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Neuruppin Jedem zweiten Stadtbaum geht es schlecht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Jedem zweiten Stadtbaum geht es schlecht
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18:06 15.02.2019
Viele alte Bäume in Neuruppin sind schwer geschädigt. Das gilt auch für die große Ulme am Rheinsberger Tor. Quelle: Peter Geisler/Archiv
Neuruppin

Die Bilanz sieht nicht rosig aus. Neuruppin ist zwar eine grüne Stadt. Aber um es auf Dauer zu bleiben, müsste sie noch viel mehr Geld als bisher für Pflege und Erhalt ihrer Bäume ausgeben. Das war die Botschaft, die die Stadtverordneten im Bauausschuss am Donnerstag mitgenommen haben.

Drei Baumwarte kümmern sich inzwischen das gesamte Jahr über um das Großgrün der Stadt, wie die Bäume im Amtsdeutsch heißen. Genau 20.578 Bäume in Neuruppin und den Ortsteilen fallen in ihre Zuständigkeit: Bäume an Straßen, auf öffentlichen Plätzen, in Kitas, vor Schulen oder anderen Einrichtungen.

Knapp 600 davon gehören eigentlich der Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft, werden von der Stadtverwaltung aber mit kontrolliert. Nicht mitgezählt ist der Stadtwald wachsen.

Viele Bäume werden de nächsten Jahre wohl nicht überleben

Zwei Drittel der erfassten Bäume sind 40 Jahre alt, manche schon 250 Jahre oder älter. Das eigentlich Brisante: „Etwa die Hälfte der Bäume ist leicht bis stark geschädigt“, sagt Baumwart Christian Zech. Viele werden die nächsten fünf, sechs oder zehn Jahre kaum überleben, schätzen die Fachleute der Stadtverwaltung.

Das gilt für große, alte Alleebäume an der Neustädter Straßen genauso wie für alte Eichen vor der Klosterkirche, die große, markante Ulme am Bahnhof Rheinsberger Tor oder die beiden riesigen Ahorne neben dem Denkmal Friedrich Wilhelm II. auf dem Schulplatz.

Bauarbeiten haben oft Wurzeln beschädigt

Für die Baumwarte gibt viele Gründen, die für den Zustand der Bäume verantwortlich sind. Einer: Viele sind einfach alt und schon deshalb nicht mehr so vital wie noch vor Jahrzehnten. Ein anderer wichtiger: die vielen Bauarbeiten in den 90er Jahren und danach.

Sie dürften auch dafür verantwortlich sein, dass es den beiden Ahornen auf dem Schulplatz jetzt so schlecht geht. Für Baumfachmann André Bär ist das eine eindeutige Spätfolge der Bauarbeiten am Schulplatz Mitte der 90er Jahre. Fotos belegen, wie damals Wurzeln schwer beschädigt wurden.

1200 Bäume fehlen schon jetzt

„Früher hatte man noch ganz andere Vorstellungen davon, was so ein Baum abkann“, sagt Baumwart Hendrik Hüttich. Bagger haben rücksichtslos Wurzeln zerstört, Firmen haben schweres Material unter den Baumkronen abgelagert und die Wurzeln durch das Gewicht zusätzlich geschädigt. Vieles, was man heute über Bäume weiß, war damals noch nicht bekannt – oder wurde schlicht ignoriert. Die Folgen werden noch auf Jahre zu spüren sein.

Schon jetzt haben die Baumwarte in Neuruppin und den Ortsteilen 1200 Stellen ausfindig gemacht, an den Bäume gehören. Sie alle müssten zwingend nachgepflanzt werden, sagt Hüttich, das sei vom Gesetz vorgeschrieben. Trotzdem hat Neuruppin diese Pflicht lange vernachlässigt.

Alleine, die 1200 fehlenden Bäume zu ersetzen würde rund 720.000 Euro kosten, hat die Stadtverwaltung ausgerechnet.

Die Diskussion beginnt gerade erst

Rund 800.000 Euro gibt die Fontanestadt inzwischen für die Pflege ihrer Bäume aus. Die Baumwarte fordern aber 150.000 Euro pro Jahr zusätzlich, um endlich nach und die fehlenden Bäume nachpflanzen zu können.

Der Bauausschuss hat sich am Donnerstag zum ersten Mal ausschließlich mit diesem Thema befasst. Für Baudezernent Arne Krohn kann das aber nur ein Anfang sein. Er geht davon aus, dass die Diskussion noch lange nicht beendet ist: „Das ist eine Generationenaufgabe.“ Die meisten Abgeordneten waren von dem, was ihnen die Baumwarte da in drei Stunden geballt vorstellten, beeindruckt und ernüchtert.

150.000 Euro im Jahr, um alte Bäume durch neue zu ersetzen? Für Siegfried Wittkopf (Linke) ist das eindeutig: „Dieses Geld muss einfach da sein.“

Von Reyk Grunow

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