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Neuruppin 15 Mal ohne Fahrerlaubnis erwischt: Verkehrssünderin muss ins Gefängnis
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin 15 Mal ohne Fahrerlaubnis erwischt: Verkehrssünderin muss ins Gefängnis
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17:01 19.11.2019
Eine notorische Verkehrssünderin wurde am Dienstag vor dem Neuruppiner Amtsgericht verurteilt. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Weder Geld-, noch Bewährungs- oder Gefängnisstrafen hielten eine 31-Jährige aus Neuruppin davon ab, sich immer wieder ans Steuer eines Autos zu setzen – ohne Fahrerlaubnis.

Angeklagte zeigte sich kratzbürstig

Nun saß sie erneut auf der Anklagebank. Allerdings gegen ihren Willen, wie sie mehrmals kundtat. Auch die anwesende Presse war ihr ein Dorn im Auge. Wenn schon, dann ein Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Damit konnte sie sich nicht durchsetzen, allerdings mit dem Antrag, den Sachverständigen nicht vor Publikum zu hören.

Am Dienstag verurteilte das Schöffengericht des Neuruppiner Amtsgerichts sie zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Diese setzt sich zusammen aus zwei Gesamtstrafen von je acht Monaten und einer von einem Jahr und vier Monaten. Darin enthalten sind vorangegangene Urteile.

Immer wieder ohne Fahrerlaubnis am Steuer

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagte ab Anfang 2014 immer wieder am Steuer erwischt wurde, insgesamt 15 Mal ohne die erforderliche Fahrerlaubnis. Außerdem stellte das Gericht drei Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz und fünf Tankstellenbetrüge fest. In Hennigsdorf war sie gleich zweimal zu schnell unterwegs und wurde geblitzt. Aber auch in Neuruppin traf die Polizei die Angeklagte immer wieder als Autofahrerin an.

„Sie ist bekannt als Intensivtäterin“, sagte ein Beamter. Einem anderen offenbarte sie, sie sei süchtig nach Autofahren.

Vor Gericht hatte sie sich dahingehend eingelassen, dass sie am 9. April 2008, selbst den Tag wusste sie noch, in Kiel ihre Führerscheinprüfung abgelegt habe, dass die Fahrerlaubnis ihr aber wegen zu schnellen Fahrens abgenommen worden sei.

Dass war das erste Mal, dass die Angeklagte so vor einem Gericht argumentiert hat. Laut Nachprüfungen des Gerichts habe die Angeklagte aber nie eine Fahrerlaubnis gehabt.

Gericht glaubte Angeklagter nicht

„Wir halten das für eine reine Schutzbehauptung“, sagte die Vorsitzende Richterin. Die Angeklagte habe sich als „sehr wehrhafter Mensch gezeigt, der durchsetzt, was er will.“

Dass sie nicht versucht habe, den Führerschein zurückzubekommen und nicht alle ihre Kräfte darein gelegt habe, sei aus Sicht des Gerichts nicht nachvollziehbar. Wenn es denn so war, wie sie behauptete.

Ihr Verteidiger dagegen sprach davon, dass seine Mandantin irgendwann den Glauben verloren und es aufgegeben habe, die Fahrerlaubnis wiederzubekommen. Er meinte, dass die Verhandlung nicht zu einem abschließenden Ergebnis gekommen wäre, ob sie einen Führerschein hat oder nicht.

Seit 2010 immer wieder auffällig

Seit 2010 fällt die Angeklagte immer wieder wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis auf. Dafür hat sie bereits im Gefängnis gesessen. Auch das hatte offensichtlich keine nachhaltige Wirkung. Als sie im März 2014 aus dem Landgericht Neuruppin nach einer Berufungsverhandlung kam, setzte sie sich schnurstracks wieder ans Steuer.

In einem früheren Urteil hieß es, sie sei nicht unrechtseinsichtig. Sie halte diese Straftaten für „bloße Lappalien“. Die Justiz zerstöre alles, was sie sich aufgebaut habe. Sie zeige blankes Unverständnis, dass sie dafür bestraft werde, lautete das Urteil damals.

Nach wie vor uneinsichtig

An ihrer Einstellung hat sich offensichtlich nichts geändert. Nicht sie hat etwas Falsches gemacht. Wie sie auf dem Gerichtsflur mehrfach verkündete, hält sie das Verfahren für „ganz klar manipuliert“.

Das Schöffengericht hielt der Angeklagten ihre Uneinsichtigkeit vor. „Wir glauben, dass Sie auch heute hier rausgehen und sich ans Steuer setzen“, sagte die Richterin. „Heute mal nicht“, kam es zurück.

Weil das Gericht keine andere Möglichkeit sah, auf die Frau einzuwirken als durch eine Gefängnisstrafe, setzte es die Strafe nicht zur Bewährung aus.

Von Dagmar Simons

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