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Neuruppin Künstler und Neuruppiner gestalten Fontasialand
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16:33 12.06.2019
Nele Probst ist eine der Künstlerinnen, die die Grundidee für das Fontasialand auf dem Neuruppiner Braschplatz ersonnen hat. Quelle: Malina Aniol
Neuruppin

Große gelbe Birnen liegen auf dem ausgetrockneten Gras des Braschplatzes und laden zum Seelebaumelnlassen ein. Auf der Bühne üben Kinder waghalsig das Einradfahren. Gegenüber steht ein großer aus Europaletten gebauter Pavillon. Rundrum stehen große Skulpturen aus Weidengeflechten: ein begehbares Buch, ein See, ein entstehender Gedanke. Diese literarische Landschaft bildet das Fontasialand.

Doch das an Fontane angelehnte Kunstprojekt ist noch im Werden. Nele Probst will einen Ort erschaffen, an dem sich jeder austoben und seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Die ersten Gedanken der Künstlerin, als sie sich für das Kinder- und Jugendliteraturfestival „Querfelddrei“ bewirbt: „Wow, wow, wow, was für ein Platz! Vielleicht schaff ich das aber auch gar nicht“, erzählt sie. „Aber irgendwie hat mich der Ort nicht mehr losgelassen.“

„Wie Zeichnen in der Luft“

Schnell war für sie klar, dass sie die große, meist ungenutzte Fläche des Braschplatzes mit den Skulpturen aus Weidengeflechten, mit denen sie seit zwei Jahren arbeitet, bespielen will. Sie schaut zu dem begehbaren Buch rüber und sagt: „Das ist wie Zeichnen in der Luft“.

Im November war sie zum ersten Mal in Neuruppin. Schnell stand für sie fest, dass sie das Projekt machen will. Seit Ostern fuhr sie dann jedes Wochenende in die Fontanestadt, um in den Gärten von Neuruppinern an den Skulpturen zu arbeiten, weil ihr Berliner Atelier ist zu klein dafür. „Da kriegst du einfach den Schlüssel von den Leuten“, erzählt sie erstaunt über das Vertrauen der Neuruppiner, bei denen sie arbeiten durfte.

Ein Ort zum Schrauben, Malen, Hämmern

Der Braschplatz soll durch ihr Projekt zu einem Treffpunkt werden. Jeder ist seit Sonnabend eingeladen nachmittags zwischen 13.30 und 18.30 Uhr vorbeizukommen und die Skulpturen oder auch den Pavillon mitzugestalten. In diesem Zeitraum ist sie mit ihrer Berliner Künstlerkollegin Michaela Hartmann vor Ort, schraubt, malt, hämmert.

In dem Palettenbau gibt es viel zu entdecken – und viel Raum zum Basteln für alle. Quelle: Malina Aniol

Vormittags tummeln sich auf dem Platz verschiedene Schulkurse. Am Mittwochmorgen wurden Fische und Boote für den kleinen See gestaltet. Doch auch nachmittags kommen regelmäßig Leute vorbei. „Bisher ist das Konzept des Treffpunkts super aufgegangen.“ Manche kommen fast täglich zum Quatschen und Werkeln vorbei.

„Die Leute finden das toll und fragen, ob es das nicht länger geben könne.“ Das ist aber nicht vorgesehen. Der Kunstraum soll nach dem Abschlussfest am 18. Juni verschwinden.

Vorhänge für den Europalettenbau

Im Pavillon finden vormittags auch Poetry-Schreibkurse statt. Abends gibt es dann auf der Bühne um 18 Uhr eine Poetry-Slam-Show der Lyriker Mona Harry, Bas Böttcher und Volker Strübing.

Die beiden Künstlerinnen haben so viele Ideen, dass sie den Raum den ganzen Sommer bespielen könnten. Vielleicht wird es Koffer als Skulpturen geben, ein Hufeisen oder eine Allee, überlegt Hartmann, als sie durch ihre Skizzen blättert. Das hänge ganz davon ab, wer vorbeikommt.

„Es gab schon ganz süße Erlebnisse“ erzählt Probst, als sie sich erinnert wie ein Rentner mit mitgebrachten Gegenständen zum Pavillon kam, um diese einzubauen. Eine andere Frau hat für das Fenster des Palettenbaus Vorhänge mitgebracht. „Aber der Stoff war zu lang und sie hatte keine Nähmaschine. Da ist eine andere Frau für sie nach Hause gefahren, um sie zu kürzen.“ Ein Ort der Begegnung ist entstanden.

Von Malina Aniol

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