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Neuruppin Neuruppiner Pferdemarkt: Handel auf Vertrauensbasis
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Neuruppiner Pferdemarkt: Handel auf Vertrauensbasis
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17:27 09.11.2019
Anreise von 250 Kilometern: Händler Hans-Joachim Kramer kommt jedes Jahr auf den Neuruppiner Pferdemarkt. Quelle: Frauke Herweg
Neuruppin

Es zählt das Wort. Wer auf dem Neuruppiner Pferdemarkt ein Tier kauft, muss darauf vertrauen, dass das Pferd auch wirklich seinen Preis wert ist. Liefe das Pferd zuhause nicht vor der Kutsche, könnte das nur schwer reklamiert werden, sagt Pferdehändler Hans-Joachim Kramer. „Wenn das Wort nicht zählt, hast du Geld verloren.“

Am Sonnabendmorgen war Kramer mit fünf Pferden aus dem sachsen-anhaltinischen Wegeleben auf den Neuruppiner Pferdemarkt gekommen. Das erste Tier war bereits nach einer Stunde verkauft. An einen anderen Händler, der nur 40 Kilometer von Kramers Heimatort sein Geschäft betreibt. Auch für die anderen Tiere hofft Kramer einen Käufer zu finden. Mit zwei Interessenten ist er auf dem Neuruppiner Kirchplatz verabredet.

Kenner unter sich: Auf den Neuruppiner Pferdemarkt kommen auch Käufer von Tauben, Enten oder Kaninchen. Quelle: Frauke Herweg

Der Neuruppiner Pferdemarkt ist für Kramer und viele andere der etwa 60 Händler ein fester Termin im Kalender. Auch Hunde, Ziegen, Kaninchen oder Tauben wechseln auf dem Traditionsmarkt ihre Besitzer. Ein Großteil der Händler steuert den Markt bereits seit DDR-Zeiten an.

So auch Mandy Rabe. Von ihrem Vater übernahm die Parchimerin eine Zucht von Mini-Ponys. Schon als Jugendliche besuchte sie den Markt. In diesem Jahr sucht sie einen Käufer für einen eineinhalbjährigen Fuchshengst. In der Herde würde sich das nur 80 Zentimeter hohe Pony zunehmend schlechter mit seinem Vater verstehen, sagt Rabe. „Michel muss ausziehen.“

Pferdemarkt-Besucherinnen mit Vorliebe für Ponys: Linda (l.) und Frida. Quelle: Frauke Herweg

Ob sie das Pony tatsächlich verkaufen wird, kann Rabe nicht abschätzen. „Manche Jahre läuft es gut, manche eben nicht“, sagt sie. Vor zwei Jahren konnte die Hobbyzüchterin gleich zwei Mini-Ponys verkaufen, im vergangenen Jahr fand sich kein Käufer. Nicht weiter schlimm, sagt Rabe. Sie will auf dem Traditionsmarkt auch andere Pferdebesitzer treffen – und selbst ein wenig einkaufen. Zubehör von einem der vielen Händler.

In der fünften Generation

Roland Obst hat den Neuruppiner Pferdemarkt schon als Sechsjähriger besucht. „Wir kommen in der fünften Generation“, sagt der Mann aus Berlin-Buchholz. Obst führt am Sonnabendmorgen eine spanische Schimmelstute und zwei gescheckte Tinker-Ponys aus seinem Pferdehänger. Im Sommer lief die 14-jährige Stute im Gespann vor der Kutsche. Vor dem Winter würde er Obst sie gerne verkaufen. „Jetzt ist weniger zu tun.“

Der Berliner kennt die meisten anderen Händler. „Man kommt her, um sich auszutauschen“, sagt Obst. Vielleicht nimmt er sogar selbst ein neues Pferd mit. „Wir sind eine große Familie.“ 

Von Frauke Herweg

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