Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Gastro-Beschäftigte in OPR und Prignitz beim Einkommen deutlich unterm Durchschnitt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin

OPR und Prignitz: Beschäftigte in Gastronomie liegen beim Einkommen deutlich unterm Durchschnitt

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:44 26.10.2021
Viele Angestellte in der Gastronomie kommen mit ihrem Lohn kaum über die Runden.
Viele Angestellte in der Gastronomie kommen mit ihrem Lohn kaum über die Runden. Quelle: Gewerkschaft NGG
Anzeige
Neuruppin/Perleberg

Sie arbeiten dann, wenn andere frei haben, kommen mit ihrem Lohn aber kaum über die Runden: Köche, Servicekräfte und Hotelangestellte verdienen in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und Prignitz weit unterdurchschnittlich – und könnten aus Geldsorgen ihrer Branche immer häufiger den Rücken kehren. Davor warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und verweist auf eine Analyse der Hans-Böckler-Stiftung, die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet hat.

Beschäftigte in OPR verdienen im Durchschnitt 1779 Euro brutto

Demnach kommen Beschäftigte aus dem Gastgewerbe, die eine Vollzeitstelle haben, im Kreis Ostprignitz-Ruppin auf ein mittleres Monatseinkommen von 1779 Euro brutto. Zum Vergleich: Branchenübergreifend liegt der Durchschnitt bei Vollzeit im Landkreis bei 2600 Euro.

„Wenn Hotel- und Gastro-Beschäftigte 32 Prozent weniger verdienen als der Schnitt, dann darf sich keiner darüber wundern, dass sie sich in Zeiten der Corona-Krise einen neuen Job suchen. Denn viele von ihnen mussten monatelang mit dem Kurzarbeitergeld auskommen, ein Teil der Beschäftigten ist noch immer darauf angewiesen. Das sind harte Einbußen bei einem ohnehin niedrigen Einkommen“, betont Sebastian Riesner, Geschäftsführer der NGG-Region Berlin-Brandenburg.

Situation in der Prignitz ist ähnlich

In der Prignitz sieht die Situation ähnlich aus. Dort liegen die Angestellten in der Gastronomie beim Einkommen 33 Prozent unterm Schnitt. Vollzeitbeschäftigte kommen dort auf ein mittleres Monatseinkommen von 1712 Euro brutto.

An den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Brandenburg appelliert die NGG, die Branche in den jetzt anstehenden Tarifverhandlungen neu aufzustellen. Viele Probleme hätten lange vor der Pandemie existiert. „Von unbezahlten Überstunden und langen Arbeitszeiten bis hin zu einem rauen Umgangston hinter den Kulissen – viele Missstände sind auch hausgemacht“, so Riesner.

NGG fordert 13 Euro Mindestlohn

Nun müsse dringend etwas getan werden, um den Beschäftigten eine Perspektive nach der entbehrungsreichen Zeit zu bieten. Die Gewerkschaft fordert eine armutsfeste untere Lohngrenze von 13 Euro für die Branche und eine entsprechende Erhöhung der übrigen Löhne sowie ein Plus bei den Ausbildungsvergütungen von monatlich 200 Euro.

Tarifverhandlungen für das Brandenburger Gastgewerbe

Die Tarifverhandlungen für das Brandenburger Gastgewerbe starten am 4. November. „Ein wichtiger Punkt dabei sei eine Stärkung der Tarifbindung. Eine Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband sollte für Unternehmen nur dann möglich sein, wenn die Tarifverträge akzeptiert werden, die man gemeinsam ausgehandelt hat. Mitgliedschaften ohne Tarifbindung darf es nicht mehr geben“, betont Riesner.

Von MAZonline