Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Kräuterpfad stellt Pflanzen des Stadtparks vor
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Kräuterpfad stellt Pflanzen des Stadtparks vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:28 30.05.2018
Heilendes Mädesüß: Kräuterexpertin Yvonne Grunert stellte die Pflanzen des Kräuterpfads vor. Quelle: Frauke Herweg
Neuruppin

Löwenzahn lässt Kühe mehr Milch geben. Spitzwegerich lindert die Schmerzen nach einem Insektenstich. Und die gezackten Blätter des Mädesüß helfen bei Migräne. Ein Kräuterpfad informiert Besucher des Neuruppiner Stadtparks seit Kurzem über Heil- und Küchenpflanzen.

Acht Tafeln an Ententeich und Hauptweg versammeln Wissen über Verwendung und Mythologie der Kräuter. „Wir zeigen Kräuter, die man kennt – wenn auch nicht unbedingt mit Namen“, sagte Maria Döring vom Verein Esta Ruppin am Sonnabend bei der Eröffnung des Pfades.

Schau mal, was da wächst: Teilnehmer einer Kräuterführung schlagen nach. Quelle: Frauke Herweg

Der Pfad ist ein Ergebnis des Projektes „Durch Einander. Stadtdialog Neuruppin“, einer Gemeinschaftsarbeit des Museums Neuruppin und Esta. Seit Anfang vergangenen Jahres erforschten die Projektmacher, was Neuruppinern an ihrer Stadt gefällt und welche Wünsche sie an ihre Stadt haben.

Viele Neuruppiner gaben an, dass sie dass weitläufige Areal des Stadtparks sehr wohl schätzen. Allerdings empfinden sie den Park am Seeufer auch als vernachlässigt. Bei einer Wildkräuterführung im vergangenen Jahr war schließlich die Idee für einen Kräuterpfad entstanden.

Bleibendes Ergebnis eines Stadtprojektes

„Auch nach Projektende kann jeder diesen Pfad besuchen“, sagte Stephanie Lehr vom Museum Neuruppin. Nachdem sich eine Projektgruppe aus alten und neuen Neuruppinern zunächst mit Kräutern aus aller Welt beschäftigt hatte, wählte die Gruppe von den etwa 30 im Stadtpark vorkommenden Kräutern acht Pflanzen aus – das Feuchtigkeit liebende Mädesüß etwa oder das Klettenlabkraut, das sich so gerne an die Kleidung der Spaziergänger heftet.

Im Stadtpark wächst das unscheinbare Klettenlabkraut im Schatten hoher Bäume. „Es ist ökologisch sehr wertvoll“, sagte Kräuterexpertin Yvonne Grunert, die am Sonnabend die Pflanzen des Kräuterpfads vorstellte. „Das Klettenlabkraut ist ein Futterpflanze für vierzig bis 60 Insektenarten.“ Aus den Wurzeln des Krauts sei früher Wolle rot eingefärbt worden. Noch heute wird sein Lab-Enzym gebraucht – für die Herstellung von Chester-Käse.

Hilfreich bei Entzündungen: Gundermann. Quelle: Frauke Herweg

Heilend ist dagegen der Gundermann. „Wie alle Lippenblütler enthält er sehr viele ätherische Öle“, sagte Grunert. Sie helfen bei Entzündungen – die Blätter des Gundermann sind jedoch auch eine erfrischende Beigabe im Apfelsaft.

Ulrike Stinnes vom Neuruppiner Verschönerungsverein würde sich wünschen, dass der Stadtpark auch einen Baumpfad bekommt. Bislang fehlen dem etwa 45 Mitglieder starken Neuruppiner Verein jedoch die finanziellen Mittel für das Projekt.

Baumpfad-Projekt: Spender gesucht

Mitgliedsbeiträge und Spenden seien durch die Ausgaben für die Pflanzenampeln auf dem Schulplatz und Pflanzen für den Rosenkreisel weitgehend aufgebraucht, sagte Stinnes. „Wir sind beim Baumpfad also auf Unterstützung der Stadt oder weitere Spenden angewiesen.“ Etwa 1500 Euro, so hat man im Verein überschlagen, würden Schilder kosten, die die Bäume des Parks erklären.

Am Rand des Ententeichs leuchtet der Löwenzahn gelb. „Er ist essbar von der Wurzel bis zur Blüte“, sagte Grunert. Dabei, so die Kräuterexpertin, ist der Korbblütler durchaus gesund. Seine Bitterstoffe regen die Galle an. Das in seinen tiefreichenden Wurzeln enthaltene Inulin hilft, den Zuckerhaushalt von Diabetikern auszugleichen. Einige Pflanzenexperten schwören auf seine antioxidative Kraft: „Er hat ein Antitumorwirkung.“

Von Frauke Herweg

Im nächsten Jahr steht die Diamantene Hochzeit ins Haus: Monika und Joachim Zimpel aus Neuruppin verbindet so einiges – vor allem ihre Liebe zur Kunst. Sie malt, er fertigt Mathe-Keramiken.

30.05.2018

Vom Keller ins Dachgeschoss: Die Neuruppiner Jugendwehr hat neue Räume in der Feuerwache bekommen. Doch auch das neue Quartier ist nur eine Übergangslösung.

29.05.2018

Unter großem Beifall wurde die Neuruppinerin Barbara Gadow in Potsdam mit dem Brandenburger Lehrerpreis geehrt. Die 74-Jährige ist Vertretungslehrerin an gleich zwei Grundschulen.

28.05.2018