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Neuruppin Mehrkosten: Bau der Molchowbrücke wird noch teurer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Mehrkosten: Bau der Molchowbrücke wird noch teurer
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01:17 19.11.2018
Die Bauleute sind gerade dabei, die letzten Reste der alten Molchowbrücke abzutragen. Quelle: Christian Schmettow
Molchow

Die Baufirmen haben gerade erst mit den Arbeiten begonnen – schon soll die neue Rhinbrücke in Molchow erneut teuer werden. Das kündigte Neuruppins Baudezernent Arne Krohn am Donnerstag im Bauausschuss der Stadt an.

Ursprünglich sollte die Brücke einmal 740.000 Euro kosten, dann musste die Stadtverwaltung ihre Schätzung auf 2,1 Millionen Euro nach oben korrigieren. Jetzt ist klar, dass auch die nicht ausreichen werden.

Die Baufirmen sind derzeit dabei, die Reste der alten Brücke zu beseitigen. Die sogenannten Widerlager aus Beton wurden bereits zerkleinert und abtransportiert. Auch die Rampen, die links und rechts des Rhins für die Zufahrten zur bisherigen Brücke aufgeschüttelt wurden, sind inzwischen abgetragen.

Neuer Mann für den Tiefbau der Stadt

„Wir hoffen, dass wir in der nächsten Woche die Reste der alten Brücke demontieren können“, sagt Norman Gröer, der seit Kurzem den Tiefbaubereich im Rathaus leitet.

Die Baufirmen hätten jedoch schon kurz nach dem Beginn der Arbeiten Mehrkosten angemeldet. Wie hoch die sein werden, könne derzeit noch niemand sagen, so Krohn.

Unter anderen wollte die Stadt das Material für die alten Zufahrten zur Brücke abbaggern lassen und für die neue Brücke wieder verwenden, um Geld zu sparen. Das klappt so offenbar nicht. Der Boden „ist verunreinigt“ und von Wurzeln durchsetzt, sagt Krohn. Um die Erde wiederverwenden zu können, müsste sie aufwendig gereinigt werden. Oder es muss gleich neuer Aushub besorgt werden, so Krohn. Beides kostet mehr Geld.

CDU-Mann Gayck stellt den Bau infrage

Michael Gayck (CDU) hielt mit seinem Ärger nicht hinterm Berg. „Ich bin schon ziemlich erbost“, platzte es aus ihm heraus. Hätte die Stadt den Boden der Rampen nicht vorher prüfen müssen? Gayck hatte schon früher infrage gestellt, ob 2,1 Millionen für eine Fußgänger- und Fahrradbrücke angemessen sind. Das wiederholte er am Donnerstag. „Was würde es kosten, wenn wir jetzt sofort aufhören?“, wollte er vom Bauamt wissen.

Auch das wäre teuer, so Krohn nach einigem Zögern. Allein die Planung habe mehrere Hunderttausend Euro gekostet, die wären dann verloren. Und die Firmen könnten von der Stadt Schadensersatz verlangen, schließlich haben sie rechtskräftige Verträge für den Bau.

Für André Ballast (SPD) aus Nietwerder kommt ein Baustopp überhaupt nicht infrage: „Ein Zurück kann es nicht mehr geben. Da müssen wir jetzt durch.“ Nicht nur die Einwohner von Molchow hätten ein Anrecht darauf, dass endlich eine neue Brücke gebaut wird.

Stadt soll Qualitätsplan im Baubereich vorlegen

Die Abgeordneten sind nach dem jahrelangen Streit um die Brücke zunehmend gereizt. Aber auch bei Baudezernent Krohn zerrt das Vorhaben immer mehr an den Nerven. „Wenn wir im Sommer das Band durchschneiden, mache ich drei Kreuze“, gestand er im Ausschuss verärgert.

Die Fraktion von CDU und FDP fordert mehr: Sie erwartet, dass die vielen Baupannen der vergangenen Monate Konsequenzen haben, nicht nur die Pannen bei der Molchowbrücke. Sie fordert, dass die Stadtverwaltung bis Ende Januar ein Qualitätsmanagement für Bauvorhaben ausarbeiten soll, um Mängel früher zu entdecken und damit Kosten und Zeitplan sicher einhalten zu können.

Krohn unterstützte den Vorstoß. „Dieses Anliegen ist auch unser Anliegen“, versicherte der Baudezernent: „Im Grund rennen Sie da offene Türen ein“ – auch wenn es natürlich bereits ein Qualitätsmanagement im Rathaus gebe.

Von Reyk Grunow

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