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Neuruppin Die Heimat mit neuen Augen sehen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Die Heimat mit neuen Augen sehen
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15:25 10.09.2019
Landrat Ralf Reinhardt (l., SPD), hier bei der Eröffnung der interkulturelle Woche 2018, ist wieder Schirmherr des Veranstaltungsreigens. Quelle: André Reichel
Neuruppin

Es gibt drei Lesungen, mehrere Feste und Gesprächsrunden, eine Frauendisco und noch viel mehr. „Es sind so viele Veranstaltungen wie noch nie für die interkulturelle Woche gemeldet worden“, freut sich Kerstin Brendler, die sich bei der Kreisverwaltung in Neuruppin als Referentin um die Integration von Flüchtlingen in Ostprignitz-Ruppin kümmert.

Über 4000 Menschen aus mehr als 110 Ländern

„Zusammen leben, zusammen wachsen“ lautet das Motto der Woche, die am Freitag, 13. September, um 14 Uhr mit einem Sommerfest am Übergangswohnheim in Neuruppin-Treskow eröffnet wird. „Über 4000 Menschen aus mehr als 110 Ländern bereichern mit ihrer kulturellen Vielfalt unser Leben im Landkreis“, sagt Brendler. Sie hofft wie wohl alle Organisatoren, dass sich durch die vielen Veranstaltungen Nachbarn und Anwohner näher kommen und sich besser kennenlernen, beispielsweise bei der Lesung am Mittwoch, 18. September, 10 Uhr, „Der romantische Preuße“ von Guilherme d’Orey.

In dem in diesem Jahr erschienenen Buch geht es um die ungewöhnliche Lebensgeschichte von Wilhelm Achilles d’Orey, der 1820 im Haus des heutigen Wegemuseums in Wusterhausen geboren wurde und 1872 in Lissabon starb. Der Kaufmannssohn ist Schöngeist, Abenteurer und Lebemann – und zugleich ein politischer Flüchtling. Auch deshalb ist im Wegemuseum, das sich Am Markt 3 befindet, zeitgleich eine Ausstellung zu Flucht und Auswanderung zu sehen.

Das deutsche Krokodil

Um 19 Uhr ist am 18. September in der Neuruppiner Fontanebuchhandlung der Facharzt für Kinderchirurgie Ijoma Alexander Mangold zu Gast, der aus seinem Buch „Das deutsche Krokodil“ liest. Darin hat Mangold, der 1971 in Heidelberg als Sohn eines nigerianischen Kinderchirurgen und einer in Schlesien geborenen Kinder- und Jugendpsychotherapeutin zur Welt kam, die Geschichte seiner Herkunft sowie seine Kindheits- und Jugendjahre als sogenanntes Mischlingskind in der alten Bundesrepublik aufgeschrieben und erläutert dabei auch das Verhältnis von Rasse und Klasse.

In der Fehrbelliner Stadtbibliothek kann am 18. September ebenfalls gelesen werden. Ab 19 Uhr können Interessierte dort Bücher und Texte vorstellen, die vom Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen berichten. Neben zwei Gottesdiensten, zu denen für den 22. September um 10.15 Uhr in die St.-Laurentius-Kirche nach Rheinsberg und am 29. September um 10 Uhr in die Christuskirche nach Neuruppin eingeladen wird, beteiligt sich ebenfalls das Neuruppiner Museum an der interkulturellen Woche. Bei freiem Eintritt geht es dort am Sonnabend, 28. September, zwischen 14 und 17 Uhr um Lieblingswörter und um Lieblingsspeisen. Dabei kann auch das eigene Lieblingsspiel mitgebracht, erklärt und gemeinsam gespielt werden.

Lehre uns Streit

Das jüdische Lied „Lehre uns Streit“ ist indes der Ausgangspunkt einer Veranstaltung, zu der für Sonntag, 29. September, ab 14 Uhr zum Verein „Tanz & Art“ in die Rheinsberger Seestraße eingeladen wird. Dabei geht es um Fragen, was Streit ist, wie man streiten muss und wie man streiten lernen kann. Geeignet ist die Darstellung in szenischen Bildern für Kinder und Jugendliche ab acht Jahren.

Zudem wird es in zwei Veranstaltungen, am 16. sowie am 30. September jeweils in Neuruppin um die Frage gehen, wer Angst vor dem Islam hat. Am Montag, 16. September, werden dabei beim Verein Esta Ruppin in der Karl-Marx-Straße 98/99 ab 19 Uhr bildliche Darstellungen im Islam, Judentum und Christentum behandelt, am 30. September geht es an gleicher Stelle ab 19 Uhr um Extremismus in der Religion und der Politik.

Kerstin Brendler ist seit 2016 Referentin für Flüchtlingsintegration des Landkreises Ostprignitz-Ruppin. Quelle: Hannah Rüdiger

Von Andreas Vogel

Sie wanderte von Kontinent zu Kontinent: Hedi Rossow ist in Südamerika geboren und aufgewachsen. Als junge Frau ging sie nach Afrika und half dort als Krankenschwester und Therapeutin. Heute lebt sie mit Mann und fünf Kindern am Ruppiner See bei Neuruppin. Über ihr Leben hat sie nun ein Buch geschrieben.

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