufhin über einen möglichen Vergleich in dem Gerichtsstreit gesprochen. Inzwischen ist klar: Den wird es nicht geben.

Vize-Landrat Werner Nüse macht das Tochterunternehmen der Stadt Neuruppin verantwortlich: „Die Stadtwerke wollen sich nicht vergleichen“, sagt er nach den gemeinsamen Treffen. Das Unternehmen kontert. Was der Kreis vorgeschlagen habe, sei unannehmbar gewesen, sagt Geschäftsführer Thoralf Uebach: „Inzwischen liegen mehrere Gutachten vor, die völlig gegensätzlich ausfallen.“

Ob ein Gutachter je in der Lage sein wird, die Schuldfrage eindeutig zu klären, ist inzwischen sehr fraglich. Die Kreisverwaltung will weiter abwarten. Vize-Landrat Werner Nüse sieht offenbar keinen Grund zur Eile. „So schlimm finde ich den Zustand gar nicht“, befand er gerade im Kreistag.

Ortsvorsteher Matschoss: „Das müsste dem Landkreis doch peinlich sein“

Das bringt Ortsvorsteher Olaf Matschoss an die Decke. „Es gibt in ganz Deutschland keinen anderen Ort, in dem es verboten ist, mit dem Fahrrad hindurch zu fahren“, regt er sich auf. Die Gutsstraße ist für Radler seit Jahren tabu, und auf dem Gehweg dürften Erwachsen laut StVO auch nicht fahren: „Das müsste dem Landkreis doch peinlich sein.“

Der beruft sich bisher aber darauf, dass er Steuergeld nicht einfach verschwenden kann und deshalb eine Reparatur der Straße erst nach Abschluss des Gerichtsverfahrens möglich sei. Das kann noch Jahre dauern.

Matschoss will aber nicht noch einen Winter erleben, in dem kein Schnee geräumt werden kann, weil der Schneepflug die losen Pflastersteine aus dem Boden reißt. Er hält es für unverantwortlich, mit der Sanierung weiter zu warten. „Wir wissen alle, wie schnell die Baupreise steigen.“ Am Ende koste die Reparatur noch viel mehr Geld.

Von Reyk Grunow

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