Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Ein hervorragender Schiedsmann
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Ein hervorragender Schiedsmann
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:12 18.11.2018
Achibert Bauer (2. v. l.) wird von Justizminister Stefan Ludwig (Linke, l.) ausgezeichnet. Auch Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde und Sozialrichter Andreas Roß (r.) gratulieren. Quelle: Andreas Vogel
Liebenberg/Neuruppin

Viele Worte sind nicht sein Ding. Der Diplom-Chemiker Achibert Bauer hört lieber zu. Und fragt nach. Meist bei wildfremden Leuten, die Hilfe suchen. Denn Achibert Bauer ist eine von drei Schiedspersonen in Neuruppin.

Seit 25 Jahren versucht er, Streitfälle zu schlichten. Meist geht es dabei um Nachbarschaftsprobleme, wie den zu groß gewordenen Baum an der Grundstücksgrenze, Lärm, Schmutz oder herüberhängende Äste. Mehr als 230 Fälle dieser Art hat Bauer in den vergangenen 25 Jahren betreut. Dafür zecihnete ihn am Sonnabend Justizminister Stefan Ludwig (Linke) auf Schloss Liebenberg (Oberhavel) mit einer Urkunde aus.

Schlichten ist besser als richten

Achibert Bauer ist ein hervorragender Schiedsmann“, lobte Ludwig und betonte, wie wichtig dieses Ehrenamt sei. Sorgten die Schiedsleute doch dafür, dass nicht jeder Streit gleich vor dem Gericht lande. Vielmehr müssen sich Nachbarn bei Streitigkeiten zunächst an eine Schiedsperson wenden. Das entlaste die Justiz und führe meist eher zum Erfolg, sagte Ludwig. „Schlichten ist besser als richten“, betonte der Minister und verwies darauf, dass die Erfolgsquote in Brandenburgs Nordwesten bei gut 60 Prozent liegt. Das sei die Spitzenquote im Land.

„Nachbarschaftsstreit ist Gift für die Gemeinschaft“, sagte auch Andreas Roß, Vorsitzender des Bezirksverein der Schiedsleute im Bereich des Neuruppiner Landgerichts. Den Streit anderer in der eigenen Freizeit zu schlichten, bezeichnete Roß als Berufung.

Es gibt keinen Verlierer

Hinzu komme, dass es kein Urteil wie bei einem Gerichtsverfahren gebe, sondern eine schriftlich fixierte Einigung, einen Vergleich, auf den sich die Parteien in dem nichtöffentlichen Verfahren einigen. „Damit gibt es keinen Verlierer“, sagte Roß, der Sozialrichter am Sozialgericht in Neuruppin ist und seit 24 Jahren auch Schiedsmann.

Andreas Roß ist ein Fan von Schiedsverfahren, die vor gut 190 Jahren in Preußen eingeführt worden sind. „Schiedsleute nehmen sich viel mehr Zeit für einen Fall, als das ein Richter könnte“, so Roß. Schiedsleute könnte damit viel besser auch den Ursprung des Streits finden. „Wir haben immer dann gewonnen, wenn die Parteien wieder miteinander reden“, sagt Roß.

Die Leute reden kaum noch miteinander

Das sei jedoch keinesfalls selbstverständlich. „Die Leute reden weniger miteinander“, hat Achibert Bauer festgestellt. Jeder glaube, im Recht zu sein und sei nicht bereit, auch mal zurückzustecken. Dabei ließen sich viele Sorgen relativ leicht mit einem klärenden Gespräch lösen.

Achibert Bauer hat Geduld, er kann zuhören und ist dennoch eine Autoritätsperson“, lobte Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) und bedankte sich mit einer Flasche Wein bei Bauer für seine ehrenamtliche Arbeit. Die blieb am Sonnabend aber zunächst geschlossen. Schließlich war auf Schloss Liebenberg für gut 50 Schiedsleute erst einmal Fortbildung angesagt – zur Mediation am Landgericht Neuruppin.

Von Andreas Vogel

Die Gnewikower haben bei ihrem jährlichen Herbstputz auch illegal abgeladenen Müll am Uferweg entfernt. Der hatte zu einem Konflikt mit dem Jugenddorf geführt, dem Eigentümer des dortigen Geländes. Die Aufräumaktion soll den Konflikt beilegen. Denn das Jugenddorf hatte rigoros auf den Müll reagiert.

19.11.2018

Zum 13. Internationalen Lichtworkshop kamen Studenten der Hochschule Wismar nach Neuruppin und setzten mit ihren Lichtideen einen Teil der Stadt mit Predigerwitwenhaus und Klappgraben in Szene – mit einer schinkelschen Überraschung gleich am Eingang.

18.11.2018

Der neue Vorsitzende des Tierschutzvereins Ostprignitz-Ruppin, Peter Lenz, forderte bei der Jahresversammlung in Nietwerder die Einführung der Kastrationspflicht für Katzen, die es bis jetzt nur in zwei Brandenburger Städten gibt.

18.11.2018