Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Neuruppiner Schüler als Richter und Anwälte
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Neuruppiner Schüler als Richter und Anwälte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:52 14.05.2019
Neuruppiner Schüler am Verhandlungstag der Projektwoche „Streiten, Schlichten, Strafen“. Quelle: Hannah Rüdiger
Neuruppin

 Es ist ein Fall, den es an fast jeder Schule schon einmal gegeben hat: Ein Schüler erschleicht intime Fotos eines Mitschülers. Noch am selben Tag machen die Bilder die Runde, bis sie fast jeder Schüler kennt.

Für den Betroffenen ist die Demütigung so groß, dass er die Schule wechselt und sich in psychologische Behandlung begibt. Fünf Jahre später verlangt er 10.000 Euro Schadensersatz von demjenigen, der die Fotos verbreitet hat. Der Fall landet vor Gericht.

Dieser fiktive Rechtsstreit ist das Drehbuch für das diesjährige Schulprojekt „Streiten, Schlichten, Strafen“ der Staatsanwaltschaft und des Landgerichtes Neuruppin mit der Evangelischen Schule (Evi) und dem Oberstufenzentrum (OSZ) Ostprignitz-Ruppin.

Echte Fälle bilden Grundlage

Im Drehbuch heißen die beiden Jungen Tobias und Sören. Im echten Leben sitzen sich im Saal 3 des Landgerichtes Zehnt- und Elftklässler vom Evi und vom OSZ gegenüber, die in die Rollen von Kläger und Beklagtem schlüpfen. Auch der Richter und seine Beisitzerin sind Schüler.

„Das Drehbuch schreiben echte Fälle, die hier vor der Kammer verhandelt wurden,“, erklärt Egbert Simons, Richter und Präsident des Landgerichtes. Für das Projekt seien die Fälle leicht abgeändert und entschärft worden.

Die Verhandlung ist der Höhepunkt der Projektwoche. Fünf Tage lang haben sich die Schüler mit zwei fiktiven Streitfällen auseinandergesetzt. Unter der Anleitung von Richtern, Rechtsanwälten und Schiedsleuten haben sie Klageschriften formuliert, Mediation ausprobiert und sich schließlich für die mündliche Verhandlung gewappnet.

Am Verhandlungstag übernahmen die Schüler der Evangelischen Schule und des OSZ abwechselnd die Richterbank. Quelle: Hannah Rüdiger

Der 16-jährige Fehrbelliner Ben Mamuti übernimmt bei der ersten Verhandlung die Rolle des Vorsitzenden Richters. Mit lauter und fester Stimme führt er durch den Prozess. „Hier wird heute nur ein Gewinner rausgehen“, verkündet der 16-Jährige zu Beginn. Am Ende verhängt er eine Geldstrafe von 1800 Euro – damit ist die Sitzung geschlossen. Die echten Richter im Raum nicken zufrieden.

Ein 16-Jähriger als Richter

Den großen Auftritt kennt Ben Mamuti schon von Schulmusicals. „Vor dem Projekt hatte ich noch nie Einblick in die Juristerei“, erzählt er. In der Projektwoche habe er viele spannende juristische Berufe kennengelernt, wie zum Beispiel den des Rechtspflegers.

 „Der schaut noch mal alle Akten durch und überprüft alles ganz genau, das sah nach einem anstrengenden Job aus“, sagt er anerkennend. Eine Karriere im Rechtswesen könne er sich selbst gut vorstellen. In seiner Richterrolle habe er sich jedenfalls wohlgefühlt.

Perspektiven im juristischen Bereich aufzeigen

Richterin Heide Schönherr, die das Projekt zum ersten Mal mit betreut hat, zeigt sich während der Verhandlung sehr zufrieden. „Die Schüler haben gute Ideen und sind wirklich engagiert“, sagt sie.

Mit dem Landgericht sei Neuruppin ein wichtiger Standort für die Justiz, sagt Egbert Simons. „Wir machen das Schulprojekt, um jungen Menschen zu zeigen, welche Perspektiven der juristische Bereich bietet“, erklärt er. Von der Wachtmeisterei bis zum Richter gebe es vielfältige Arbeitsmöglichkeiten.

Natürlich gehe es auch darum, den Nachwuchs vom Rechtswesen zu begeistern, sagt der Gerichtspräsident. „Aber wenn nach der Projektwoche jemand merkt, dass das gar nichts für ihn ist, ist das für uns auch ein gutes Ergebnis.“

Von Hannah Rüdiger

Die Auswirkungen des vergangenen Sommers sind einfach zu groß: Fachleute werden deshalb ab Dienstag in der Neuruppiner Innenstadt beginnen, in einer Höhe von etwa 20 Metern mehr als 30 Kastanien und Linden zu beschneiden.

13.05.2019

Mehr als 50 Jahre stand die Bronzeskulptur „Reh mit Kitz“ vor der ehemaligen Poliklinik in der Neustädter Straße in Neuruppin. Seit Freitag ist sie verschwunden. Doch es war kein Diebstahl. Vielmehr haben die Kliniken neue Pläne.

16.05.2019

Die Sperrung der Bundesstraße wird erneut verlängert. Eigentlich sollte die Neuruppiner Ortsdurchfahrt längst wieder benutzbar sein. Doch die Baufirmen sind auch nach zweifacher Verlängerung noch nicht fertig.

16.05.2019