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Neuruppin Neuruppiner gedachten Opfern der Reichspogromnacht
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09:24 10.11.2019
Unter dem Motto „Antisemitismus tötet – gestern wie heute“ hatte das Aktionsbündnis zu einer Demo aufgerufen. Quelle: Frauke Herweg
Neuruppin

Akten flogen aus dem Fenster. Der moderne Röntgenapparat wurde zertrümmert. In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wüteten Nazis und ihre Anhänger auch in der Praxis des jüdischen Arztes Arthur Jacoby. Im Februar 1943 wurde der Neuruppiner Mediziner nach Auschwitz deportiert. Er gilt als verschollen.

Etwa 80 Menschen gedachten am Sonnabendvormittag in Neuruppin der Opfer der Reichspogromnacht vor 81 Jahren. Nach einer Zusammenkunft vor der Villa Mootz in der Karl-Marx-Straße 64, in der Jacoby einst praktizierte, zogen sie durch die Stadt und legten an den Stolpersteinen für die Opfer nationalsozialistischer Gewalt Blumen nieder. Das Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ hatte zu der Demo unter dem Motto „Antisemitismus tötet – gestern wie heute“ aufgerufen.

Blumen an den Stolpersteinen für die Opfer nationalsozialistischer Gewalt. Quelle: Frauke Herweg

„Es ist und bleibt notwendig, an die Gräueltaten der Nazis zu erinnern,“ sagte der Sprecher des Aktionsbündnisses Martin Osinski. Judenfeindliche Vorurteile vergifteten auch heute das Zusammenleben. „Wir sehen in Halle, welch tödliche Gefahr der Antisemitismus ist.“

Zwei Wochen nach den Landtagswahlen in Thüringen erinnerte Osinski daran, wie sehr Gewalt die politische Diskussion belastet. „Auch heute gibt es Morddrohungen“ – gegen den thüringischen CDU-Landeschef Mike Mohring etwa oder den thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow. Dem Vorsitzenden des Rechtsausschusses im Bundestag Stephan Brandner (AfD), der mit seinen Reaktionen auf den Terroranschlag in Halle Empörung ausgelöst hatte, drohe die Abwahl. „Das wäre in der Geschichte des Bundestages zum ersten Mal.“

Osinski: Keine Protestwähler

Der Wahlerfolg der AfD auch in Thüringen zeigt nach Einschätzung Osinskis, dass die Anhänger der AfD längst keine Protestwähler mehr sind. „Ich fürchte, die Leute wissen ganz genau, wen sie wählen und sie wollen das auch so“, sagte Osinski. „Stellen wir uns darauf ein, dass der Wind rauer wird.“

Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde appellierte daran, Zivilcourage zu zeigen. „Die Antwort auf Halle muss aus der Mitte der Gesellschaft kommen“, sagte er. Hetze und Hass drohten, die Gesellschaft zu vergiften. „Die Demokratie ist in Gefahr.“

Zerstörte Synagogen

Bei den antisemitischen Pogromen im November 1938 waren mehr als 1.400 Synagogen und Beträume sowie tausende jüdischer Geschäfte und Wohnungen zerstört worden. Die genaue Zahl derer, die infolge der Ausschreitungen starben, ist nicht bekannt. Schätzungen geht von weit mehr als 1300 Menschen aus.

Von Frauke Herweg

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