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Neuruppin Neuruppiner Schüler und Lehrer protestieren in Potsdam für mehr Geld
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07:04 15.08.2019
Anke Bachmann, Leiterin der Evangelischen Schule Neuruppin, setzt sich dafür ein, dass freie Schulen mehr Geld bekommen. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Lehrer an Schulen in freier Trägerschaft seien genauso gut qualifiziert wie ihre Kollegen an den staatlichen Schulen und arbeiten in ihren Klassen genauso hart wie diese. Dennoch bekommen freie Schulen weniger Geld für ihre Lehrer aus Potsdam als Pädagogen an den Lehranstalten des Landes. „Das kann nicht sein“, sagt Anke Bachmann.

Die Leiterin der Evangelischen Schule Neuruppin, einige ihrer Kollegen und mindestens 120 Schüler wollen deshalb am Donnerstag in Potsdam protestieren. Sie schließen sich dort der Demonstration der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen im Land Brandenburg (AGFS) an, die um 10 Uhr an der Staatskanzlei startet und zu der 5000 Teilnehmer erwartet werden.

Viele Gespräche, kein Ergebnis

Die AGFS setzt sich für die Belange von über 170 nicht staatlichen Lehreinrichtungen der Mark ein, in denen rund 12,7 Prozent aller Schüler unterrichtet werden. Sie fordert, dass das Land die Zuschüsse an die freien Träger erhöht, weil sie auch den Lehrern an den staatlichen Schulen seit dem vergangenem Schuljahr mehr Geld zugesteht und die Landesregierung 2012 einen Gleichschritt bei der Finanzierung von staatlichen und freien Schulen beschloss.

Seit 2017 führe die Gemeinschaft deshalb intensive Gespräche mit dem Land über einen adäquaten Ausgleich, sagt AGFS-Vorsitzende Irene Petrovic-Wettstädt. Bisher ohne Erfolg. Nun soll auch die Öffentlichkeit von dem Problem erfahren. Nicht nur wegen der Ungleichbehandlung. Auch weil es für die freien Schulen dem aktuell vom Lehrermangel geprägten Markt es immer schwerer werde, Pädagogen zu finden, die trotz schlechterer Bezahlung dort unterrichten wollen.

Mit Konzepten punkten – noch

Das sehen die Evangelische Schule Neuruppin sowie die Integrative Bildungsstätten Gesellschaft Ibis, die die Montessori-Schulen in Neuruppin und Wittenberge betreibt, genauso – auch wenn sie in diesem Schuljahr alle Stellen trotz der angespannten Lage auf dem Lehrermarkt besetzen konnten. Sowohl Anke Bachmann als auch pädagogische Ibis-Leiterin Birgit Reichel sagen, dass sie mit ihren Konzepten punkten können. Noch.

Anke Bachmann sieht der Benachteiligung durch die Finanzierung und Nicht-Verbeamtung an freien Schulen dennoch dennoch mit Sorge. „Eine Gleichbehandlung wäre ganz wichtig.“

Einen entsprechenden Ausgleich bei den Lehrergehältern über das von Eltern gezahlte Schulgeld zu stemmen, sei schwierig, betont Reichel. Schließlich sollte dieses sozialverträglich bleiben. Dass eingefleischte Montessori-Pädagogen weniger Gehalt in Kauf nehmen sei toll – bleibe aber ungerecht.

Evangelische Schulstiftung klagt

Viele Träger wollen das nicht hinnehmen. Mehr als 250 Klagen freier Schulen mit Gesamtstreitwert von über 40 Millionen Euro liegen derzeit vor den Verwaltungsgerichten, berichtet Petrovic-Wettstädt.

Auch die Schulstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, zu der die Neuruppiner Schule mit ihren 1080 Schülern und 83 Lehrern gehört, klage. Ob Ibis, bei dem an beiden Standorten 370 Kinder von 38 Lehrern unterrichtet werden, ebenfalls diesen Weg geht, will Reichel nicht sagen.

Ibis unterstützt aber die aktuellen AGFS-Forderungen. Zur Demonstration werde aber „aus zeitlichen Gründen“ niemand hinfahren.

Von Celina Aniol

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