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Neuruppin Piet Klocke kann im Stadtgarten nicht vollends überzeugen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Piet Klocke kann im Stadtgarten nicht vollends überzeugen
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15:50 27.09.2019
Piet Klocke in Neuruppin. Quelle: Regine Buddeke
Neuruppin

Wer Piet Klocke kennt und schätzt, weiß: Man lacht nur zu einem kleinen Teil darüber, was er sagt, und vielmehr darüber, wie er es sagt. Seine Auftritte schwelgen in aufreizender Langsamkeit – der Kabarettist vollführt bis zur Pointe einen gestenreich-aufgewühlten Tanz, fuchtelt emotional hochgebeutelt die Arme, rollt die Augen, schürzt die Brauen, legt die Stirn in gebirgsklammtiefe Falten – gibt sich mal exzentrisch, mal verpeilt, linkisch-naiv, hyperventilierend oder stoßseufzend. Man lacht unweigerlich angesichts solcher hochgepeitschten Emotionen nah am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Un­inspiriert, blass und planlos

Nicht so am Donnerstag. Was Piet Klocke da im Neuruppiner Kulturhaus auf die Bühne brachte, wirkte un­inspiriert, blass und planlos. Man mag ihm zugutehalten: Der Mann ist hocherkältet, die Stimme nicht geölt. Da hält sich wohl auch der Drang nach ausufernder Bewegung stark in Grenzen.

Schon nach 20 Minuten ging ein Besucher mit den Worten, er würde nichts verstehen, ob Klocke nicht etwas höher sprechen könnte. Kann er nicht. Sonst ja – früher habe er eine Libelle einsprechen können, merkt er an. Aber eben nicht erkältet. Zumindest nimmt er es halb mit Humor. Beim nächsten Klappern im Saal fragt er schelmisch: „Ist Ihnen das grad zu hoch?“

Schöne Töne: Nicole Johänntgen. Quelle: Regine Buddeke

Die 300 Besucher im Saal sind Klocke weitgehend wohlgesonnen. Die meisten bleiben auch nach der Pause. Immer wieder wird gelacht. Aber eben nicht so oft: Angesichts der Tatsache, dass bei Klocke die Pointen naturgemäß nicht im Staccato kommen und der Weg bis dahin am Donnerstag zumindest mehr steinig als launig ist, gibt es weit weniger Gelächter als bei anderen Komiker-Kollegen vor ihm. Ein schöner Lichtblick sind die Saxofon-Einlagen seines Gastes Nicole Johänntgen.

Bloß keinen Satz vollenden!

Treu ist Klocke seinem Motto: Bloß keinen Satz vollenden! Das zumindest geht auch sitzend und mit angeschlagener Konstitution: Er driftet hilflos – „alles jahrelang auswendig gelernt“, erklärt er den Fans – von einem Teilsatz zum nächsten: ohne Ariadne-Faden im Gespinst der Wörter. Sein Alleinstellungsmerkmal.

„Wie bin ich da eigentlich drauf gekommen?“, fragt er nach einem Exkurs in die Begattungsszenarien bei den Maki-Halbaffen. Man lacht. Er singt und witzelt sich durch den Abend. Sein Gute-Laune-Tipp: „Ich schreib mir jeden Morgen selbst mein Horoskop – damit nichts schiefläuft. Womöglich hat er das am Donnerstag vergessen.

Von Regine Buddeke

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