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Neuruppin Kreis verspricht Reparatur an maroder Straße in Gnewikow
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19:09 26.07.2019
Etwa 200 Bürger waren am Freitag nach Gnewikow gekommen. Dorthin kam das Team des RBB-Fernsehens mit dem blauen Robur. Quelle: Reyk Grunow
Gnewikow

Jetzt soll sich also doch schnell etwas am Zustand der maroden Gnewikower Gutsstraße ändern. Schon im kommenden Jahr könnte die Straße saniert werden. Dafür wollen sich Abgeordnete mehrerer Fraktionen im Kreistag stark machen. Das haben sie am Freitagabend in Gnewikow versprochen.

Bereits in der nächsten Woche will die Kreisverwaltung etwas unternehmen, um das wackelige Pflaster für Fahrradfahrer sicherer zu machen. Das sagte die Dezernentin Waltraud Kuhne den Gnewikowern zu.

Sie war als Stellvertreterin des Landrates auf Einladung des RBB-Fernsehens in den Neuruppiner Ortsteil gekommen. Die Gnewikower hatten nach jahrelangem Streit um ihre marode Straße das Team des blauen Robur zu Hilfe gerufen.

Zu gefährlich: Radfahrer müssen bisher absteigen

Etwa 200 Bürger kamen am Freitagnachmittag auf den Dorfanger, neben vielen Gnewikowern auch etliche Kreispolitiker.

So richtig scheint kaum noch jemand zu wissen, wann der Streit um das Wackelpflaster seinen Anfang genommen hat. War es nach der Sanierung 2013 oder schon bei den Reparaturen zuvor? Oder schon 2003, als der Landkreis die Ortsdurchfahrt von Gnewikow zum ersten Mal ausbauen ließ?

Die Stellvertreterin des Landrates, Waltraud Kuhne sagte zu, dass in der nächsten Woche erste Reparaturen erfolge werden. Eine Sanierung ist das aber noch nicht. Quelle: Reyk Grunow

Fest steht: Die Fahrbahn ist seit etlichen Jahren in so miserablem Zustand, dass die Verkehrsbehörde ein Höchsttempo von zehn Kilometern pro Stunde angeordnete hat. Fahrradfahrer dürfen dort gar nicht mehr fahren; für sie ist das schwammige Pflaster so gefährlich, das sie absteigen müssen.

Inzwischen zieht sich auch der Streit vor Gericht schon fünf Jahre hin, bei dem geklärt werden soll, wer Schuld am Zustand der Straße hat. Der Kreis hält Bauarbeiten der Stadtwerke Neuruppin für die Ursache. Der Stadtwerke gehen von Fehlern beim Straßenbau aus.

Trotz mehrerer Versuche konnten Gutachter bisher keine eindeutige Ursache ermitteln. Jetzt fordert das Landgericht eine weitere Expertise.

Kreis will Ende des Gerichtsverfahrens abwarten

So lange das Verfahren nicht abgeschlossen ist, sieht sich die Kreisverwaltung nicht in der Lage, die Kreisstraße reparieren zu lassen. „Ich verstehe die Unzufriedenheit der Menschen hier“, räumte Waltraud Kuhne ein.

Aber bei einer Sanierung würden eventuelle Beweise zerstört. Dann wäre die Ursache für die Schäden gar nicht mehr zu klären. Und der Kreis würde auf den geschätzten Kosten von 160 000 bis 200 000 Euro sitzen bleiben.

Fugen werden jetzt mit Brechsand aufgefüllt

In der kommenden Woche sollen immerhin die groben Fugen im losen Pflaster mit sogenanntem Brechsand gefüllt werden, sagte die Kreis-Dezernentin Kuhne.

Das Pflaster der Gutsstraße in Gnewikow ist spätestens seit 2014 kaputt. Quelle: Reyk Grunow

Gnewikows stellvertretendem Ortsvorsteher Steven Kranz war das etwas zu wenig: „Das ist ein erster Schritt, aber ein zu kleiner, finde ich.“ Mehr Zusagen machte Waltraud Kuhne aber nicht: „Ich kann hier nichts versprechen, was ich im Nachhinein vielleicht nicht halten kann.“

Das Bauamt des Kreises hofft, dass der Sand diesmal liegen bleibt. „Die derzeitige Anordnung für Radfahrerinnen und Radfahrer, auf diesem Abschnitt der Straße abzusteigen, könnte nach dieser Maßnahme und nach eingehender Prüfung durch das Amt für öffentliche Sicherheit und Verkehr, aufgehoben werden“, so der Kreissprecher Alexander von Uleniecki. Bei Tempo zehn bleibt es aber. Schon zur Sicherheit der Kinder am Jugenddorf.

Endgültig Lösung weiter nicht in Sicht

Der Kreistagsabgeordnete Siegfried Wittkopf (BVB/Freie Wähler) räumte ein, dass es längst eine Lösung geben könnte: „Uns trifft dabei eine gewisse Mitschuld.“ Der Kreistag hätte die Verwaltung längst anweisen können, die Straße erst zu sanieren und danach eine Lösung mit den Stadtwerken zu finden.

Genau so ein Beschluss soll nun bei der nächsten Sitzung fallen, sagten Sven Deter für die CDU, Ronny Kretschmer für Die Linke und Wittkopf für seine Fraktion zu.

Von Reyk Grunow

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