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Neuruppin Marlene Jaschke sagt nie wieder vielleicht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Marlene Jaschke sagt nie wieder vielleicht
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23:53 01.12.2019
Marlene Jaschke im Neuruppiner Kulturhaus Stadtgarten Quelle: Regine Buddeke
Neuruppin

So kennt man sie, so liebt man sie: Tarnfarbenes Kostüm in fahlem Beige, Schluppenbluse, Hütchen und der altjüngferliche Charme der Chefsekretärin – ein Ausbund an Unsexyness aber mit liebendem Herzen und lockerer Zunge. Marlene Jaschke ist Kult. Komikerin Jutta Wübbe hat die liebenswert-schrullige Kunstfigur vor 32 Jahren erfunden und seitdem erheitert sie auf vertrauensvoll-plauderige Art ihre Fans. Am Samstag brachte sie im Neuruppiner Kulturhaus Stadtgarten den ausverkauften Saal zum Toben – Motto „Nie wieder vielleicht“.

Es ist nicht das, was sie erzählt. Es ist die Art, wie sie es erzählt, die sie so unwiderstehlich macht: Marlene Jaschke – bürgerlich Jutta Wübbe – gastierte einmal mehr in Neuruppin und plauderte sich die Seele aus dem leib.

Sie redet sich warm. Es ist nicht das, was sie erzählt. Es ist die Art, wie sie es erzählt, die sie so unwiderstehlich macht. Mit Kulleraugen hinter dicken Brillengläsern staunt sie nicht schlecht. Da habe sie, so erzählt sie treu-naiv und sehr plastisch-detailliert kurz vor der Pause, doch endlich ein Date mit dem smarten Herrn Tramstedt, er habe sie eingeladen. Dafür habe sie eigens ein Kleid gehäkelt. Für sich, nicht für Herrn Tramstedt. Ein Berg aus Wolle. Mit diesem Cliffhanger schickt sie die Zuschauer erst einmal in die Pause.

Tastenklimpernd lockt der Pianist mit einem Klassik-Motiv mit eingebautem Kuckuck-Ruf, zögernd kommt Marlene Jaschke auf die Bühne. Mit gramgebeuteltem Gesicht. „Das schöne Kleid“, barmt sie. „Ich bin da irgendwo hängengeblieben.“ Das reicht, den Saal zu Lachsalven zu animieren. Sie denkt laut und weitschweifig, ob man es wohl hinter der Bühne reparieren lassen könne. „Ach ne“, näselt sie im pikierten Hamburger Slang. „Dann flicken die das, oder machen gar nen Keil rein.“ Sie wartet lieber seufzend ab.

Vor 32 Jahren erfand Komikerin Jutta Wübbe die Kunstfigur Marlene Jaschke

Zumal der Tramstedt sie eh nicht lieben würde. Da muss sie auch nicht zwingend Bordüre an dessen Hochwasserhosen nähen. Es ist köstlich, wie sie mit wichtiger Miene die Details des Dates erzählt – in einer Art, als wenn ein Schüler einen Aufsatz verliest. „Und dann stand ich wieder auf der Straße“, klagt sie. Gelächter. Herrlich, wie sie alle im Saal an ihren verschroben-kleinbürgerlichen Gedankenirrgängen teilhaben lässt – mit trockenem Pathos.

Sie plaudert mit spitzer Zunge über ihre Freundin, dann gibt es ein paar Witze, über die sie sich selber so vor Lachen krümmt, dass sie dem Pianisten fast in den Schoß fällt, beim Versuch, das Klavier zu erklimmen. Was bleibt ist ein Hexenschuss. „Nun is aber auch mal gut“, wiederholt sie mehrfach und kommt zum nächsten Witz. „Herrrrlich“, kreischt sie und man freut sich mit ihr. „Haben sie den verstanden?“, fragt sie und der Saal lacht noch mehr. Und Marlene Jaschke plaudert und plappert und plaudert.

Von Regine Buddeke

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