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Neuruppin Weniger Kröten auf Wanderschaft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Weniger Kröten auf Wanderschaft
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00:25 05.04.2019
Es ist wieder Wanderzeit – mit dem Männchen auf dem Rücken geht es zum Laichplatz.
Es ist wieder Wanderzeit – mit dem Männchen auf dem Rücken geht es zum Laichplatz. Quelle: Foto: Beate Vogel
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Banzendorf

Die Kröten sind unterwegs – bereits seit Mitte Februar sind die freiwilligen Helfer und die Naturwacht-Mitarbeiter wieder unterwegs, um die an den Zäunen aufgestellten Eimer zu leeren.

Die milde Witterung trieb Kröten, Molche, Frösche und Unken in diesem Jahr recht zeitig aus ihrem Winterquartier. Auf dem Weg zu ihren Laichgewässern müssen sie vielerorts auch Straßen überqueren. Die Schutzzäune sollen sie vor dem Verkehrstod bewahren.

Bereits am 16. Februar und am 18. Februar wurden deshalb die beiden Zäune am Kuhburgsberg bei Neuruppin (250 Meter) und am alten Zollhaus bei Dierberg (400 Meter) aufgestellt. Einige Todesopfer gab es aber dennoch bereits.

Weniger Kröten auf Wanderschaft

Bei Nachttemperaturen von fünf bis sechs Grad und feuchtem Wetter beginnen die Tiere in großer Zahl, sich auf den Weg zu machen. Doch die Schutzzäune versperren ihnen den Weg. Bei den Versuchen, diese zu umgehen, fallen sie in die Eimer, aus denen die Helfer sie dann befreien.

„In den vergangenen Tagen hatten wir allerdings gar nichts in den Eimern“, sagt Karen Steinberg von der Naturwacht Banzendorf. „Am Zollhaus waren es bisher 496 Tiere und am Kuhburgsberg 314. Moorfrösche, Teichfrösche, Teichmolche, Kammmolche, Knoblauchkröten und Rotbauchunken fanden die Helfer in den Eimern am Zollhaus, Erdkröten, Moorfrösche und Teichmolche am Kuhburgsberg.

In früheren Jahren haben wir meist um die 2000 Tiere gezählt.“ Bereits im vergangenen Jahr waren die Zahlen rückläufig.

Krötentunnel haben sich bewährt

Der extreme Temperaturwechsel in den vergangenen Wochen macht wohl auch den Kröten zu schaffen. „Wir hatten eine Woche schon nichts in den Eimern“, sagt Karen Steinberg. „Wenn es zu kalt wird, dann sind die Tiere klamm und machen auf den Straßen auch längere Pausen, so dass auch mehr von ihnen tot gefahren werden.

Mehr als 500 bis 800 Tiere werden es wohl in diesem Jahr nicht werden.“ Die Naturwachtmitarbeiterin vermutet, dass der heiße trockene Sommer des vergangenen Jahres dafür gesorgt hat, dass viele Gewässer ausgetrocknet sind und sich so weniger Jungtiere entwickeln konnten.

In Dannenwalde und Altglobsow im Landkreis Oberhavel, wurden bereits Krötentunnel gebaut, die sich sehr bewährt haben. Karen Steinberg hätte sich allerdings auch für die Kröten am Kuhburgsberg solch einen Tunnel gewünscht. Eine neue Infotafel wurde dort allerdings aufgestellt.

Die Naturwachtmitarbeiter appellieren an die Autofahrer, in diesen Abschnitten nicht schneller als 30 Stundenkilometer zu fahren.

Von Cornelia Felsch