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Neuruppin Das Festjahr beginnt: ein Wochenende voller Fontane
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Das Festjahr beginnt: ein Wochenende voller Fontane
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01:16 30.03.2019
Lesungen, Ausstellungen, Theater, Musik, Kunst und Gaukelei: in Neuruppin können Besucher Theodor Fontane am kommenden Sonnabend an jeder Ecke begegnen. Quelle: Andreas Vogel/Archiv
Neuruppin

Mario Zetzsche weiß kaum noch, wo ihm der Kopf steht. In diesen Tagen dreht sich bei alles um Fontane „Gefühlt rund um die Uhr“, sagt Neuruppins offizieller Fontane-Botschafter. Bis zur großen Eröffnung der landesweiten Fontanefeiern am Sonnabend ist noch jede Menge zu tun.

Dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zugesagt hat, ist für die Stadt eine große Ehre. Aber der Besuch des Staatsoberhauptes mit Sicherheitsvorschriften und Auflagen macht die Organisation nicht einfacher.

Steinmeier wird das Fontanejahr gegen 14 Uhr in der Pfarrkirche eröffnen. Für die Festveranstaltung haben sich gut 900 Gäste angemeldet. „Wir haben aber nur etwas weniger als 800 Sitzplätze“, sagt Zetzsche. Die Organisatoren haben extra ein Zelt mit zusätzlichen Plätzen vor der Pfarrkirche aufbauen lassen.

Trotz zusätzlicher Plätze müssen einige Gäste wohl stehen

Die Festveranstaltung wird dort auf einer Großbildleinwand übertragen. „Wir freuen uns natürlich sehr, dass es so großes Interesse an unserem Programm gibt“, sagt Zetzsche. Aber trotz des Anbaus werden wohl, nicht alle Gäste einen Sitzplatz bekommen.

Jens Nettlau, Andreas Fritsche (v.l.) und ihre Kollegen vom Stadtservice der Stadtwerke sind mit einer zweiten Firma noch dabei, das holprige Pflaster vor der Pfarrkirche auszubessern – ein Job, der auf die Knochen geht. Quelle: Reyk Grunow

Offiziell eröffnet werden die Feiern zum 200. Geburtstag Theodor Fontanes am frühen Samstagnachmittag. Tatsächlich beginnt das Festwochenende aber schon früher.

24-Stunden-Lese-Marathon ab Freitagabend

Am Freitag um 19 Uhr starten Jugendliche aus Neuruppin einen 24-Stunden-Fontane-Lese-Marathon. In den Räumen einer ehemaligen Drogeriefiliale in der Bilderbogenpassage lesen Schülerinnen und Schüler der Puschkinschule und des Oberstufenzentrums aus Fontanes „Meine Kinderjahre“. Zwischendurch wird „TheoFonti“ zu sehen sein, ein Film, den Schüler der Förderschule am Kastaniensteg gedreht haben.

Das Festwochenende im Überblick

FREITAG, 29. MÄRZ: ab 19 Uhr: 24-Stunden-Lesemarathon mit Schülern in der Bilderbogenpassage mit Vorführung des Films „TheoFonti“

SAMSTAG, 30. MÄRZ: 10 Uhr bis 19 Uhr: Kleinkunst in der Innenstadt mit Theater, Musik und Jonglage zwischen Fontanedenkmal und Rheinsberger Tor

11 Uhr: Eröffnung der Fotoausstellung „Über den Schlössern und Seen“, Alten Gymnasium

14 Uhr: Festveranstaltung zur Eröffnung des Fontanejahres in der Pfarrkirche

16.30 Uhr: Führung durch den Tempelgarten

16.30 Uhr: Eröffnung der Leitausstellung „fontane200/Autor“ im Museum

ab 18.30 Uhr: „Hereinspaziert“ – ein Fontaneprogramm auf Neuruppiner Höfen mit Lesungen in der Präsidentenstraße 47 und Fischbänkenstraße 8 SONNTAG, 31. MÄRZ: 10 Uhr: Matinee zum Schreibwettbewerb „Theo“ für Kinder und Jugendliche im Alten Gymnasium

12 Uhr: Eröffnung der Ausstellung „... aber Fontane schwärmt von London von Susanne Krell in der Galerie Kunstraum an der Friedrich-Engels-Straße

14 Uhr: Offenes Atelier mit Uschi Jung und Ulrike Liedtke, Bilderbogenpassage; danach Eröffnung der Mini-Galerie im Kiosk am Buseck.

Für Sonnabend laden die Händler in der Neuruppiner Innenstadt zum Feiern ein. Oni Maurer zieht mit ihrem „Kurbelkoffer“, einem poetischen Miniaturentheater, durch die Straßen. Die Nachwuchsgaukler von Esta Ruppin sind mit Akrobatik und Jonglagen dabei, ebenso das Theater Abacus mit seinen riesigen Fantasiefiguren.

Auf dem Schulplatz spielt das Duo Unplugged und der „Schrauberyeti“ haut auf seinem mobilen Klavier an verschiedenen Orten in die Tasten. Bis zum Abend herrscht überall um die Karl-Marx-Straße Trubel.

Zuerst ins Museum, dann kommt der Festakt

Um 11 Uhr wird am Sonnabend im Alten Gymnasium eine Fotoausstellung mit Luftbildern von Fontane-Orten eröffnet.

Gegen 13 Uhr können Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke im Museum einen ersten Blick auf die „Leitausstellung“ werfen. Sie widmet sich Fontanes Rolle als Autor in allen Facetten: als Chronist, Kriegsberichterstatter, Theaterkritiker, politischer Korrespondent, Literat und Reiseschriftsteller.

Monatelang haben Kuratorin Heike Gfrereis mit ihren Mitarbeiterinnen und das Team des Museums an der Ausstellung geplant. Das halbe Museum wurde umgebaut, viele Objekte wurden ausgelagert.

Ausstellungsmacher arbeiten bis in die Nacht

In den letzten Tagen vor der Eröffnung arbeiten alle bis nach Mitternacht. „Hier passiert gerade vieles gleichzeitig“, sagt Museumsleiterin Maja Peers-Oeljeschläger. Überall sind Handwerker zugange, die Garderobe muss für den Ansturm der Besucher vorbereitet werden, die Gästeführer werden geschult. Die Tage vor der Eröffnung sind purer Stress, Maja Peers-Oeljeschläger findet sie aber toll: „Nach Monaten der Vorbereitung sieht man endlich etwas entstehen.“

Noch ist die Ausstellung im Museum nicht bis ins letzte Detail fertig. Dis Sonnabend ist das aber zu schaffen. Quelle: Peter Geisler

Von Museum aus laufen der Bundespräsident und der Ministerpräsident am Samstag weiter vorbei am Fontanehaus zur Kulturkirche. Dabei passieren sie auch das Kunstwerk von Franziska Zänker. „Fontane en passant“ nennt sie die Installation auf dem Pflaster des Schulplatzes. Mit weißer Farbe sind dort die Namen von 50 Orten aus Fontanes Werken zu lesen.

Die Feier geh am Sonntag weiter

Die Eröffnungsfeier dauert bis in den Abend und geht am Sonntag weiter. Am Samstag ab 18.30 Uhr lesen die Schauspieler Gösta Knothe, Frieder Kranz und Christine Schmidt-Schaller auf den Höfen an der Präsidentenstraße 47 und in der Fischbänkenstraße 8 aus Fontane-Romanen.

Für Sonntag laden der Börsenverein des deutschen Buchhandels und der Verein schreibender Schüler ab 10.30 Uhr zu einer Matinee zu ihrem Schreibwettbewerb „Theo“ für Kinder und Jugendliche ins Alte Gymnasium ein. Danach die Künstlerinnen Susanne Krell und Uschi Jung ihre Ausstellungen.

Das alles ist erst der Anfang des Festjahres. Mit Fontane-Romanen bereitet sich Zetzsche auf das vor, was noch kommt. „Der Stechlin“ ist bei ihm gerade an der Reihe – als Hörbuch. Zum Lesen lässt ihm das Fontanejahr keine Zeit.

Von Reyk Grunow

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