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Neuruppin Ausbau der A24: Auch das Land ist unzufrieden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Ausbau der A24: Auch das Land ist unzufrieden
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16:03 09.05.2019
Der Bund lässt die A24 zwischen Dreieck Havelland und Neuruppin derzeit neu bauen. Dabei soll es bei zwei regulären Fahrspuren pro Richtung bleiben. Geplant waren drei. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin besteht weiterhin darauf, dass die Autobahn A24 zwischen Neuruppin und dem Dreieck Havelland auf sechs Fahrspuren verbreitert wird. Landrat Ralf Reinhardt (SPD) hatte das Thema am Dienstag beim Besuch des Landeskabinetts in Neuruppin angesprochen.

Reinhardt sieht die Reaktionen der Landesregierung positiv. Erstmals habe Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) öffentlich eingeräumt, dass auch er mit dem Ausbau der Autobahn A24 unzufrieden ist.

Entgegen der ursprünglichen Planung lässt der Bund die Strecke derzeit nur mit vier Fahrspuren ausbauen, zwei pro Richtung. Lediglich zwischen Kremmen und Fehrbellin soll der Standstreifen so verbreitert werden, dass es bei besonders viel Verkehr per Ampel als dritte Fahrspur freigegeben werden könnte.

Baugenehmigung sieht sechs Spuren vor

Im Planfeststellungsbeschluss von 2011 war dagegen klar festgelegt, dass die A24 bis Neuruppin auf reguläre drei Spuren pro Richtung verbreitert werden soll. Dieser Beschluss ist quasi die Baugenehmigung.

Der Landkreis geht davon aus, dass der Bund mit seinem billigeren Ausbau gegen geltendes Recht verstößt. Gestützt fühlt sich Landrat unter anderen durch eine Expertise, die der wissenschaftliche Dienst des Bundestages vor wenigen Tagen vorgelegt hat (die MAZ berichtete).

Reinhardt hofft, dass das Land als zuständige Planungsbehörde nun Druck auf den Bund macht, den Ausbau der A24 noch einmal zu überdenken und so zu bauen, wie es beschlossen wurde. Auch Unternehmer- und Verkehrsverbände bestehen darauf.

ADAC besteht auf einem Ausbau

In Spitzenzeiten fahren bis zu 87.000 Fahrzeuge über die A24, haben Zählungen ergeben. Dass die Autobahn trotzdem nicht auf sechs Spuren verbreitert werden soll, hält Volker Krane für einen Skandal. Der Neuruppiner ist als Vorstand bei ADAC Berlin-Brandenburg für Verkehrsfragen zuständig.

„Die Hauptverkehrsader zwischen Hamburg und Berlin ist von großer Bedeutung, sowohl für die Wirtschaft als auch den Tourismus“, sagt er.

So sieht es auch Gunhild Brandenburg. Die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Ostprignitz-Ruppin hat am Dienstag auf Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach eingeredet, sich für eine Verbreiterung der A24 stark zu machen. „Für unsere Unternehmen ist diese Strecke existenziell“, sagt sie.

IHK äußert sich zu dem Thema nicht

Viele Firmen sind auf die Autobahn angewiesen, um nach Berlin oder Potsdam zu kommen – ohne ständig stundenlang im Stau zu stehen.

Enttäuscht war Gunhild Brandenburg, dass nicht auch andere Verbände wie etwa die Industrie- und Handelskammer (IHK) zum Ministerbesuch gekommen waren, um für Ausbau der A24 zu protestieren. Doch die IHK Potsdam zeigt sich bei dem Thema generell zugeknöpft. Offiziell will sich ihr Sprecher Detlef Gottschling zu dem Thema gar nicht äußern.

Das Bundesverkehrsministerium begründete seine beauftragte Sparvariante der neuen A24 mit der Entwicklung des Verkehrs. Der Bund geht davon aus, dass die Zahl der Fahrzeuge auf der A24 in den nächsten Jahren abnehmen wird.

Zweifel an der Verkehrsprognose des Bundes

Das hält der ADAC für unrealistisch. „Die Verkehrszahlen des Bundesverkehrsministeriums erscheinen uns nicht überzeugend. Insbesondere an Wochenenden ist die Autobahn regelmäßig stark überlastet“, beklagt Volker Krane. Besonders dramatisch sieht es auch zu Ferienzeiten aus.

Landrat Reinhardt ist entschlossen weiterzukämpfen. „Wir bleiben hartnäckig“, versichert er nach dem Treffen mit der Landesregierung. Er fürchtet, dass die jetzt vorgesehene Lösung für noch mehr Verkehrsprobleme in der Region sorgen könnte.

Landrat hofft auf Erweiterung zu späterer Zeit

Wo sollen die Autos hin, wenn die provisorische dritte Fahrspur in Spitzenzeiten bei Fehrbellin endet und die Autobahn Richtung Norden wieder schmaler wird? Reinhardt: „Diesen Flaschenhals bei Fehrbellin müssen wir vermeiden.“

Der Landrat glaubt, dass der Druck auf den Bund zum sechsspurigen Ausbau aufrecht erhalten werden muss, damit die zwei Standstreifen zwischen Kremmen und Neuruppin nachgebaut werden.

Das werde zwar sicher nicht von heute auf morgen passieren, so Reinhardt. Gleichwohl sieht der Landrat Chancen – weil die Autobahnbrücken, die gerade saniert werden, breit genug auch für die Standstreifen sein.

Von Reyk Grunow und Andreas Vogel

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