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Neuruppin Molchowbrücke: Ende des Baustopps erneut ungewiss
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Molchowbrücke: Ende des Baustopps erneut ungewiss
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17:20 13.08.2019
Auf der Baustelle für die Molchowbrücke in Molchow tut sich seit Wochen gar nichts. Quelle: Reyk Grunow
Molchow

Seit Monaten ruht die Baustelle für die neue Rhinbrücke in Molchow – und daran wird sich so bald auch nichts ändern. Eigentlich sollten die vorgefertigten Stahlteile für die neue Molchowbrücke in diesen Tagen angeliefert und fertig montiert werden.

Für den 26. August war geplant, die fertige Konstruktion an ihren endgültigen Platz auf den neuen Fundamenten an den Ufern des Rhin zu hieven. Aber daraus wird nichts. Die Brücke kann nicht geliefert werden. Der gesamte Bau verschiebt sich schon wieder. Um unbestimmte Zeit.

Neuruppins Baudezernent Arne Krohn wirkte fast resigniert, als er die Verzögerungen am Dienstag in einem Pressegespräch bekanntgab. Vor wenigen Tagen habe die Baufirma Ostbau der Stadt mitgeteilt, dass das Unternehmen, das für Ostbau die eigentliche Brücke zusammensetzen soll, Lieferprobleme habe.

Fertigstellung im Oktober ist geplatzt

Damit steht fest, dass der Termin in anderthalb Wochen und auch die zuletzt geplante Fertigstellung im Oktober nicht zu halten sind.

Wann es auf der Baustelle in Molchow überhaupt weitergeht, wagte der Neuruppiner Baudezernent am Dienstag nicht zu spekulieren. In diesem Jahr solle die Brücke aber noch eingebaut werden, so Krohn: „Davon gehe ich aus.“

In Molchow kursieren Gerüchte, die Brückenteile würden frühestens im November angeliefert. Das wollen Molchower vom Bauleiter erfahren haben.

Neuruppin prüft Schadenersatzforderung

Die Stadtverwaltung will sich in den nächsten Tagen mit der Baufirma zusammensetzen und einen neuen Zeitplan ausarbeiten. Er gehe davon aus, dass die neue Brücke zum Beginn der nächsten Tourismussaison fertig ist, sagte Bürgermeister Jens-Peter Golde. Ähnliche Zusagen gab es allerdings schon öfter.

„Wir sind dabei, mögliche Schadenersatzansprüche zu prüfen“, sagt Arne Krohn. Eine realistische Chance, die Firmen zum schnelleren Bauen zu drängen, sieht die Stadtverwaltung aber nicht.

Vertragsstrafen seien nicht vereinbart, räumt der Baudezernent ein. Die hätten schon in der Ausschreibung für den Auftrag formuliert werden müssen. Dann hätte es aber womöglich gar keinen Bewerber für den Brückenbau gegeben – oder die Firmen hätte für die Zusage eines festen Termins noch höhere Preise gefordert.

Sind andere Aufträge lukrativer?

Bei der Firma, die die Brückenkonstruktion erstellen soll, handele es sich um eine von wenigen Spezialfirma für solche Bauten. Die habe offenbar derart volle Auftragsbücher, dass sie lukrativere Aufträge vorziehen und kleinere dafür nach hinten verschieben kann. „Das ist extrem ärgerlich“, sagt Krohn. „Besonders ärgerlich ist, dass wir mehr oder minder den Dingen ausgeliefert sind.“

Der Neubau der Molchowbrücke sorgte jahrelang für Streit. Nach mehreren Verzögerungen hat der Bau schließlich im September 2018 offiziell begonnen. Ursprünglich sollte die Brücke einmal rund 750.000 Euro kosten, zuletzt plante das Bauamt mit rund 2,5 Millionen. Schon kurz nach dem Baustart hatte die Firma Ostbau erste Zusatzkosten geltend gemacht.

Von Reyk Grunow

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