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Neuruppin Musikschullehrer aus dem Ruppiner Land und der Prignitz gründen Orchester
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin

Musikschullehrer aus OPR und Prignitz gründen Orchester

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18:45 29.09.2021
Axel Gliesche und Stefanie von Freymann wollen ein Musikschullehrerorchester gründen. 
Axel Gliesche und Stefanie von Freymann wollen ein Musikschullehrerorchester gründen.  Quelle: Lena Köpsell
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Neuruppin/Perleberg

Gitarre oder Klavier – das sind die Instrumente, bei denen die Wartelisten in den Musikschulen oft lang sind. Für unbekanntere Instrumente wie Oboe oder Bratsche melden sich nur wenige Musikschüler an. Die Musikschullehrer Stefanie von Freymann und Axel Gliesche wollen das ändern – und zwar mit einem Musikschullehrerorchester für Brandenburg.

Der Geigen- und Bratschenlehrer der Prignitzer Musikschule und die Oboenlehrerin der Neuruppiner Musikschule sind sich einig: Wenn Kinder und Jugendliche die Chance haben, unterschiedliche Instrumente in einem Orchester hören zu können, kommt die Lust ganz von allein. „Das ist schließlich das, wofür man ein Instrument lernt: um mit anderen Musik zu machen“, sagt Stefanie von Freymann.

Manche Instrumente sind ohne Lobby

Viele Instrumente haben einfach keine Lobby. Die Geige ist beliebt, die taucht öfter auch in Popsongs auf oder in den Händen von Star-Geigern wie David Garrett. Aber wer spielt eigentlich Oboe? Stefanie von Freymann ist sich sicher, dass sie und die Oboe nur aufgrund der vielen guten nordbayrischen Amateurorchester zusammengefunden haben. „Meine Mutter ist oft mit mir zu den Konzerten gegangen. Da habe ich mich dann nach und nach in die Oboe verliebt“, sagt sie.

Klassik für den Brandenburger Norden: Axel Gliesche und Stefanie von Freymann wollen ein Musikschullehrerorchester gründen.  Quelle: Lena Köpsell

30 Musiker konnten die beiden Musikschullehrer bereits für ihr Projekt gewinnen. Die meisten sind Musikschullehrer wie sie, sechs Schüler wirken mit, der Rest sind befreundete Berufsmusiker. Sie kommen aus Ostprignitz-Ruppin, der Prignitz und dem Havelland. Einige auch aus Neustrelitz oder Ludwigslust. „Noch ist es ein Pilotprojekt, aber unser Ziel ist es, dass irgendwann Musikschullehrer aus ganz Brandenburg in dem Orchester mitwirken“, so Axel Gliesche.

Musikschullehrer klagen über Nachwuchsmangel

Das Ziel sei es, anspruchsvolle Musik zu machen und so auch jungen Menschen zu zeigen, wie viel Spaß es machen kann, in einem Orchester zu spielen – und wie es klingen kann. Gute Amateurorchester würden in Brandenburg auf dem Land fehlen, so Stefanie von Freymann. „Das war nicht immer so. Zu DDR-Zeiten war das noch ausgeprägter. Da gab es zumindest ein Blechblasorchester in jedem Dorf“, erinnert sich Gliesche.

Heute klagen viele Brandenburger Musikschullehrer über Nachwuchsmangel. „Es ist nicht mehr so wie früher, da gehörte es sich, ein Instrument zu lernen“, sagt von Freymann. Heute haben Jugendliche unterschiedliche Hobbys, entscheiden sich eher für eine Sportart. „Und man hört verschiedene Instrumente einfach zu wenig“, findet die Musikerin.

Klavierkonzert von Mozart in der Wittstocker Kirche

Das wollen sie und Gliesche ändern: Das Musikschullehrerorchester wird sein erstes Konzert bereits am Sonntag, 3. Oktober, um 15.30 Uhr in der prächtigen St. Marienkirche in Wittstock spielen. Der Eintritt soll frei sein. „Wir wollen, dass das Konzert für alle zugänglich ist. Wir bitten nur um Spenden, um die Fahrtkosten der Musiker zu decken“, so Stefanie von Freymann.

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Besonders freuen sie sich, dass die Pianistin Emma Wielgosz mitspielen wird. Die ehemalige Musikschülerin aus Nettelbeck bei Putlitz in der Prignitz ist mittlerweile Jungstudentin in Rostock. Sie wird ein Klavierkonzert von Mozart spielen. Darüber hinaus spielt das Orchester Stücke von Friedrich Witt, Antonín Dvorák und Alexander Glasunow.

Von Lena Köpsell