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Neuruppin Corven ist auf dem Weg in die Normalität
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Corven ist auf dem Weg in die Normalität
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00:22 11.01.2019
Corven Eichler (12) aus Storbeck leidet an einer seltenen Immunschwäche. Derzeit geht es ihm recht gut, weshalb er auch mit Sunny, dem Hund seiner Oma, immer mal wieder eine Runde gehen kann.  Quelle: foto: Privat
Neuruppin

Nein, Sport macht Corven Eichler gerade keinen Spaß. „Sport ist derzeit einfach nicht mein Fach“, sagt der Zwölfjährige. Denn im Unterricht steht gerade Bodenturnen auf dem Plan. „Fußball und Rennen wären mir lieber“, sagt Corven. Damit geht es ihm ähnlich wie einigen seiner Mitschüler am Schinkelgymnasium in Neuruppin. Bodenturnen scheint bei Siebtklässlern eher etwas für Mädchen zu sein. Da unterscheidet sich Corven nicht von anderen Jungen seiner Altersklasse – bei vielen anderen Dingen aber schon.

Ein Fan von Energie Cottbus

Der Sohn von Christin Eichler und Guido Semrau aus Storbeck leidet seit seiner Geburt an einer seltenen Immunschwäche, dem Wiscott-Aldrich-Syndrom. Drei Knochenmarktransplantationen hat Corven schon hinter sich, zweimal brachte die Transplantation nicht den gewünschten Erfolg. Erst jetzt scheint der Körper des Zwölfjährigen, der gern Fußball spielt und Fan von Energie Cottbus ist, auf dem besten Weg zurück in die Normalität zu sein. „Wir haben alles richtig gemacht“, freut sich Mutter Christin Eichler, die Krankenschwester in den Ruppiner Kliniken ist.

Neuartiges Verfahren

Corvens Mutter hatte keine Minute gezögert, als Knochenmarkspenderin für ihren Sohn einzuspringen, nachdem überraschend gleich zwei potenzielle Spender, die die Uniklinik in München in den USA ausfindig gemacht hatte, kurzfristig absagten. Denn seit kurzer Zeit bieten einige Krankenhäuser in Deutschland ein neuartiges Verfahren an, bei dem auch Eltern für ihr krankes Kind Knochenmarkzellen spenden können. Bis dahin war das nicht möglich, weil der Körper die gespendeten Zellen als Feind einstuft und abstößt. Deshalb musste für die notwendige Stammzellentransplantation auch stets eine Art genetischer Zwilling für den Patienten gefunden werden. Doch bei dem neuartigen Verfahren werden die gespendeten Zellen des Elternteils so gefiltert und bearbeitet, dass sie nicht abgestoßen werden.

Der elfte Patient

Corven ist an der Münchener Uniklinik der elfte Patient, bei dem dieser Eingriff, der „haplo-identische Stammzellentransplantation“ heißt, praktiziert wurde. Neun verliefen positiv, bei einem gab es einen Rückfall, weiß Christin Eichler. Corven hat die Operation im Frühjahr gut überstanden, bis auf die fiebrige Erkältung mit 40 Grad Fieber, die ihn kurz vor Weihnachten erwischte. Die Erkältung stellte sich als Lungenentzündung heraus, weshalb Corven vorsorglich für eine Woche in einem Berliner Krankenhaus versorgt wurde. Doch seine Blutwerte haben sich stabilisiert. 305.000 Trombozyten (Blutplättchen) je Tausendstel Milliliter haben die Ärzte zuletzt ermittelt. „So einen guten Wert hatten wir noch nie“, sagt Vater Guido Semrau, der Krankenwagenfahrer ist. Zum Vergleich: Vor dem Eingriff Ende März in München lagen die Blutwerte lediglich bei 20.000 Blutplättchen je Tausendstel Milliliter.

Zweimal die Woche Antikörper

Corven hat auch keine dicken Beine mehr und kann wieder Fußball bei Blau-Weiß Walsleben spielen, weshalb der Rollstuhl in der Scheune eingemottet wurde. Ganz in der Normalität ist er aber noch nicht angekommen: Denn zweimal in der Woche muss er sich an jedem Oberschenkel Antikörper reinpumpen lassen. Das soll helfen, sein Immunsystem zu stärken. Ob das gelingt, wird sich am 1. März zeigen. Dann muss Corven zur Kontrolle an die Uniklinik München.

Von Andreas Vogel

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