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Neuruppin Opfer des Überfalls auf McDonalds vor Gericht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Opfer des Überfalls auf McDonalds vor Gericht
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18:46 29.10.2019
Vor dem Landgericht Neuruppin wurde der Prozess gegen zwei Männer wegen eines Überfalls auf die Neuruppiner McDonalds Filiale fortgesetzt. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Sie ringt erst einmal um Fassung, als sie auf dem Zeugenstuhl sitzt. Immer noch läuft vor ihrem inneren Auge ab, was in der Nacht zum 21. Januar dieses Jahres in der Neuruppiner McDonalds-Filiale passierte. Sie und drei Mitarbeiter des Schnellimbisses wurden von zwei maskierten und mit einer Schreckschusspistole bewaffneten Männern überfallen.

Zwei der mutmaßlichen Täter sitzen derzeit vor dem Landgericht Neuruppin: der 30-jährige Hanad A. und der 19-jährige Mohamed A.

Während der Jüngere am ersten Verhandlungstag zugab, dabei gewesen zu sein, bestritt der Ältere jedwede Tatbeteiligung. Er will, im Auto sitzend, nichts von dem Überfall mitbekommen haben.

Erinnerungen verfolgen Opfer

Die Mitarbeiter der Fast-Food-Kette müssen mit der Erinnerung an jene Nacht leben. Das gelingt dem einen besser, dem anderen schlechter. Der 30-jährige H. hat das Erlebte nach eigener Aussage gut weggesteckt. Wie er berichtet, war es kurz vor Geschäftsschluss.

„Es war eine Schicht wie jede andere. Wir machten die Küche sauber“, sagte der gelernte Koch. Er hörte ein dumpfes Geräusch, dachte, seine Kollegin hätte etwas fallen gelassen. Als er Richtung Gastraum ging, kam ihm die junge Frau entgegen – mit zwei Männern.

Er sei so erschrocken gewesen, dass er gar nicht bemerkt habe, dass sein anderer Kollege verschwunden war. Der hatte beim Anblick von zwei maskierten Personen das Weite gesucht. „Ich habe gemerkt, dass die Situation brenzlig wird und nur gesehen, dass ich wegkam.“

Vor dem Gebäude habe er ein kleines Auto gesehen, aber weder die Farbe noch das Kennzeichen erkennen können. Er habe dann ein Paar angesprochen und es gebeten, die Polizei zu verständigen.

Räuber verlor seine Maske

Währenddessen fragte einer der Täter immer wieder nach dem Verbleib des Mitarbeiters. Die Managerassistentin war auf dem Weg zur Drive-Kasse, als sie ihre Mitarbeiterin schreien hörte.

Dann sah sie sich auch schon einem Täter gegenüber, der sie ebenfalls nach dem Verbleib des dritten Mitarbeiters befragte. Sie begaben sich auf die Suche zu den Sozialräumen. Dem Räuber verrutschte ständig seine Maske, erinnerten sich alle. Irgendwann war sie dann weg.

Sie habe, so die Managerassistentin, gesagt: „Du kannst alles mitnehmen, was du willst. Nur lass uns in Ruhe.“ Als sie zurück ins Büro gingen, kam der zweite Täter, der eine Waffe hatte, dazu.

„Ich weiß nicht warum, aber seine Schuhe fielen mir ins Auge.“ Wie abgeschnittene Gummischuhe, so hat sie sie in Erinnerung. Sie habe dann den Tresor geöffnet. Ein Täter fragte nach einer Tüte, um das Geld einzupacken. Die riss, weil das Hartgeld zu schwer war.

Der andere bediente sich aus der offenen Kasse. Insgesamt sollen sie laut Anklage 7122 Euro erbeutet haben. Außerdem verlangten sie noch Handys. Ihres rückte die Managerassistentin heraus. Wie sie berichtete, war es nicht gesperrt, alle Kontakte für andere zu ersehen. Sie hat es zurück – aber seither nicht mehr benutzt.

Bevor die Täter das Weite suchten, forderte der Ältere der beiden die McDonalds-Angestellten auf, die Tür zuzumachen. Er kam, wie H. sagte, noch einmal zurück und sagte, sie sollten zwei Minuten warten. „Ich habe noch gedacht, warum geht ihr nicht einfach“, so H.

Managerassistentin ist arbeitsunfähig

Nach einer Zeit öffneten sie die Tür und schlichen sich vorsichtig durch das Lokal. Da kamen der vermisste Mitarbeiter und die Polizei.

„Ich war durch. Ich brauchte einen Arzt“, sagte die 60-jährige Managerassistentin vor Gericht. Sie habe sich bis heute nicht davon erholt. Seine beiden Kolleginnen hätten Todesängste ausgestanden, sagte H.

Er habe bereits zwei Tage nach dem Überfall wieder gearbeitet. Nachtschichten, insbesondere sonntags übernehme er seitdem ungern.

Sein Kollege hatte gebeten, nicht mehr nachts arbeiten zu müssen. Er sei trotzdem eingeteilt worden. Er lebt nicht mehr in Neuruppin. Die Managerassistentin dagegen ist seitdem arbeitsunfähig.

Die Verhandlung wird am 5. November fortgesetzt.

Von Dagmar Simons

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