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Neuruppin Kükenfutter für Tierpark Kunsterspring
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Kükenfutter für Tierpark Kunsterspring
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00:27 21.06.2019
Männliche Bruderküken landen millionenfach im Müll oder als Futtermittel im Zoo. Quelle: dpa
Neuruppin

Maschinell geschredderte Küken kommen bei ihm nicht in den Park. Das Zerkleinern übernehmen dort noch ganz traditionell die Tiere. Jeden Tag stehen rund 300 kleine Hähne auf dem Speiseplan des Neuruppiner Heimattierparks Kunsterspring, erklärt der Leiter Peter Mancke.

Die Bruderküken, die männlichen Hühner, mit denen er beliefert wird, werden vergast, da sie für die Fleischproduktion der Zuchtbetriebe nicht benötigt werden.

Rund 45 Millionen männliche Küken werden jährlich allein in Deutschland entweder vergast oder geschreddert. Auf dem gesamten Globus sind es ungefähr 2,5 Milliarden Küken, die aussortiert und getötet werden, weil sie keine Eier legen können und auch in der Massenfleischproduktion nicht verwendet werden wollen.

Bruderkükenstreit vor Gericht

Bruderküken stellen schon lange einen Streitpunkt zwischen Tierschützern und der Geflügelwirtschaft dar. Seit 2002 ist der Tierschutz in der Bundesrepublik im Grundgesetz verankert. Einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen, ist seitdem verboten.

Das nahm das Bundesland Nordrhein-Westfalen zum Anlass, die Tötung der männlichen Küken aus rein ökonomischen Gründen nicht mehr zu genehmigen. Mehrere Jahre lang gab es deshalb eine gerichtliche Auseinandersetzung, die vergangenen Donnerstag vorläufig vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig geklärt wurde.

Tötung vorerst weiterhin erlaubt

Wirtschaftlichkeit sei zwar kein „vernünftiger Grund“, so die Richter. Bis zur Entwicklung eines Verfahrens, das die Geschlechtserkennung vor dem Schlüpfen ermöglicht, sei die Tötungspraxis aber zunächst weiterhin erlaubt.

Bereits jetzt gibt es allerdings auch Initiativen, die sich um die verstoßenen Bruderküken kümmern. Eier, die diese Initiativen unterstützen, sind bislang aber teurer als die der Konkurrenz.

Ein Teil der getöteten Hühnchen landet indes direkt auf dem Müll. Andere wiederum werden vergast und dann als Tierfutter verwendet. Genaue Erhebungen, wie viele Tiere welches Schicksal erleiden, gibt es allerdings nicht. Im Neuruppiner Tierpark Kunsterspring werden sie den Raubvögeln, Reptilien und kleineren Raubtieren vorgesetzt, sagt Peter Mancke.

Küken, die Superfoods der Fleischfresser

Das sei notwendig, um eine artgerechte Haltung der Tierparkbewohner zu garantieren. „Die sind nun mal keine Vegetarier“, stellt Mancke klar. Und die Küken sind wegen der in ihnen enthaltenen Vitamine und Mineralien die Superfoods für Vögel, Schlangen & Co.

„Ich finde es persönlich auch nicht toll, Küken zu schreddern oder zu vergasen“, meint Peter Mancke. Aber er vermutet, die Tötungsmethoden seien bei Mäusen beispielsweise auch keine anderen. „Ein wichtiger Aspekt ist aber auch immer die Haltung während der Lebenszeit“, macht der Parkleiter klar.

Verbraucher müssten ihr Verhalten ändern

Vorerst macht sich Peter Mancke trotz des aktuellen Urteils keine Sorgen um die Versorgung seiner kleineren Fleischfresser. „In den nächsten ein bis drei Jahren ist wohl nicht mit einer Änderung zu rechnen.“ Mögliche Alternativen zu den Küken könnten zum Beispiel Mäuse sein, die seien dann allerdings wesentlich teurer.

Ansonsten bestehe auch die Möglichkeit des Imports der Küken aus Nachbarländern. Europaweit gibt es nämlich noch keine Vorstöße gegen das Kükentöten. „Die Lage dieser Tiere wird nur besser, wenn den Verbrauchern klar wird, dass sie nicht immer das Billigste kaufen können.“

Von Malina Aniol

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