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Neuruppin Neuruppin kassiert mehr Geld von seiner Wohnungsgesellschaft
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01:16 18.05.2019
Die NWG verwaltet fast 5000 Wohnungen in Neuruppin, viele davon im Neubaugebiet. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Die Fontanestadt wird ihre eigene Wohnungsbaugesellschaft künftig stärker zur Kasse bitten. Bisher zahlt die NWG bereits 100.000 Euro pro Jahr aus ihrem Gewinn an die Stadt. Ab 2019 soll es doppelt so viel sein. Perspektivisch könnte die Stadt sogar eine Viertelmillion Euro pro von der NWG fordern.

In der Stadtverordnetenversammlung am Montag, der letzten vor der Kommunalwahl, sorgte das für Streit. Einige Abgeordnete lehnen es vehement ab, die städtische Tochterfirma zu schröpfen, nur weil die Stadt dringend Geld braucht.

„Diesem Beschluss kann man nicht zustimmen“, befand Helmut Kolar (Kreisbauernverband) eindeutig. Zwar macht die NWG Gewinn. Aber nur rund ein Drittel der Neuruppiner habe eine Wohnung bei der NWG gemietet. Kolars Frage: Warum soll ein Drittel der Bürger eine Abgabe bezahlen, die allen zugutekommt?

Die NWG springt oft ein, wenn Neuruppin nicht kann

Auch Klaus-Dieter Miesbauer (SPD) lehnt es ab, die NWG stärker zur Kasse zu bitten. Für ihn engagiert sich die Tochtergesellschaft schon genug für die Stadt. Miesbauer: „Die NWG saniert unsere maroden Häuser.“

Neuruppin lasse seine Gebäude verfallen. Wenn die Stadt sich die Sanierung dann später nicht leisten kann, müsse die NWG die Häuser übernehmen und Millionen investieren, um die auf Vordermann zu bringen, argumentierte er.

Tatsächlich ist das in den vergangenen Jahren mehrfach vorgekommen. Zuletzt hat die Stadt heruntergekommene Häuser in und Schulzen-, der Friedrich-Engels-Straße und das Predigerwitwenhaus in der Fischbänkenstraße an ihre Tochterfirma verkauft.

Miete unter Landesdurchschnitt

Am Montag entschieden die Abgeordneten, dass die NWG ein weiteres Haus in der Präsidentenstraße neben dem Tempelgarten für 150.000 Euro aus dem Eigentum der Stadt übernehmen soll.

Bürgermeister Jens-Peter Golde und Kämmerer Thomas Dumalsky ließen Miesbauers Einwand nicht gelten. Schließlich habe die Stadt sich vor zehn Jahren gegen einen Verkauf ihrer Wohnungsgesellschaft entscheiden, genau um solche Spielräume zu haben. Das Unternehmen können die 200.000 Euro zahlen, ohne dass die Mieter deshalb mehr zahlen müssten.

Im Durchschnitt zahlen Mieter der NWG derzeit eine Kaltmiete 4,80 Euro pro Quadratmeter. Die liegt damit eindeutig unter dem Landesmittel von 5 Euro. Einzelne gut saniert Wohnungen der NWG können aber auch deutlich teurer sein.

NWG-Chef Liefke: Zahlung ist machbar

„Ich würde mich lächerlich machen, wenn ich sagte, wir könnten uns das nicht leisten“, räumte NWG-Geschäftsführer Robert Liefke ein., nach dem vorläufigen Jahresabschluss für 2018 habe das Unternehmen ein Plus von rund 1,56 Millionen Euro erwirtschaftet.

Ein Großteil will die NWG wieder investieren. Wenn die Stadt als Eigentümer ein Viertel des Gewinns für sich fordere und drei Viertel im Unternehmen lässt, sei das aus seiner Sicht zu verantworten so Liefke.

Das Geld ist fest für die Gentzschule verplant

Andreas Haake, der Fraktionschef der Bündnisgrünen, sah keinen Grund, die 200.000 Euro von der NWG im kommenden Jahr nicht zu fordern. „Es soll einmalig bleiben“, versuchte er, die Kritiker zu beruhigen.

Ohnehin blieb den Abgeordneten kaum etwas anders, als der Forderungen an die NWG zuzustimmen. Kurz vorher hatten sie Wilhelm-Gentz-Schule zugestimmt. Und in dem sind die 200.000 Euro von der NWG fest eingeplant.

Von Reyk Grunow

MAZ-Service: MAZImmo

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