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Neuruppin Mehr Busse für die Neuruppiner Dörfer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Mehr Busse für die Neuruppiner Dörfer
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16:28 28.03.2019
In den Dörfern rund um den Ruppiner See soll der Bus öfter halten. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Wer am Sonnabend aus Karwe nach Neuruppin will, muss entweder ein eigenes Auto besitzen oder er schwingt sich aufs Fahrrad. Wenn beides nicht klappt, bleibt nur zu laufen oder notfalls ein Taxi. Busse fahren in Karwe zwar ziemlich häufig. Häufiger jedenfalls, als in vielen anderen Dörfern. Aber nur an Wochentagen.

Karwes Ortsvorsteher Siegfried Pieper hat dafür kein Verständnis mehr. „Gerade für die älteren Menschen ist der Nahverkehr essenziell wichtig“, sagt er. Heißt: Die Dörfer brauchen mehr Busse.

Im ganzen Land wird derzeit über den Ausbau des Nahverkehrs diskutiert und darüber, wie man es erreicht, dass weniger Menschen mit dem eigenen Auto unterwegs sind.

Bisher nur eine vage Idee

Aus Sicht der Neuruppiner SPD gibt es dafür zumindest rund um Neuruppin eine naheliegende Lösung: Die Neuruppiner Sozialdemokraten fordern, einen Ringbus einzurichten, der mehrmals am Tag rund um den Ruppiner See die Neuruppiner Ortsteile mit der Stadt verbindet.

Wie genau dieser Bus fahren will, da will sich Nico Ruhle, der Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Stadt, nicht festlegen. Klar ist aber: Er soll möglichst viele Dörfer anfahren.

Gnewikow fordert Busse auch in den Ferien

„Es ist wichtig, dass wir besser an die Stadt angebunden werden“, sagt auch Gnewikows Ortsvorsteher Olaf Matschoss. Die Idee der SPD findet er deshalb „ganz toll“. An normalen Wochentagen fahren zwar Busse mehrfach am tag durch seinen Ort. Aber nur während der Schulzeit. „Wichtig wäre, dass es auch in den Ferien ein Angebot gibt“, sagt Matschoss.

Die Idee umzusetzen dürfte allerdings nicht einfach sein. Der Nahverkehr ist laut Landesgesetz eine Angelegenheit der Landkreise. Die entscheiden, welche Buslinien sie betreiben sollen, den sie müssen im Zweifel auch dafür bezahlen.

Landkreis: Nahverkehr in den Ortsteilen „überdurchschnittlich gut“

Bei der Kreisverwaltung in Neuruppin herrscht Skepsis, was die Idee eines Ringbusses um den Ruppiner See angeht. Anders als Karwes Ortsvorsteher Siegfried Pieper sieht der Landkreis dafür eigentlich keine Notwendigkeit.

„Der Nahverkehr in den Neuruppiner Ortsteilen ist aus Sicht des Kreises überdurchschnittlich gut“, sagt Kreissprecherin Britta Avantario.

Die größeren Ortsteile von Neuruppin seien „besser angebunden als die kleineren Ortsteile“, räumt sie ein. Doch im Nahverkehrsplan – dem Konzept für den Ausbau des Busnetzes – sei vorgesehen, dass Busse wenigstens dreimal jeden Werktag anfahren sollen. Das sei überall erfüllt.

Busgesellschaft fehlt Personal

Das Geld ist dabei nicht das einzige Problem. Um mehr Busse anbieten zu können, müsste die Busgesellschaft ORP auch mehr Personal haben. Doch die Tochtergesellschaft des Kreises hat schon jetzt erhebliche Schwierigkeiten, genügend Fahrer zu finden. Händeringend sucht die ORP Leute, die sich zutrauen, einen Bus zu steuern.

Nico Ruhle weiß das und kennt auch die anderen Bedenken. „Uns ist klar, dass das Geld kostet“, räumt Nico Ruhle ein. Aus seiner Sicht wäre es zwar gut, wenn die Busgesellschaft ORP solche einen Ringbus anbieten könnte. Aber vielleicht ließe sich dafür auch eine andere Lösung finden. Schließlich gebe es auch Gegenden, in denen solch ein Transportangebot von Freiwilligen betrieben wird.

Das Argument, die Ortsteile seine besser angebunden als die meisten anderen Orte, lässt er nicht gelten. „Wenn der Bus in den meisten kleine Orten nur zweimal am Tag hält, muss man sich damit nicht zufriedengeben“, sagt er.

Die Stadt müsste zusätzliche Busse bezahlen

Auch Ortsvorsteher Pieper macht das Argument der Kreisverwaltung sauer: „Dann sollen die Leute beim Landkreis doch mal mit dem Bus fahren und nicht immer nur mit dem eigenen Auto.“

Theoretisch wäre es durchaus möglich, den Busverkehr zu verbessern, sagt Kreissprecherin Britta Avantario: „Sofern zusätzliche Mittel durch die Stadt Neuruppin bereitgestellt werden.“ Neuruppin müsste das also bezahlen. Die Neuruppiner SPD hat es in ihr Programm für Kommunalwahl geschrieben.

Von Reyk Grunow

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