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Neuruppin Müllgebühren sollen deutlich steigen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Müllgebühren sollen deutlich steigen
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10:00 29.08.2019
Immer mehr Sperrmüll sorgt für eine Kostensteigerung bei den Müllgebühren in OPR. Quelle: Matthias Anke
Neuruppin

Zum Januar 2020 sollen die Müllgebühren in Ostprignitz-Ruppin um mehr als zehn Prozent steigen. Dafür hat sich am Dienstagabend der Umweltausschuss des Landkreises in Neuruppin ausgesprochen. Damit würden die Kosten für die 60-Liter-Tonne von 54,11 Euro auf 60,11 Euro steigen, für die 120-Liter-Tonne müssen dann 120,19 Euro statt jetzt 108,22 Euro gezahlt werden.

Weniger Geld für Papier und Wertstoffe

„Wir haben einen Rückgang bei den Erlösen für Papier und andere Wertstoffe“, sagte Vizelandrat Werner Nüse (SPD). Zu den geringeren Einnahmen gesellten sich höhere Preise für das Einsammeln und Entsorgen der Abfälle. Zudem seien auch die Löhne für die Mitarbeiter der Abfallwirtschaftsunion (Awu) gestiegen.

Den größten Anteil der Kostensteigerung entfalle jedoch darauf, dass immer mehr Sperrmüll entsorgt werden müsse. „Die Möbel werden immer schneller entsorgt. Hier macht sich die Wegwerfmentalität bemerkbar“, so Nüse.

Liefke: „Was nichts kostet, ist nichts wert“

Für Robert Liefke (SPD) stellte sich damit die Grundfrage: Denn aus Sicht der meisten Mieter sei Sperrmüll derzeit kostenlos, weil dafür nichts extra bezahlt werden müsse. „Was nichts kostet, ist nichts wert“, so Liefke. Der SPD-Politiker, der Geschäftsführer der Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft NWG ist, sprach sich deshalb für eine Änderung der Gebührenordnung aus. Demnach sollten die Kosten für den Sperrmüll, die derzeit im Grundbetrag der Müllgebühren enthalten sind, rausgenommen werden, um die Gebühren konstant halten zu können. Für das Entsorgen des Sperrmülls sollte dann jeder extra zahlen.

„Dann landet noch mehr Müll im Wald“, widersprach Sven Deter (CDU). Genau wegen dieser Sorge habe man sich ja vor Jahren entschieden, dass die Kosten für das zweimalige Entsorgen von Sperrmüll im Jahr gleich Bestandteil der Grundgebühren sei.

Viel Müll in den gelben Tonnen

„Die Vernunft vieler Leute hat erheblich abgenommen“, sagte Siegfried Wittkopf (BVB-Freie Wähler). Wittkopf verwies darauf, dass viel Müll in den gelben Tonnen landet, obwohl diese allein für das Entsorgen der Verpackungen bestimmt sind. Wegen der Vermüllung hatte die NWG im Neuruppiner Neubaugebiet bereits mehrere große gelbe Tonnen durch kostenpflichtige graue Tonnen ersetzen lassen, in denen der Restmüll landet.

Laut Myga Chrzanowski von der Abfallbehörde des Kreises ist das Problem aber wieder kleiner geworden. Wurden 2016 im Landkreis noch 741 große gelbe Tonnen, das heißt: 1100-Liter-Behältnisse, wegen Mülls beanstandet, wurde 2018 nur noch in 131 großen gelben Tonnen falsche Abfälle gefunden.

„Die Einwohner fehlen uns“

„Wir haben ein strukturelles Problem“, sagte SPD-Mann Liefke. Denn sowohl Müllvermeidung führe zu höheren Kosten als auch Müll an den falschen Stellen. Zudem sei die Satzung zu einer Zeit erarbeitet worden, als in Ostprignitz-Ruppin noch 110.000 Menschen gelebt hätten, während es heute gerade mal noch 98.000 Menschen seien. „Die Einwohner fehlen uns“, so Liefke.

Weder Verwaltung noch Abgeordnete hatten jedoch eine Idee, wie dieses Problem gelöst werden kann. Sparen habe eben teilweise „konträre Aspekte“, sagte Vizelandrat Nüse lediglich. Das letzte Wort zu den Müllgebühren hat der Kreistag am 26. September.

Von Andreas Vogel

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