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Neuruppin Ein Dank an den Schutzraum vieler DDR-Künstler
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15:46 30.12.2019
Eine Arche schmückt den neuen Altar der Friedenskirche. Bewusst hat Matthias Zágon Hohl-Stein dem Holz seine Narben gelassen, Spuren der Geschichte. Quelle: Stephanus-Stiftung
Karwe

Dass es so schwierig sein würde, einen Altar für eine Kirche zu entwerfen, hatte der Karwer Künstler Matthias Zágon Hohl-Stein nicht erwartet. Rund vier Monate hat er an dem Altar gearbeitet, sagt er selbst: „Ich hab’ die Ideen immer wieder verworfen.“ Ein Altar ist schließlich mehr als ein Kunstwerk, er hat auch eine religiöse Funktion. Kunst und Kirche – beides musste zusammenkommen.

Das ist es auch. In der Friedenskirche in Berlin-Weißensee ist der Altar von Matthias Zágon Hohl-Stein zu sehen. Ein Werk, aus Holz und Edelstahl mit einer Arche als zentralem Objekt.

Die Arbeit für die Friedenskirche war Hohl-Stein ein besonderes Anliegen. Wie Noahs Arche einst die Tiere schützend aufnahm, so gab die Kirche in Weißensee in den 80er Jahren Matthias Zágon Hohl-Stein Schutz.

In Neuruppin hat Matthias Zágon Hohl-Stein unter andere mit seinem Parzival am See aus Edelstahl für Aufsehen gesorgt. Quelle: Peter Geisler

Als junger Mensch hatte er Ende der 70er Jahre eine Anstellung als Grafiker am Hans-Otto-Theater in Potsdam gefunden. Ein absoluter Glücksgriff. Für mich war das die Stellung meines Lebens“, erinnert er sich.

Ende der 1970er wurde der Liedermacher Wolf Biermann aus der DDR ausgebürgert. Für viel Künstler war das ein Zeichen, endgültig mit diesem Staat zu brechen. Auch für Hohl-Stein. Er war damals auch in der Friedensbewegung aktiv, unter anderem zusammen mit dem Fotografen Harald Hauswald, einem der Gründer der bekannten Agentur Ostkreuz.

1980 stellte Hohl-Stein einen Antrag auf Ausreise aus der DDR. Genehmigt wurde der zunächst nicht. „Vier Jahre hat man mich hingehalten“, sagt er. Mit seiner Anstellung als Grafiker am Theater war da nichts mehr. „Das natürlich sofort vorbei“, sagt Hohl-Stein. Auch eine fast fertige Ausstellung musst er wieder abbauen.

Die Stephanus-Stiftung half Künstlern in der DDR

Wie ihm ging es vielen Künstlerkollegen, die die DDR verlassen wollten. Einigen hat die kirchliche Stephanus-Stiftung in Weißensee Arbeit geben, damit sie überhaupt einen Anstellung haben und einen gewissen Schutz vor staatlicher Drangsalierung.

Bis 1984 hat Hohl-Stein dort gearbeitet. Dann, im Januar, konnte er doch noch die DDR verlassen. Der Rechtsanwalt Wolfgang Vogel hatte das möglich gemacht.

Hohl-Stein zog nach Westberlin und gewann dort fast sofort einen renommierten Kunstpreis.

In der alten Schäferei bei Karwe nahe Neuruppin lebt und arbeite er als Künstler seit den 90er Jahren. Jetzt, 30 Jahre nach dem Mauerfall, sind die Stephanus-Stiftung und Kirchengemeinde Weißensee auf ihn zugekommen und haben gefragt, ob er ihnen eine neuen Altar und eine Kanzel entwerfen würde. Kurz vor Weihnachten hat Pfarrerin Tatiana Wagner beides geweiht.

Von Reyk Grunow

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