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Neuruppin Noch ein Wohngebiet im Seetorviertel
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Noch ein Wohngebiet im Seetorviertel
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18:18 15.11.2019
Das alte Bauernhaus an der Seepromenade soll in den Grundmauern stehen bleiben. Es wird zum Restaurant umgebaut. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

So langsam verliert Markus Fetter die Geduld. Schon vor einem Jahr hatte der Stadtverordnete von Pro Ruppin eine Lösung für die Steinstraße gefordert. Viele Kinder müssen die auf dem Weg zur Schule jeden Tag überqueren. Doch die Straße mit kurz vor dem Seedamm so unübersichtlich, dass jede Querung zum Abenteuer wird.

Fetter hatte gehofft, dass sich eine Lösung findet, wenn die nächsten Pläne für das geplante Wohngebiet im Seetorviertel fertig sind. Doch in dem Bebauungsplan, den Stadtplaner Thomas Nagel den Abgeordneten am Donnerstag vorgelegt hat, geht es um den Schulweg überhaupt nicht.

Tatsächlich hatten die Planer noch vor einiger Zeit gehofft, dass sie ein Konzept für eine größere Fläche ausarbeiten könnten, als es am Ende möglich war. Ursprünglich sollte der Bebauungsplan Ideen für die gesamte Fläche zwischen dem Parkhaus im Seetorviertel und der Steinstraße und für die Fläche auf der nördlichen Straßenseite aufzeigen.

Das Berliner Architektenbüro Springer hatte 2018 einen Wettbewerb zur Gestaltung der Häuser entlang der Stadtmauer gewonnen. Auch die sind teil des Planes, mit dem sich die Stadtverordneten jetzt befassen. Quelle: Springer Architekten

Doch der Eigentümer der Flächen nördlich der Steinstraße wollte nicht mitmachen, räumte Thomas Nagel im Bauausschuss ein. Also wurde das beplante Areal etwas kleiner.

2016 hatte die Stadt Neuruppin einen Rahmenplan beschlossen. In dem steht, was sich die Stadt generell auf den Filetgrundstücken zwischen Stadtmauer und Ruppiner See dort vorstellt.

Wohnungen statt Altenheim

Die 1,4 Hektar große Fläche, um die es jetzt geht, grenzt im Osten an die Straße An der Seepromenade und im Norden an die Steinstraße. Im Westen endet sie an der Stadtmauer. Einst waren das die sogenannten Fischerwiesen. Auf der Fläche vor der Stadtmauer habe im Mittelalter die Fischer ihre Netze getrocknet.

Vor drei Jahren gab es noch die Idee, dort ein Altenheim oder eine ähnliche Pflegeeinrichtung zu bauen. Dieser Plan ist inzwischen vom Tisch, sagt Planer Nagel. Der Eigentümer des Grundstücks setzt mittlerweile ganz auf Wohnungen.

Thomas Nagel und seine Kollegen planen nicht nur für Neuruppin große Wohngebiete. Quelle: René Gaffron

Entlang der Steinstraße sollen die Gebäude drei Geschosse haben und vor allem kleinere Wohnungen bieten. In dem Gebäude dahinter sind auch größere vorgesehen.

Aus der Erfahrung mit dem ersten Neubau im Seetorviertel gibt es für diese Flächen eine besondere Festlegung. „Nur ausnahmsweise sind dort Ferienwohnungen zugelassen“, sagt Thomas Nagel.

Laut einer neuen Studie, die das Bauamt in Auftrag gegeben hatte, braucht Neuruppin mehr Wohnungen. Bis 2035 könnten bei steigendem Zuzug bis zu 1300 in der Stadt und den Ortsteilen fehlen. Einige Hundert könnten im Seetorviertel entstehen.

Ferienwohnungen will die Stadt dort nicht

Erlaubt sind Ferienwohnungen daher ausschließlich in dem alten Haus, das Gegenüber des einstige Verwaltungsbaus des Feuerlöschgerätewerks an der Straße steht und zurzeit entkernt wird. Die Planer hatte sich dafür starkgemacht, dass dieses Gebäude stehen bleibt und nicht einfach abgerissen wird.

An solchen alten Bauten könnten die Menschen auch später noch erkennen, dass auf dieser Fläche einmal etwas anderes stand als ein modernes Wohngebiet. Der Bezug zur Geschichte der Stadt sei wichtig, findet Thomas Nagel.

In den Altbau soll nach dem Umzug ein Restaurant oder ein Pub mit Gästezimmern im Obergeschoss einziehen.

Auf dem Nachbargrundstück in Richtung See laufen die Arbeiten bereits. Das einstige Verwaltungsgebäude des Feuerlöschgerätewerkes wird gerade saniert. Dort entstehen 20 Wohnungen. Auf den Flächen rund herum sogenannte Stadtvillen, auch sie mit Tiefgarage. Quelle: Reyk Grunow

Neben Wohnungen sind im Erdgeschoss der geplanten Neubauten rundherum auch Arztpraxen, Cafés oder Läden denkbar. Was genau dort entsteht, entscheidet am Ende aber der Investor. Die Stadtverordneten können in dem Bebauungsplan nur festlegen, was sie dort erlauben wollen oder eben nicht.

Mitten durch das Gebiet geht eine große Abwasserleitung

Sämtliche Parkplätze sollen in Tiefgaragen verlegt werden. Die hat den Architekten besonderes Kopfzerbrechen bereitet. Mitten durch das Areal führt nämlich eine große Abwasserleitung der Stadtwerke, die nicht umverlegt werden kann. Die Tiefgarage muss deshalb etwas zur Seite rücken.

Bis in dem Gebiet wirklich gebaut wird, könnten noch ein, zwei Jahr vergehen. Jetzt liegt erst einmal ein Entwurf für einen Bebauungsplan vor. Den müssen die Stadtverordneten aber erst noch absegnen. Geplant ist das für 16. Dezember.

Wie der Schulweg über die Steinstraße sicher werden kann, ist indes weiter offen. Der Landesbetrieb Straßenwesen will die Steinstraße bald sanieren und umbauen. Doch das passiert frühestens 2022, eher 2023 oder später, sagt Neuruppins Baudezernent Arne Krohn.

Von Reyk Grunow

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