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Neuruppin Überlastung im Rathaus: keine Zeit für neues Parkkonzept
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Überlastung im Rathaus: keine Zeit für neues Parkkonzept
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15:48 10.07.2019
Wer in der Neuruppiner Altstadt einen Parkplatz sucht, braucht oft Geduld. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

Volle Parkplätze in der Innenstadt. Wer in Neuruppin einen Parkplatz für sein Auto sucht, muss unter Umständen etliche Runden drehen. Oder er parkt den Wagen gleich dort, wo es eigentlich verboten ist. In der Hoffnung, dass die Politessen ihm nicht gleich einen Strafzettel verpassen.

Die Parkplatzsituation in Neuruppin sorgt in Neuruppin seit Jahren immer wieder für Diskussionen. Nach langem Streit hatte die Stadtverwaltung eigentlich zugesagt, dass sich bald etwas verbessern soll. Planer sollten ein neues Konzept für die Neuruppiner Innenstadt ausarbeiten. In diesem Jahr wollte die Verwaltung es vorlegen.

Jetzt stellt sich heraus: Trotz anders lautender Ankündigungen hat im Rathaus an diesem Konzept bisher noch gar nicht gearbeitet. „Ich habe von dem Mitarbeiter, der mit dieser Aufgabe betraut war, eine Überlastungsanzeige erhalten“, räumt Neuruppins Baudezernent Arne Krohn jetzt auf Nachfrage ein.

Bauamt: viele andere Planungen, die Vorrang haben

„Wir haben derzeit viele andere Planungsaufgaben abzuarbeiten“, sagt er. So viele, dass für die Überarbeitung des Parkraumkonzeptes im Rathaus bisher niemand Zeit hatte.

In der Tat klagt der Baudezernent seit Jahren immer wieder über die enorme Arbeitsbelastung in seinen Ämtern, unter anderem weil Mitarbeiter lange krank sind oder aus anderen Gründen fehlen.

I vielen Straßen herrscht zeitweise Parkverbot für die Straßenreinigung. Zwischenzeitlich war das Parken auf dem Seitenstreifen auch dann erlaubt, inzwischen nicht mehr. Quelle: Reyk Grunow

Stadtverwaltung und Stadtverordnete legen seit Jahren deshalb eine Prioritätenliste fest, in der steht, welche Bauplanungen so schnell wie möglich bearbeitet werden müssen, welche länger warten können und welche erst einmal liegen bleiben können.

Abgeordnete hatten das Thema ins Rollen gebracht

Ganz oben auf der Liste standen zuletzt zum Beispiel die Pläne fürs Seetorviertel, wo es in den nächstem Monaten endlich vorangehen soll, die Arbeiten an der Molchowbrücke, das neue Feuerwehrhaus in Alt Ruppin und der geplante Komplettumbau der Gentzschule.

Der Stadtverordnete Markus Fetter von Pro Ruppin kann es trotzdem kaum glauben, was er da zum Parkkonzept hört. Seine Fraktion hatte die Debatte um das Thema vor gut einem Jahr ins Rollen gebracht.

Andere Stadtverordnete hatten vorgeschlagen, den Braschplatz teilweise zum Parkplatz umzubauen oder eine Tiefgarage anzulegen.

Ein externes Büro sollte am Parkplan arbeiten

Nach langer Diskussion hatte das Baudezernat damals eingeräumt, dass Parkplätze in der Neuruppiner Altstadt tatsächlich knapp sind. Noch Ende 2018 hieß es aus dem Rathaus, dass der Auftrag für ein neues Parkraumkonzept demnächst an ein externes Planungsbüro vergeben werden soll.

Zum Fontanejahr wurden in der Ernst-Toller-Straße neue Parkflächen angelegt. Vielen Autofahrern scheinen die aber zu weit entfernt zu sein. Quelle: Peter Geisler

Entsprechend überrascht ist Markus Fetter jetzt – und auch sauer. „Das ist ja nicht das erste Mal, dass etwas verschoben wird, was die Stadtverordnete fordern“, sagt er. Auch bei anderen Vorhaben geht es Fetter viel zu langsam voran: Bei der Planung für einen Radweg von Gildenhall nach Alt Ruppin.

Mehr Stellplätze als 2018, weil weniger gebaut wird

Den fordern die Stadtverordneten schon seit 2017. Aber auch bei diesem Projekt hatte das Bauamt unter anderem Arbeitsüberlastung angeführt. Markus Fetter fragt sich langsam, ob die Stadtverwaltung vielleicht nur Projekte verfolgt, die sie selbst angeschoben hat.

Weil es in der Innenstadt in diesem Jahr deutlich weniger Baustellen gibt, sind auch viel wenige Parkplätze blockiert als 2018.

Von Reyk Grunow

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