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Neuruppin Busbetrieb wirbt für Erste Hilfe
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09:45 10.01.2019
Robert Gintrowicz (26) vom Verein Pepeniere und ORP-Buschef Ulrich Steffen (r.) unter der Werbung in einem der Busse. Quelle: foto: Andreas Vogel
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Neuruppin

In mehr als 40 Bussen des Landkreises wird seit gestern für das Projekt „Helfen kann jeder“ des gemeinnützigen Vereins Pepiniere geworben. Der 2016 gegründete Verein will vor allem Kinder dafür sensibilisieren, nicht einfach wegzusehen, wenn sich Menschen in Not befinden, sondern zu helfen.

Tragischer Fall in Wittstock

„Jeder kann ein Held sein“, betonte Robert Gintrowicz von Pepiniere. Der 26-jährige Berliner, der gerade sein Arztstudium abgeschlossen hat und sich zudem beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) engagiert, freut sich, dass nach der Oberhavel-Verkehrsgesellschaft nun auch die Busse im Ruppiner Land und in der Ostprignitz die Aktion unterstützen und damit die Werbetrommel für Erste-Hilfe-Leistungen im Alltag rühren.

Für Ulrich Steffen, den Chef der ORP-Busgesellschaft, ist das selbstverständlich. Zum einen, weil auch die Busfahrer alle fünf Jahre ihre Kenntnisse für die erste Hilfe auffrischen. Zum anderen, weil sich Steffen erst jüngst über einen Vorfall in Wittstock geärgert hat. Dabei war Ende November eine 67-Jährige Radfahrerin vermutlich infolge eines Herzinfarktes an einer dicht belebten Straße in der Dossestadt gestürzt – dennoch dauerte es fünf Minuten, bis die ersten Autofahrer hielten, Hilfe leisteten und den Rettungsdienst alarmierten. Der gestürzten Frau hat das nicht mehr geholfen. Sie starb.

Jeder ist zur Hilfe verpflichtet

„Jeder ist zur ersten Hilfe verpflichtet“, betonte Bus-Chef Ulrich Steffen. Weil es aber Menschen gibt, die Hemmungen haben, anderen in Notsituationen zur Hilfe zu eilen, will der Verein Pepiniere mit seiner Aktion deutlich machen, dass selbst Kinder helfen können. Wichtig dafür sei lediglich, dass man aufmerksam und hilfsbereit ist, sagte Robert Gintrowicz. Für den Mediziner ist dies das Selbstverständlichste auf der Welt. „Jeder will doch, dass auch ihm geholfen wird, wenn es ihm schlecht geht.“

Das Engagement des Vereins für ein sozialeres, gemeinschaftlicheres Miteinander wird auch vom Land unterstützt. So ist Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) sogar Schirmherr der Aktion. „Der Verein will mit seiner Arbeit Ängste abbauen. Das ist ein ganz tolles Projekt, zumal damit auch ehrenamtliche Helfer gewonnen werden sollen“, sagte Schröter, als er kurz vor Weihnachten die Initiatoren in Oranienburg lobte.

Auch Busse in Oberhavel werben für Projekt

Bei der Oberhavel-Verkehrsgesellschaft werden sogar in 80 Bussen Plakate hängen, die darauf aufmerksam machen, wie wichtig Erste-Hilfe-Leistungen im Alltag sind. „Ohne diese nützt der beste Arzt wenig, weil er dann meist zu spät kommt“, betonte Robert Gintrowicz. Denn zur Ersten Hilfe gehören nicht allein stabile Seitenlage und Herzdruckmassage, sondern auch das Ansehen, Ansprechen und Anfassen eines gestürzten oder verunglückten Menschen sowie das Alarmieren des Rettungsdienstes über die 112. „Das kann jedes Kind“, sagte Gintrowicz, der gern Anästhesist werden möchte. Der Verein, der in Brandenburg und in Berlin tätig ist, bietet in Schulen auch kostenlose Kurse für die Mädchen und Jungen an.

Die Ausbildung machen die Vereinsmitglieder, darunter sind viele Studenten, aber auch einige Apotheker, Pfleger und Mechaniker, insbesondere mit Sechs- bis Zwölfjährigen. Auch für weiterführende Schulen und für Erzieher hat der Verein die dreitägige Ausbildung im Angebot. Diese sieht so aus: An den ersten beiden Tagen wird ausgebildet: stabile Seitenlage, Verbände, Eigenschutz, Herzdruckmassage – all das wird praktisch geübt. Der dritte Tag ist der Prüfungstag.

Kontakt zur MHB in Neuruppin

In den zwei Jahren haben die Studenten etwa 5000 Mädchen und Jungen mit ihrem Drei-Tageskurs geschult – bisher vor allem in Berlin sowie im Osten und Süden des Landes. Nun will der Verein auch im Nordwesten auf sein Ziel aufmerksam machen. Möglicherweise ergibt sich dabei auch eine Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule (MHB) in Neuruppin. Mit der MHB war für Mittwochabend ein Termin vereinbart. Ein Projekt in einer Neuruppiner Schule gibt es aber noch nicht.

Von Andreas Vogel

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