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Neuruppin Neuruppin sperrt Landwirte aus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Neuruppin sperrt Landwirte aus
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17:10 23.05.2019
Die Straße von Radensleben nach Wall wurde für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen Gewicht gesperrt. Landwirte fahren dort normalerweise zu ihren Feldern. Das geht nicht mehr. Quelle: Reyk Grunow
Radensleben

Wuthenows Ortsvorsteher Axel Noelte ist wieder einmal stinksauer auf die Stadtverwaltung in Neuruppin. Noelte ist Landwirt und beackert mit seinen Maschinen auch Felder im Luch zwischen Radensleben und Wall.

Bisher war das kein Problem. Ganz plötzlich dürfen die Traktoren auf die Straße zwischen den beiden Orten nicht mehr fahren. Die Stadt hat veranlasst, dass die Strecke für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt wird.

Die Schilder stehen seit ein paar Tagen. „Ein Schildbürgerstreich“, echauffiert sich Axel Noelte und kann es kaum fassen. „Das grenzt alle modernen Landmaschinen aus“, regt er sich auf. „Oder sollen wir unsere Kraftfahrer zwingen, gegen das Gesetz zu verstoßen?“

Moderne Landmaschinen sind sehr schwer

Moderen Traktoren bringen gerne mal zwölf Tonnen oder mehr auf die Waage. Wie sollen die da noch diesen Weg benutzen, der eigentlich einmal extra für die Landwirtschaft angelegt wurde?

Tatsächlich dürfen große Fahrzeuge dort derzeit gar nicht fahren – aus Sicherheitsgründen. Die Neuruppiner Stadtverwaltung hat die Sperrung der Straße nach Wall kurzfristig beantragt.

„Wir sind zu der Erkenntnis gelangt, dass der Durchlass, der ich hinter diesem Sperrschild befindet, extrem einsturzgefährdet ist“, sagt Baudezernent Arne Krohn.

Bauamt will so schnell wie möglich reparieren lassen

Das die Sperrung sehr unglücklich ist, weiß auch die Stadtverwaltung in Neuruppin. Das Bauamt will deshalb „schnellstmöglich“ für eine Reparatur des abgesackten Durchlasses sorgen und dafür, dass dort auch schwerere Fahrzeuge wieder fahren können.

Die Sache sei so dringend, dass die Stadtverwaltung den Auftrag ausnahmsweise sogar direkt vergeben will ohne zeitraubende Ausschreibung, so Krohn: „Bis dahin ist aber die Gefahr, dass der Durchlass durch höhere Lasten einstürzt, zu groß.“

Noelte zweifelt an akuter Gefahr

Landwirt Noelte gibt sich damit nicht zufrieden. Den kaputten Durchlass an eine Graben dort kennt er, zweifelt aber an, dass der tatsächlich eine so große Gefahr ist. Und das vor allem aus einem Grund: Der Durchlass sei nicht erst seit Kurzem kaputt, sondern schon seit mehreren Monaten, ohne dass jemand etwas unternommen habe.

„Den Durchlass hätte man schon im Herbst reparieren können“, sagt Noelte. Stattdessen sperre die Stadt die Straße ausgerechnet zur Haupterntezeit: „Dafür habe ich kein Verständnis.“

Das will Arne Krohn so nicht stehen lassen. Wenn Noelte der Schaden schon seit Monaten bekannt war, hätte er ihn im Rathaus ja mal melden können, kontert er: „Wir haben erst jetzt davon erfahren.“ Und sofort gehandelt.

Ortsvorsteher Richter: Traktoren sind für die Straße ohnehin zu schwer

Radenslebens Ortsvorsteher Hardy Richter hält die Sperrung für konsequent. „Was auf diesem Weg fährt, ist ohnehin eine Wahnsinn“, findet er. Traktoren mit voll beladenen Anhängern bringen schnell 40 Tonnen auf die Waage. „Für solche Lasten ist die Straße überhaupt nicht gemacht.“

Denn eigentlich handelt es sich um einen besseren Plasterweg mit zwei holprigen Spurrinnen, verlegt auf morastigem Untergrund. Für einen richtigen Straßenausbau fehlte bisher sowohl Neuruppin als auch der Gemeinden Fehrbellin das Geld. Fehrbellin hatte die Zufahrt von Waller Seite schon vor Jahren auf maximal 25 Tonnen begrenzt.

Von Reyk Grunow

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