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Neuruppin Neuruppin verliert seine einzige Ehrenbürgerin
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17:52 07.01.2020
Lisa Riedel bei ihrem 90. Geburtstag vor vier Jahren. Quelle: Peter Geisler (Archiv)
Neuruppin

Neuruppins hoch geschätzte langjährige Museumsleiterin und Ehrenbürgerin Lisa Riedel ist tot. Sie starb bereits am 29. Dezember, wie ihr Verleger und langjähriger Weggefährte Günter Rieger jetzt mitteilte. Lisa Riedel wurde 94 Jahre alt.

28 Jahre lang hat sie das Neuruppiner Museum geleitet, viel länger als sie eigentlich wollte. Noch heute sprechen viele Ruppiner mit Anerkennung von ihr und ihrer Arbeit.

Lisa Riedel wurde 1925 im sächsischen Hohenstein-Ernstthal bei Zwickau geboren. Sie stammte aus einem Arbeiterhaushalt. Hunger musste sie nicht leiden, beschrieb sie ihre Kindheit einmal, richtig satt essen konnte sich die Familie aber auch nie. Nach der Schule arbeitete sie in einer Fabrik als sogenannte Strumpfrepassiererin und nahm letzte Reparaturen an den roh gefertigten Strümpfen vor, bevor die weiter verarbeitet wurden.

Im Krieg von Sachsen nach Brandenburg

Doch sie wollte immer mehr. In den 40er Jahren ließ sie sich zur Fernschreiberin ausbilden und gelangte in den Kriegsjahren so aus Sachsen nach Brandenburg. In Zossen arbeitete sie während des Zweiten Weltkriegs beim Oberkommando des Heeres. Als das evakuiert wurde, gelangte sie unter anderem nach Menz bei Rheinsberg.

Nach Kriegsende war sie kurzzeitig Schuldirektorin, bevor sie sich 1954 für den Weg als Museologin entschied. Als sie vier Jahre später nach Neuruppin kam, wollte sie eigentlich nur kurz bleiben. Aus fünf Jahren wurden zehn, aus zehn schließlich 20. Am Ende hat sie das Heimatmuseum über ein Vierteljahrhundert am jetzigen Standort aufgebaut und zur Geschichte der Stadt und der Region geforscht. Von ihr stammen etliche Bücher und andere Veröffentlichungen dazu.

Neuruppins Ehrenbürgerin seit 2004

2004, kurz vor ihrem 80. Geburtstag, verliehen die Stadtverordneten ihr für ihre Verdienste um Neuruppin die Ehrenbürgerschaft der Stadt. Sie war die erste und bislang einzige Frau, der diese Auszeichnung zuteil wurde.

„Es ist eine traurige Nachricht, die uns erreicht hat“, kommentiert Bürgermeister Jens-Peter Golde ihren Tod. „Frau Obermuseumsrätin Lisa Riedel war eine geachtete Persönlichkeit unserer Fontanestadt und hat durch ihr Wirken im Heimatmuseum und ihre produktive publizistische Tätigkeit mitgeholfen Neuruppin bekannt und besuchenswert zu machen. Ihr Wirken als Leiterin des Heimatmuseums von 1958 bis 1986 hat bis heute nachhaltige Spuren hinterlassen“, sagt er. „Sie hat zu Recht über ihren Tod hinaus einen Ehrenplatz in unserer Bürgerschaft verdient.“

Von Reyk Grunow

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