Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Für seinen Freiwilligendienst bittet dieser Neuruppiner um Spenden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin

Neuruppiner bittet für Freiwilligendienst um Geldspenden

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:56 28.06.2021
Hat das Abi in der Tasche: Magnus Müller aus Neuruppin will Kindern am anderen Ende der Welt helfen.
Hat das Abi in der Tasche: Magnus Müller aus Neuruppin will Kindern am anderen Ende der Welt helfen. Quelle: Henry Mundt
Anzeige
Neuruppin

Im Oktober soll sie losgehen: die weite Reise für den 17-jährigen Neuruppiner Magnus Müller nach Indien oder Südafrika. In einem der beiden Länder möchte er dann seinen sechsmonatigen Freiwilligendienst absolvieren.

„Die größte Motivation ist, etwas wirklich Neues und Aufregendes nach der Schule zu erleben – etwas, das sinnvoll ist“, sagt er. Während seines Freiwilligendienstes möchte er Kindern Nachhilfeunterricht geben und sie im Fußball fördern.

Magnus Müller bittet um Geldspenden

Doch noch fehlt Magnus Müller das Geld für die Reise. „Leider kosten der Flug, das Visum, die Versicherung, Impfungen, Lebensmittel sowie Transport- und Wohnkosten sehr viel Geld“, fasst er zusammen. Selbst hat er in den vergangenen Monaten viel gearbeitet, um sich die Reise zu finanzieren.

Etwa 2000 Euro habe er sich schon angespart. Doch damit sein Traum in Erfüllung geht, ist er auf Geldspenden anderer angewiesen – insgesamt wird die Reise laut Magnus Müller wohl zwischen 5000 und 6000 Euro kosten.

Ein soziales Herz: Vor allem den Kindern möchte er helfen

Seit Beginn der Pandemie gibt Magnus Müller bereits Kindern und Jugendlichen in Neuruppin Nachhilfe. „Die Zahl der Schüler, die Hilfe brauchen, ist wegen der Pandemie größer geworden“, sagt er. Zu helfen sei für ihn eine Selbstverständlichkeit.

Seit seinem fünften Lebensjahr spielt Magnus Müller Fußball. Quelle: Henry Mundt

Seit er fünf Jahre alt ist, spielt der Neuruppiner Fußball. Beides möchte er während seines Freiwilligendienstes verbinden, um Kinder in Indien oder Südafrika zu fördern und zu unterstützen. „Ein inklusives Weltbild, jedem Menschen mit Akzeptanz begegnen und sich selbst weiterentwickeln, während man Hilfe zur Selbsthilfe leistet – Dinge, die ein Freiwilligendienst einen Menschen lehrt“, beschreibt Magnus Müller.

An der Erfahrung möchte er wachsen. Zudem könne Sport den Menschen viel bringen, sie aneinander führen und eine Gemeinschaft entstehen lassen, meint er.

Indien oder Südafrika: Noch ist der Reiseort unklar

In diesem Jahr hat der 17-jährige am Evangelischen Gymnasium in Neuruppin erfolgreich sein Abitur bestanden. Ursprünglich sollte es im Oktober nach Südafrika, Kapstadt, gehen. Doch weil der Bund eine Reise nach Indien finanziell gefördert hätte, änderte Magnus Müller sein Reiseziel dorthin.

Wegen der Pandemie aber und der unsicheren Situation in Indien rät die Bundesregierung inzwischen davon ab, den Freiwilligendienst dort zu machen. Wenn sich daran nichts mehr ändert, soll es also wieder Kapstadt werden, sein eigentlicher Plan – jedoch ohne finanzielle Unterstützung des Bundes.

Auch Kenneth Kastner aus Neuruppin ist nach seinem Abitur am Evangelischen Gymnasium erst mal ins Ausland gegangen: Er hatte monatelang an einer muslimischen Grundschule auf der afrikanischen Insel Sansibar unterrichtet. Quelle: Kenneth Kastner/privat

In Indien würde er seinen Freiwilligendienst bei der Organisation „Youth Football Club“ ableisten. Noch ist Indien wegen der prekären Coronalage aber als Risikogebiet eingestuft. Magnus Müller wartet und hofft darauf, dass sich das noch ändert. Bleibt es aber dabei, reist er nach Südafrika – bei eigenfinanzierten Freiwilligendiensten reicht es, sich spätestens zwei Monate vor der Reise für eine Organisation in dem Land zu entscheiden.

Angst davor, weit weg von zu Hause zu sein, hat er nicht. Generell sei er nicht der Mensch, der großes Heimweh hat. „Es macht natürlich auch ein bisschen traurig, ein halbes Jahr weg zu sein von der Familie, der Freundin und meinen Freunden“, sagt er. Aber auch von ihnen erfahre er viel Unterstützung. „Vor allem mental unterstützen sie mich extrem“, sagt er.

Er möchte eigene Privilegien reflektieren – und die Erfahrungen nach Deutschland tragen

Er hofft, auch persönlich an der Reise zu wachsen. Magnus Müller möchte stereotypisches Denken über andere Kulturen und Länder abschütteln und die gewonnenen Erfahrungen mit nach Deutschland tragen.

Ein Freiwilligendienst prägt die Persönlichkeit: In Nungwi im Norden der Insel Sansibar hatte Kenneth Kastner das einfache Leben der Einwohner hautnah miterlebt, während sich die Touristen in exklusiven Hotels am Meer vergnügten. Quelle: Kenneth Kastner/privat

„Wir alle, ich auch, haben stereotypisches Denken. Wenn ich wieder da bin, möchte ich ein anderes Bild von den Menschen und der Kultur vermitteln“, sagt er. Er glaubt nicht, dass ein Freiwilligendienst das Leben der Menschen in Indien oder Südafrika maßgeblich beeinflussen wird – auch wenn er versuchen wird, so gut es geht zu helfen.

Dennoch werde die Zeit sein künftiges Denken und Handeln beeinflussen – er hofft auch, andere damit positiv beeinflussen zu können.

Wer Magnus Müller unterstützen möchte, kann das hier tun

Über seine Zeit will Magnus Müller auch in einem Blog schreiben. Darin möchte er auch die Kinder, mit denen er zusammenarbeiten wird, zu Wort kommen lassen, insofern sie das möchten. Damit möchte er „das Bewusstsein von anderen Menschen gegenüber globalen Armutssituationen stärken“, wie er in seinem Spendenaufruf schreibt.

Fast 700 Euro sind durch seinen Spendenaufruf schon zusammengekommen – 3500 Euro ist das Ziel. Bisher unterstützen ihn 16 Menschen. Wer Magnus Müller auch unterstützen möchte, kann das hier tun: https://www.gofundme.com/f/magnus-freiwilligendienst-in-indien-sdafrika.

Von Steve Reutter

28.06.2021
Apathie nach Operationen - Ruppiner Kliniken: neue Wege gegen Delirium
28.06.2021