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Neuruppin Firmen suchen Gift unter Neuruppins altem Flugplatz
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18:21 14.08.2019
Eine Firma legt auf dem ehemaligen Flugplatz derzeit neue Brunnen an, um das Grundwasser auf Schadstoffe untersuchen zu können. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

Kann auf dem ehemaligen Flugplatz von Neuruppin ein neues Wohngebiet entstehen? Genau das sollen Fachleute in den kommenden Monaten im Auftrag der Stadt Neuruppin und der Brandenburgischen Boden-Gesellschaft (BBG), einer Tochterfirma des Landes klären.

Seit dieser Woche laufen dazu umfangreiche Untersuchungen auf Altlasten im Boden und im Grundwasser.

„Wir wissen, dass dort etwas ist“, sagt Neuruppins Baudezernent Arne Krohn. Doch welche Stoffe genau und in welcher Konzentration? Können die Flächen so saniert werden, dass dort guten Gewissens Wohnungen entstehen können?

Oder ist so eine Sanierung viel zu aufwändig, zu teuer und vielleicht auch zu langwierig? All das soll jetzt mit verschiedenen Gutachten geklärt werden.

Zuerst werden die obersten Bodenschichten untersucht

Die Firmen untersuchen eine rund zehn Hektar große Fläche zwischen der Hans-Grade-Straße und dem Bad-Kreuznach-Ring am östlichen Rand des einstigen Flugplatzes.

Zunächst wird die Fläche an mehreren Stellen oberflächlich untersucht, um eine eventuelle Kontamination in den obersten Schichten zu klären, sagt Sylvia Schulze, die das Projekt im Neuruppiner Rathaus begleitet.

Parallel dazu werden mehrere Brunnen errichtet, um das Grundwasser über längere Zeit auf Schadstoffe überprüfen zu können.

Stadt und Land teilen sich die Kosten

Jeweils rund die Hälfte der jetzt untersuchten Fläche gehört der Stadt Neuruppin und dem Land Brandenburg. Die BBG hat auch die Untersuchung der städtischen Flächen übernommen, Stadt und Land teilen sich die Kosten.

Für Neuruppin ist das Areal eine der wichtigsten Reserveflächen für den Wohnungsbau, sagt Dezernent Krohn. Schon in den 90er Jahren wurde darüber diskutiert, dass in der sogenannten Vorstadt Nord Platz für etliche neue Wohnungen wäre. Rund 230 könnten dort entstehen, schätzte Sabine Supke, die das Amt für Stadtentwicklung im Rathaus leitet.

Ob sich die Flächen überhaupt bebauen lassen, weiß bisher noch niemand. „Im Moment gehen wir nicht von einem K. o. aus“, sagt Sabine Supke.

Erste Untersuchungsergebnisse werden im Oktober erwartet

100.000 Euro hat Neuruppin für die Untersuchungen im Haushalt eingeplant. Erste Ergebnisse erwartet die Stadt bis Ende Oktober. Dann soll klar sein, ob sich weitere, genauere Untersuchungen überhaupt lohnen.

Saniert werden müsse das Areal wohl ohnehin irgendwann, sagt Bürgermeister Jens-Peter Golde. Selbst wenn sich herausstellt, dass dort nicht gebaut werden kann.

Er erinnert sich noch an den Abzug der russischen Armee in den 90er Jahren: Überall auf dem Flugplatz lagen marode unterirdische Rohre, aus denen jahrelang tausende Liter Kerosin in den Boden sickerten.

Von Reyk Grunow

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