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Neuruppin Bewährungsstrafe für Drogen-Dealer
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01:16 18.05.2019
Ein 32-Jähriger wurde vom Landgericht Neuruppin wegen Drogenhandels verurteilt. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Neuruppin

Er bereue und bitte um eine Chance. Das gab der 32-jährige Angeklagte den Richtern vor der Urteilsberatung mit auf den Weg. Die erste Große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin hatte ein Einsehen: Sie verurteilte den gebürtigen Hennigsdorfer zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren, die sie zur Bewährung aussetzte.

Angeklagter zeigte sich reuig

Der Angeklagte hatte gestanden, zwischen April und Oktober 2015 zehn Mal jeweils ein Kilogramm Marihuana in Lindow erworben zu haben – von dem 2016 zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilten Mario G. (MAZ berichtete)

Bezahlt hat er nach eigenen Angaben pro Kilogramm 5 400 Euro, weiter verkauft hat er die Drogen mit einem Aufschlag von einem Euro bis 1,50 Euro je Gramm.

Außerdem hat er in seiner Neuruppiner Wohnung an einen Abnehmer viermal je 200 Gramm Marihuana und dazu Amphetamine verkauft.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung im Februar 2016 fand die Polizei neben Betäubungsmitteln rund 20 000 Euro Bargeld. „Das habe ich persönlich gezählt“, sagte der damals zuständige Polizeibeamte vor Gericht.

Angeklagter flog auf

Auf die Spur des Angeklagten kam die Polizei bei den Ermittlungen gegen Mario G. Der war 2015 verhaftet worden, nachdem sein damaliger Drogenkurier Sebastian K. bei der Polizei ausgepackt hatte. Diesen Zeugen hielt der Beamte für absolut glaubwürdig. „Ich habe ihm im vollen Umfang vertraut. Ohne ihn hätten wir Mario G. nichts beweisen können.“ Und dem Angeklagten wohl auch nicht.

K. hatte auf einem Foto den Angeklagten als einen der Käufer von Mario G. erkannt. Danach begannen die polizeilichen Ermittlungen gegen den bisher unbescholtenen Angeklagten.

Angeklagt waren 18 Drogenkäufe, zehn gab der 32-jährige gelernte Holzverarbeiter zu.

Er war damals arbeitslos und lebte von Sozialhilfe.

Angeklagter hat sein Leben im Griff

Seit damals ist der Angeklagte nicht mehr strafrechtlich aufgefallen. Seit drei Jahren hat er eine feste Arbeit. Das sprach für ihn, genauso wie die Tatsache, dass es so lange bis zur Verhandlung gedauert hat. Dass sei sein Glück, so der Vorsitzende Richter. Anderenfalls wäre eine Bewährungsstrafe kaum möglich gewesen.

Denn es sei „eine ordentliche Menge Zeugs“ gewesen, das der Angeklagte gewerbsmäßig vertrieben habe. Da hätte man auch mehr als die vom Staatsanwalt beantragten zweieinhalb Jahre verhängen können, so der Richter. Sie hätten sich aber zu einer Bewährungsstrafe entschieden. „Sie haben offensichtlich die Zeit genutzt, Ihr Leben in den Griff zu bekommen. Wir halten es nicht für sinnvoll, Sie jetzt daraus zu ziehen.“

Aber weniger als zwei Jahre Strafe seien nicht vertretbar. Zusätzlich muss der Angeklagte noch das durch die Straftaten Erlangte abzahlen – 72 000 Euro. „Sie haben genug damit zu tun, von den Schulden runterzukommen“, sagte der Richter. Deshalb sah das Gericht von einer Geldauflage ab.

Von Dagmar Simons

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