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Neuruppin Werbung in Feuerwehrrot
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Werbung in Feuerwehrrot
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18:12 26.09.2019
Der umgerüstete Rettungswagen wurde am Donnerstag in Neuruppin übergeben. An Bord ist alles von der Puppenbühne bis zum Feuerlöscher. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

Wenn er hört, was manche Kindergartenkinder sich an Notfällen ausdenken, dann wackeln Bodo Röthig schon manchmal die Ohren. Als gestandener Feuerwehrmann mit jahrzehntelanger Erfahrung ist Röthig im Auftrag des Kreisfeuerwehrverbandes in ganz Ostprignitz-Ruppin unterwegs, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsene den Brandschutz näher zu bringen.

Röthigs Besuch ist meist eine Mischung aus Spiel und Training. Im Kindergarten oder in der Grundschule kommt zuerst die Puppenbühne zum Einsatz: Der Kasper erklärt den Kindern, worauf sie achten müssen, wenn es brennt.

Dann übt Bodo Röthig mit den Knirpsen den richtigen Notruf: Was muss man am Telefon wie sagen, damit die Retter sofort wissen, wo sie hinkommen sollen und was sie dort erwartet?

Bodo Röthig hat viel Erfahrung als Feuerwehrmann. Etwas davon gibt er im Brandschutzmobil an die Kinder weiter. Quelle: Reyk Grunow

In seinem Brandschutzmobil hat Bodo Röthig dafür einen kleinen Koffer mit zwei Telefonen. Mit einem geht er in einen Nebenraum, am anderen wählen die Kinder die 112 und informieren die imaginäre Rettungsleitstelle auf der anderen Seite über einen Notfall, den sie sich ausdenken.

Alles soll bei der Übung ablaufen wie im echten Leben. „Da hört man schon mal von einem Gefahrguteinsatz, von dem ich nicht mal träumen würde“, sagt Bodo Röthig aus Erfahrung. „Die Kinder nehmen das schon alles sehr ernst.“

Angefangen hat alles im Kindergarten

Seit 25 Jahren ist der Kreisfeuerwehrverband schon mit einem Brandschutzmobil unterwegs. „Angefangen hat damals alles in ein paar Kitas“, erinnert sich Kreisbrandmeister Wolfgang Hohenwald noch. Das erste Mobil war ein alter VW-Bus. „Als wir den bekommen haben, fiel er schon fast auseinander“, sagt er. Es war ein Anfang. Bis heute haben nur wenige Kreise im Land ein ähnliches Fahrzeug.

Das aktuelle Mobil ist in bestem Zustand. Landrat Ralf Reinhardt hat den Schlüssel dafür am Donnerstag in Neuruppin an Wolfgang Hohenwald übergeben.

Die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin hat die feuerrote Klebefolie für den ehemaligen Rettungswagen spendiert. Quelle: Reyk Grunow

Der Landkreis stellt dem Kreisfeuerwehrverband einen ehemaligen Rettungswagen zur Verfügung, der für die neue Aufgabe etwas umgebaut wurde. Die Sparkasse spendierte dazu die spezielle Folie, mit der das Fahrzeug in passendem Feuerwehrrot beklebt wurde. Dass der geräumige Transporter mal ein Rettungswagen war, ist nur noch auf den zweiten Blick zu erkennen.

„Für mich ist das Brandschutzmobil das wichtigste Fahrzeug, das wir im Kreisfeuerwehrverband haben“, sagt Wolfgang Hohenwald. Nahezu jedes Wochenende ist Bodo Röthig mit dem Wagen irgendwo unterwegs, klärt über Gefahren auf, informiert über das richtige Verhalten, wenn es einmal brennt, und macht Werbung für die Feuerwehr. Längst rollte das Mobil nicht nur bei Kitas vor. Es steht überall: bei Firmen, in Schulen, bei Dorffesten.

Jugendwehren treffen sich zu Leistungsnachweis

An diesem Wochenende kommt es mit Sicherheit in Kyritz an. Dort treffen sich Jugendfeuerwehren aus dem gesamten Landkreis zum Leistungsnachweis.

Die Werbung für die Feuerwehr ist eine der wichtigsten Aufgaben des Mobils. Knapp 2000 aktive Feuerwehrleute gibt es zurzeit im gesamten Landkreis, sagt Wolfgang Hohenwald, noch immer werden es von Jahr zu Jahr weniger. Die Suche nach Nachwuchs ist da enorm wichtig.

Zu Röthigs Aufgabe gehört es da auch, die Brandschutz-Arbeitsgemeinschaften an den Grundschulen zu betreuen. Zwei gibt es derzeit: in Walsleben und in Wusterhausen. „Es können gern mehr werden“, sagt Landrat Ralf Reinhardt. „Aber auch das Personal könnte mehr werden“, kontert Kreisbrandmeister Hohenwald. Zurzeit betreut Bodo Röthig das Brandschutzmobil allein, gelegentlich unterstützt von seinem Sohn. Die Möglichkeiten sind begrenzt.

 

Von Reyk Grunow

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