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Neuruppin Das Geld der Stadt reicht nur für einen Spielplatz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Das Geld der Stadt reicht nur für einen Spielplatz
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16:56 26.11.2019
Neben der Montessorischule in Neuruppin wird gerade ein neuer Spielplatz aufgebaut. Er kostet 140.000 Euro. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

Der neue Spielplatz am Neuruppiner Rosengarten ist schon deutlich zu erkennen. Seit zwei Wochen sind die Mitarbeiter einer Firma aus Kloster Lehnin dabei, die Geräte aus Edelstahl aufzubauen. Bis Ende des Jahres soll der Platz fertig sein – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

Rund 140.000 Euro steckt die Stadt Neuruppin in den Neubau. Eine riesige Summe, verglichen mit dem, was üblicherweise im Stadthaushalt für Kinderspielplätze zur Verfügung steht. 50.000 Euro sind es im kommenden Jahr insgesamt.

Die fließen 2020 komplett nach Molchow. Dort soll ein völlig neuer Spielplatz errichtet werden. Darauf hatten sich die Stadtverordneten am Montag im Hauptausschuss geeinigt. Für die mehr als 30 anderen Spielplätze in der Verantwortung der Stadt gibt es deshalb aller Voraussicht nach keinen einzigen Euro. Kaputte Wippen, Schaukeln oder Rutschen können nach der aktuellen Haushaltsplanung 2020 weder repariert noch ersetzt werden.

Der Molchower Dorfanger mit dem einsamen Glockenturm steht unter Denkmalschutz. Quelle: Regine Buddeke

Dem Hauptausschuss war das bewusst. Trotzdem hat er sich für den Ortsteil entschieden. Ortsvorsteher David Kissner hatte sich an die Abgeordneten gewandt. „In Molchow ist einer der wenigen Ortsteile ohne Sportplatz oder Spielfläche für Kinder“, sagt er. Es gebe überhaupt keine Fläche, die nur für Kinder bestimmt sei. Dabei würden gerade in den vergangenen Monaten viele junge Familien mit Kindern ins Dorf ziehen.

Unterstützung für Molchow

Einzige Möglichkeit, einen Spielplatz zu bauen, wäre der Dorfanger, sagt Kissner. Nur diese Fläche gehöre noch der Stadt. Der Dorfanger steht zwar unter Denkmalschutz. Die Denkmalbehörde habe der Idee, dort einen Spielplatz auszubauen, aber schon zugestimmt. Ohnehin wünschen sich die Molchower keine große Kletterlandschaft. Zwei, drei Spielgeräte würden schon genügen, sagt der Ortsvorsteher.

„Ja, die Molchower haben einfach das Recht auf diesen Spielplatz“, stimmte Michael Peter, Stadtverordneter und Ortsvorsteher in Gühlen-Glienicke, seinem Kollegen zu. Aber könnte der nicht auch anders bezahlt werden? Vielleicht mit Geld aus dem Budget von 150.000 Euro, das den Ortsteilen jedes Jahr zur Verfügung steht?

Um nicht alle Spielplätze in Gefahr zu bringen, hatte der Sozialausschuss den Antrag aus Molchow vor wenigen Tagen abgelehnt. Peter wollte vermeiden, dass das Projekt im Hauptausschuss beerdigt wird.

Kämmerer Dumalsky: Neuruppins Haushalt ist ausgereizt

Im Haushalt der Stadt sahen sie meisten Abgeordneten für 2020 keine Möglichkeit mehr, weitere 50.000 Euro unterzubringen. Kämmerer Thomas Dumalsky hatte mehrfach vor weiteren Wünschen gewarnt, die den bisherigen Plan für 2020 ins Wanken bringen. Dass Molchow dringend einen Spielplatz braucht, sahen die meisten Abgeordneten aber ein.

Welche Folgen das für die anderen Anlagen hat, ist noch ungewiss, räumte Baudezernent Arne Krohn am Dienstag ein. Die Stadtverwaltung prüfe noch einmal, ob sich nicht doch noch ein wenig Geld an anderer Stelle sparen lässt, um wenigstens etwas für die restlichen Spielplätze zu haben.

Von Reyk Grunow

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