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Neuruppin Die Zweitwohnungen lohnen sich für Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Die Zweitwohnungen lohnen sich für Neuruppin
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16:43 09.10.2019
Thomas Dumalsky ist als Kämmerer Herr über die Finanzen in Neuruppin. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Die Stadt Neuruppin kassiert fast dreimal so viel Zweitwohnungssteuer, als bei Einführung dieser Steuer erwartet. In diesem Jahr erwartet Kämmerer Thomas Dumalsky Einnahmen von etwa 290.000 Euro für den Stadthaushalt.

2014 hatten die Stadtverordneten nach langer Diskussion beschlossen, eine Steuer auf Zweitwohnungen einzuführen. Die Idee damals war es, möglichst viele Nutzer von Zweitwohnungen dazu zu bringen, sich mit ihrem Hauptwohnsitz in Neuruppin anzumelden. Für Neuruppin hat das finanziell deutlich Vorteile: Nur für Einwohner mit Hauptwohnsitz bekommt die Stadt Schlüsselzuweisungen vom Land. Pro Einwohner geht es um mehrere tausend Euro.

Dem Stadtverordneten Siegfried Wittkopf (BVB/Freie Wähler) war aufgefallen, dass die Zahlen zur Zweitwohnungssteuer in den Stadthaushalten der vergangenen Jahre sehr unterschiedlich ausfielen. Erst waren dort 100.000 Euro eingeplant, später 200.000, 2018 waren es schon 250.000 Euro und im Entwurf des Stadthaushaltes für 2019 stehen voraussichtliche Einnahmen von 300.000 Euro.

Plötzlich nur noch halb so viele Zweitwohnungen

Die Neuruppiner Stadtverwaltung hat mehrere Jahre gebraucht, um festzustellen, für wie viele Wohnungen in der Fontanestadt und den Ortsteilen überhaupt eine Zweitwohnung zu zahlen ist. Inzwischen scheint die Erfassung beendet. In diesem Jahr habe die Stadt 1627 Steuerbescheide verschickt, teilte die Stadt jetzt mit.

Dabei muss durchaus nicht jeder zahlen. Wer wegen seiner Arbeit oder für die Ausbildung eine Zweitwohnung hat, ist von der Steuer oft ausgenommen.

Die Idee, dass sich Menschen mit Zweitwohnung in Neuruppin fest anmelden, scheint auf den ersten Blick aufgegangen zu sein. Vor der Einführung der Zweitwohnungssteuer waren in der Stadt 1381 Menschen mit einem Zweitwohnsitz angemeldet. Nachdem die Zweitwohnungssteuer 2014 eingeführt wurde, sank die Zahl der Menschen mit einer angemeldeten Neben- oder Zweitwohnung plötzlich auf 750.

Die Stadt hofft, dass sich die Bürger ummelden

„Das war vorhersehbar, da es in anderen Kommunen ähnlich ablief“, sagt der Kämmerer wenig überrascht.

Ob sich die Einwohner tatsächlich mit ihrem Hauptwohnsitz in Neuruppin angemeldet oder ihre Zweitwohnung einfach nur aufgegeben oder abgemeldet haben, lässt sich allerdings schwer sagen. Wer eine Zweitwohnung anmeldet, muss in der Regel nachweisen, was er damit gemacht hat, etwa durch einen Vertrag über den Verkauf.

In den vergangenen Jahren schwankten die Einnahmen jeweils zwischen 280.000 und 286.000 Euro. Ende September waren in Neuruppin 755 Nebenwohnungen im Meldeamt registriert, sagt Dumalsky. Manche dieser Wohnungen sind von der Steuerpflicht allerdings ausgenommen.

Wer für seine Zweitwohnung wie viel, Steuer zahlen muss, hängt von deren Lage ab. Der Steuersatz beträgt zwischen 2,35 Euro und 9 Euro pro Quadratmeter und Jahr.

Von Reyk Grunow

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