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Neuruppin Neuruppiner Tempelgarten zeigt „Fontanes Pflanzen“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Neuruppiner Tempelgarten zeigt „Fontanes Pflanzen“
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01:16 29.04.2019
"Fontanes Pflanzen" im Neuruppiner Tempelgarten: Aloe soll Aufmerksamkeit symbolisieren. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Wacholder und Liebstöckel symbolisieren verborgene Kräfte, Immortellen das Gedenken – im Neuruppiner Tempelgarten ist seit Freitag die Ausstellung „Fontanes Pflanzen“ zu sehen. Bis Ende Oktober können Besucher auf einem „Fontane-Pfad“ Pflanzen aus dem Werk des bekanntesten Brandenburger Dichters entdecken. Wasserliesch etwa, der in einer Eingangspassage des „Stechlin“ blüht. Oder Wacholder, der ebenfalls in Fontanes letztem Roman Erwähnung findet.

Ideen für eine Pflanzenschau habe es schon lange vor dem Fontanejahr gegeben, sagt Peter Neiß vom Neuruppiner Tempelgartenverein. Mit Klaus-Peter Möller vom Fontane-Archiv der Uni Potsdam fanden Neiß und seine Mitstreiter schließlich einen Experten, der die Ausstellung inhaltlich begleitete. Ganz bewusst setzten die Ausstellungsmacher auf eine in Kübeln präsentierte Pflanzenschau. „Wir konnten nicht einfach willkürlich in eine historische Gartenanlage eingreifen“, sagte Klaus-Peter Möller bei der Eröffnung der Schau.

Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte, und Peter Neiß vom Tempelgartenverein sprachen zur Ausstellungseröffnung. Quelle: Peter Geisler

Möller hat Fontanes Werk in den vergangenen Monaten auch auf seine zahlreichen botanischen Verweise untersucht. „Viele lesen darüber hinweg“, sagt Möller. Als Apotheker habe Fontane jedoch ein fundierte botanische Ausbildung genossen. Keine Pflanze wird zufällig in seinen Werken genannt.

Mehrfach stieß Möller in Fontanes literarischem Werk etwa auf das Vergissmeinnicht, die Immortellen oder die Digitalis – den hochgiftigen Fingerhut. „Immer wenn die Digitalis kommt, ist gleich jemand tot“, sagt Möller.

Wiesenstrauß voller Symbolik

Auf den hochgiftigen Fingerhut verzichten die Ausstellungsmacher. Das Vergissmeinnicht zeigen sie sehr wohl. In „Irrungen und Wirrungen“ pflückt Lene Botho einen Wiesenstrauß mit Vergissmeinnicht – Symbol für das Gedenken an den getrennten Liebespartner.

Bei Zeitungslesern erregte der Fortsetzungsroman bei seinem Erscheinen Zorn wegen seiner unverheirateten Protagonisten. „Wann hört der Hurenroman endlich auf?“ schreibt ein Leser damals.

Für Fontane-Liebhaber möglicherweise keine Überraschung: Gleich zu Anfang ist eine Palme zu sehen – eine Reminiszenz an Fontanes Roman „L’Adultera“. Gärtner Kagelmann betreibt darin ein florierendes Leihgeschäft mit Palmen, die sich zu ganz unterschiedlichen Anlässen ausleihen lassen. „Palme passt immer“, sagt der Gärtner. „Un is kein Unterschied ob Trauung oder Begräbnis.“

Immortellen, Pflanzen mit trockenen, sehr lange haltbaren Blättern sind vor dem Amalthea-Tempel zu sehen. Quelle: Peter Geisler

An acht Stationen können Besucher auf dem „Fontane-Pfad“ Halt machen. Der Tempelgartenverein hat für Besucher eine Broschüre aufgelegt, die die verschiedenen Pflanzen und ihren Bezug zu Fontanes Werk erklärt. Wer mehr lesen möchte, kann zudem in einem ausführlicheren Heft blättern. Beide sind im Tempelgarten sowie im Museum Neuruppin zu haben.

Das Interesse an Fontanes Pflanzen sei groß, sagt Möller. Bislang hat das Archiv erst kleinere Artikel dazu veröffentlicht. Doch eigentlich, sagt Möller, müssten die Forscher eine eigenes Lexikon über Fontanes Pflanzen schreiben.

Von Frauke Herweg

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