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Neuruppin Kind aus Bus verwiesen? Busgesellschaft bestreitet Vorwürfe, Vater erstattet Anzeige
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Kind aus Bus verwiesen? Busgesellschaft bestreitet Vorwürfe, Vater erstattet Anzeige
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00:23 28.01.2019
Ein Bus der Personennahverkehrsgesellschaft ORP in der Dämmerung (Symbolfoto).
Ein Bus der Personennahverkehrsgesellschaft ORP in der Dämmerung (Symbolfoto). Quelle: Matthias Anke
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Neuruppin

Auch nach einem Gespräch mit dem Neuruppiner Niederlassungsleiter der Busgesellschaft ORP und dem gemeinsamen Ansehen der Videoaufzeichnungen zu dem Vorfall bleibt der Vater des betroffenen Kindes bei seinen Vorwürfen.

„Das darf nicht passieren“

Demnach hat ein Busfahrer am Dienstagabend den neun Jahre alten Sohn von Franco Poock an der Treskower Flüchtlingsunterkunft in Neuruppin vor die Tür gesetzt – so dass der Junge bei Minusgraden „ausgekühlt und unter Tränen“ durch die Dunkelheit zurück in die Einrichtung gelaufen ist, die er besucht. Poock, der selbst seit sechs Jahren Busfahrer ist und davon zwei Jahre bei der ORP gearbeitet hat, ist über das Verhalten des Fahrers fassungslos. „Das darf nicht passieren.“

Poock hat deshalb Anzeige erstattet – und fühlt sich in diesem Schritt bestärkt, da sich bei ihm über soziale Netzwerke inzwischen eine Zeugin gemeldet hat, die die Aussagen seines Sohnes bestätige und auch bereit sei, das gegenüber der Polizei zu tun, so Poock.

Gute Videoaufzeichnung, aber ohne Ton

Neuruppins Buschef Henri Kmoschek bleibt indes dabei, dass sich weder die Busgesellschaft noch der Fahrer etwas vorwerfen lassen müssten. Denn der Neunjährige sei nicht aus dem Bus verwiesen worden. Laut Kmoschek ist auf der Aufzeichnung zu sehen, dass der Junge wohl versehentlich auf den Knopf zum Aussteigen gedrückt hat. Der Fahrer habe daraufhin die Türen geöffnet und etwas gesagt, dabei aber nicht in den Fahrgastraum geschaut und auch niemanden angesprochen. Was der Busfahrer gesagt hat, ist unklar. Die Videoaufzeichnung ist laut Kmoschek zwar sehr gut, aber ohne Ton.

„Wenn es ein Fehlverhalten gegeben hätte, würden wir das ahnden“, betonte Kmoschek. Als Familienvater sei er sensibilisiert, wenn es um Kinder geht, so der Neuruppiner, der selbst ein Kind durch ein Unglück in einer Kiesgrube verloren hat.

Von Andreas Vogel